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Wie wird Gold gewonnen?

Eine kurze Erläuterung gängiger Verfahren zur Goldgewinnung.

 

Die Goldgewinnung ist ein schmutziges Geschäft. Dies gilt allerdings auch für jeden anderen Rohstoff, welcher hauptsächlich im Bergbau gefördert wird. Jedes neue Goldexplorationsprojekt wird in der heutigen umweltbewussten Zeit kritisch in Hinblick auf die ökologischen Auswirkungen betrachtet und bewertet, bevor es begonnen werden kann.
Mit die größten Kritikpunkte sind dabei die zum Einsatz kommenden Verfahren um reines Gold aus dem Gestein bzw. Sediment zu lösen, da Gold zwar gediegen - chemisch rein - in der Natur vorliegt, allerdings in den meisten Fällen als verteilte Kleinstpartikel im umgebenden Gestein. So genanntes "Freigold" in Form von Nuggets oder Goldstaub ist eine Seltenheit. Die chemische Reaktionsunfreudigkeit des Goldes, die wiederum hauptverantwortlich für seine enorme Beständigkeit ist, erlaubt nur wenige spezielle Extraktionsverfahren.

Das einfachste und wohl auch bekannteste Verfahren ist das Goldwaschen. Dabei wird goldhaltiges Sediment bzw. Sand mit Wasser aufgeschlämmt, wobei sich das aufgrund seiner sehr hohen Dichte schwerere Gold am Boden sammelt und abgetrennt wird. Das Verfahren ist zwar einerseits umweltfreundlich, da keine chemischen Stoffe eingesetzt werden müssen, allerdings viel Material abgetragen und gewaschen werden muss, andererseits aber nicht sehr effizient, da die Ausbeute bei großem Zeitaufwand sehr gering ist. Zudem müssen eines oder mehrere der weiter aufgeführten Verfahren zur Gewinnung von Roh- bzw. Feingold folgen.

Bereits gewaschene goldhaltige Sande bzw. Schlämme, auch aus fein gemahlenem Gestein, können mit dem Amalgamverfahren weiter behandelt werden. Dabei werden die Sande mit Quecksilber vermischt, so dass sich Gold und auch z.B. Silber, sofern vorhanden, mit dem Quecksilber zu Amalgam verbinden. Sowohl das Amalgam als auch das Quecksilber sammeln sich wiederum aufgrund der hohen Dichte im Vergleich zum restlichen Sand am Boden, wobei das restliche Quecksilber abfließen kann. Das Amalgam wird anschließend erhitzt, wodurch das Quecksilber verdampft und Rohgold übrig bleibt.
Das Verfahren kann aufgrund möglichen Entweichens der hochgiftigen Quecksilberdämpfe bei Nichtnutzung eines geschlossenen Systems oder einem fehlerhaften selbigen zu gravierenden Mensch- und Umweltschäden führen.

Das immer noch am weitesten verbreitete Verfahren bei industrieller Förderung - wird in ca. 90 % der Goldproduktion eingesetzt - ist die Cyanidlaugung. Hierbei werden die goldhaltigen Sande bzw. Gesteinskörner nochmals staubfein gemahlen, aufgeschichtet und unter permanenter Luftzufuhr mit  alkalischer Natriumcyanid-Lösung berieselt. Dabei löst sich das Gold in der hochgiftigen Lösung auf. Diese wird anschließend filtriert und mit Zinkstaub versetzt, demzufolge das Gold als brauner Schlamm ausfällt (chemische Ausscheidung). Dieser wird gewaschen, getrocknet und zu Rohgold reduziert (chemische Reaktion).
Da Cyanid hochgiftig ist, wird die Natriumcyanid-Lösung im Kreislaufprozess verwendet. Ein Entweichen in die Umwelt führt ebenfalls zu gravierenden Umweltschäden, denn obwohl die wässrige Lösung sehr schnell durch Sonnenlicht zersetzt wird, können die ebenfalls enthaltenen Salze - Cyanate - mehrere Jahre überdauern.
Eines der umweltfreundlichsten Verfahren ist das Boraxverfahren. Dabei wird der goldhaltige Sand zusammen mit einem Natriumborat - Überbegriff für verschiedene auch natürlich vorkommende Borsalze - in einem Schmelztiegel erhitzt, wobei die Zugabe von Natriumborat den Schmelzpunkt der Verunreinigungen - Oxide und Silikate der Begleitstoffe - heruntersetzt. Somit wird eine geringere Energiezufuhr benötigt und das enthaltene Rohgold kann sich am Boden absetzen und abgetrennt werden, während die Verunreinigungen aufschwimmen.
Dieses Verfahren stellt beispielsweise eine umweltfreundliche Alternative zum Amalgamverfahren dar, wird aber leider noch zu wenig genutzt.

Ein ebenfalls sehr umweltfreundliches Verfahren ist das Anodenschlammverfahren. Dieses kommt häufig zum Einsatz, wenn es bei der Förderung primär um andere wertvolle Metalle wie beispielsweise Kupfer geht und Gold nur als Beimischung im Gestein vorhanden ist. Dabei werden die metallhaltigen Gesteinsschlämme elektochemisch gereinigt, in dem sie als Anode fungieren, während die Kathode durch das passende reine Metall - z.B. Kupfer - gebildet wird. Während dieser Elektrolyse sammelt sich das Gold im Schlamm unter der Anode und die unedleren Metalle gehen in Lösung im Elektrolyt. Der Schlamm muss anschließend noch weiter aufbereitet werden um das enthaltene Rohgold von anderen eventuell vorhandenen Edelmetallen wie Silber oder Platin zu trennen.
Das Verfahren bietet den Vorteil keine umweltschädigenden Zusatzstoffe zu benötigen.

Das durch diese Verfahren gewonnene Rohgold muss abschließend noch raffiniert werden um das für Anlage- und Sammlermünzen benötigte Feingold mit einem Feingehalt von 999,9 Promille zu erhalten. Auch bei der Raffination gibt es verschiedene Verfahren, die entsprechend der Rohgoldzusammensetzung und der geplanten Verwendung des erzeugten Feingoldes Anwendung finden.

 

 

06.01.2021 - Tobias Dalacker - info@muenzkauf.de

 

 

 

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