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Wie werden eigentlich Münzen hergestellt?

Eine kurze Erläuterung des Herstellungsprozesses von Anlage- und Sammlermünzen.

 

Bei der Herstellung von qualitativ hochwertigen Edelmetallmünzen ist vor allem Präzision und sauberes Arbeiten gefragt. Käufer von Bullionmünzen erwarten schließlich etwas für ihr Geld. Zudem muss die gesamte Auflage einer Münzvariante auch das immer gleiche Erscheinungsbild aufweisen. Um dies alles gewährleisten zu können bedarf es teilweise bis zu einem Jahr um eine Motividee in eine reale Münzserie zu verwandeln.

Zuerst muss das Motiv designt werden, wofür die Prägeanstalten ihre eigenen Spezialisten bzw. Münzdesigner beschäftigen. Dabei kommen sowohl das klassische Zeichenbrett als auch die computergestützte Erstellung zum Einsatz.

Des Weiteren muss noch festgelegt werden aus welchem edlen Material die Münzserie bestehen soll. Dabei kommen neben dem altbekannten Gold und Silber auch immer wieder Platin oder Palladium in Frage sowie auch bestimmte Legierungen aus Gold und Kupfer - Krügerrand - bzw. Gold, Kupfer und Silber - American Eagle - um die Münzen robuster gegen möglichen Verschleiß zu machen.

Als nächstes müssen die Stempel für Motiv- und Wertseite entsprechend dem gewünschten Motiv und Material angefertigt werden. Um ein möglichst gleichbleibendes Erscheinungsbild und Qualität über die ganze Auflage der Serie zu ermöglichen, werden mehrere Stempel benötigt. Damit diese auch immer alle die gleiche Prägung erzeugen, werden so genannte Mutterstempelmatrizen der beiden Münzseiten hergestellt, eine für jede Seite, die dem späteren Münzbild entsprechen. Mithilfe dieser gehärteten "positiven" Mutterstempelmatrizen werden dann die eigentlichen "negativen" Prägestempel für die Münzprägung geprägt und anschließend zum Verschleißschutz ebenfalls gehärtet.

Nachdem die Stempel fertig sind und das gewünschte Material vorhanden ist, kann mit der eigentlichen Münzherstellung begonnen werden.

Im ersten Schritt wird das Rohmaterial, vorliegend in Industriebarren oder Granulat, geschmolzen und in handhabbare Blechstreifen von bspw. 1 m Länge gezogen. Dabei sind diese Blechstreifen minimal breiter als die herzustellende Münze. Anschließend werden die Streifen noch in mehreren Walzprozessen auf die entsprechende Münzdicke reduziert, wobei teilweise auch ein Glühprozess zwischengeschaltet wird.

Danach werden aus den Blechstreifen die Münzronden ausgestanzt, welche bereits das passende Feingewicht aufweisen. Dies wird für jede Ronde nachgemessen. Die Münzronden werden nachfolgend geglüht um das durch Walzen und Stanzen verfestigte Material wieder etwas weicher zu machen bzw. vorhandene Spannungen im Material abzubauen.

Als letzter Schritt vor dem Prägen werden die Münzronden in eine Art Waschmaschine gegeben, in welcher mittels kleinen Edelstahlkügelchen in einer Seifenlösung einerseits eventuell vorhandene Verschmutzungen entfernt werden sowie andererseits die Oberflächenqualität der Ronden nochmals optimiert wird. Nachdem die Münzronden abgespült und getrocknet wurden, können sie für den Prägevorgang verwendet werden.

Geprägt wird auf einer hydraulischen Presse im Ringprägeverfahren. Dabei wird die einzelne Münzronde innerhalb eines stabilen Rings auf den unteren Stempel gelegt und mit dem oberen Stempel abgedeckt. Der umschließende Ring sorgt beim Aufbringen der Presskraft für den exakten Münzdurchmesser bzw. Rundheit und erzeugt zugleich die oftmals typische Riffelung am Münzrand, welche ohne den formgebenden Ring noch nachträglich mittels Rändeln hergestellt werden müsste.
Die Riffelung soll das Abfeilen von kleinen Edelmetallmengen am Rand verhindern, da dies bei geriffeltem Rand im Gegensatz zum glatten Rand sofort auffallen würde.
Die Stempel werden je nach Münzqualität zwischen den einzelnen Prägungen noch poliert um ein bestmögliches Erscheinungsbild zu erzeugen.

Abschließend folgt die finale Qualitätskontrolle und Verpackung. Falls noch eine Gravur eingebracht werden soll, wie z.B. eine Seriennummer bei limitierten Auflagen, findet dies nach dem Prägen statt.

 

 

01.01.2021 - Tobias Dalacker - info@muenzkauf.de

 

 

 

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Bewertungen und Kommentare

 

  • Lupi - 06.01.2021 21:33:41 Uhr

    Wollte immer schon einmal wissen wie eine Münze hergestellt wird. Gute Information der Beitrag.


 

 

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