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10 Gulden Wilhelmina aus Gold

Die niederländische Goldmünze mit Königin Wilhelmina im Überblick – technische Daten, Porträttypen, Jahrgänge und Auflagen

 

Die 10-Gulden-Goldmünzen mit Königin Wilhelmina gehören zu den klassischen niederländischen Goldprägungen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Sie verbinden einen vergleichsweise hohen Goldanteil mit einer langen Prägegeschichte, in der sich das Porträt der Königin mehrfach änderte. Gerade diese unterschiedlichen Bildnistypen machen die Serie auch aus numismatischer Sicht interessant.

Wilhelmina regierte die Niederlande von 1890 bis 1948. Die goldenen 10-Gulden-Stücke ihrer Regierungszeit wurden nicht durchgehend geprägt, sondern konzentrieren sich auf einzelne Jahrgänge zwischen 1892 und 1933. Trotz der unterschiedlichen Porträts blieben die wesentlichen technischen Eckdaten weitgehend konstant: 900er Gold, rund 6,72 Gramm Raugewicht und 22,5 Millimeter Durchmesser.

 

Technische Daten der 10 Gulden Wilhelmina

 

10 Gulden Wilhelmina Goldmünze aus den Niederlanden

Die regulären 10-Gulden-Goldmünzen dieser Serie bestehen aus einer Legierung mit einem Feingehalt von 900/1000. Bei einem Sollgewicht von etwa 6,72 Gramm ergibt sich daraus ein Feingoldgewicht von rund 6,048 Gramm. Das entspricht ungefähr 0,1945 Feinunzen Gold. Der Durchmesser beträgt 22,5 Millimeter. Die Münzen besitzen einen geriffelten beziehungsweise gekerbten Rand.

Diese Grunddaten sind über die verschiedenen Wilhelmina-Typen bemerkenswert konstant. Der Numista-Katalog zum späteren Wilhelmina-Typ nennt für die Ausgaben von 1925 bis 1933 ebenfalls 6,72 Gramm Gewicht, 22,5 Millimeter Durchmesser und einen Goldfeingehalt von 900/1000.

 

Vier Porträts während einer langen Regierungszeit

 

Die 10-Gulden-Stücke dokumentieren Wilhelminas Entwicklung von der jungen Königin bis zur erwachsenen Monarchin. Beim frühen Typ ist Wilhelmina mit langem, offenem Haar und Perlenkette nach links dargestellt. Dieser Bildnistyp findet sich bei den frühen Prägungen der 1890er-Jahre.

Eine deutlich veränderte Darstellung erschien 1898. Wilhelmina blickt nun nach rechts und trägt ein Diadem; ihr Haar ist hochgesteckt. Später folgte das repräsentative Bildnis mit Diadem und Hermelinmantel. Bei den letzten Ausgaben von 1925 bis 1933 erscheint schließlich das ältere Porträt der Königin mit Perlendiadem nach rechts.

Damit lässt sich die Entwicklung der Serie auch ohne Kenntnis des Jahrgangs recht gut anhand des Porträts einordnen. Die frühen 10 Gulden Wilhelmina und die Ausgaben von 1911 bis 1917 zeigen besonders deutlich, wie stark sich das Erscheinungsbild innerhalb der Serie verändert hat.

 

Jahrgänge und Auflagen im Überblick

 

Die Auflagen unterscheiden sich erheblich. Während mehrere Ausgaben in Millionenstückzahlen geprägt wurden, sind insbesondere die frühen Jahrgänge 1892 und 1895 außergewöhnlich selten. Bei diesen Stücken steht daher nicht mehr der reine Goldwert, sondern eindeutig die numismatische Bedeutung im Vordergrund.

Jahrgang Auflage Einordnung
1892 61 extrem seltener früher Jahrgang
1895 149 extrem seltene frühe Ausgabe
1897 453.696 früher Porträttyp
1898 99.239 Krönungstyp mit verändertem Porträt
1911 774.544 Wilhelmina im Hermelinmantel
1912 3.000.000 hohe Auflage
1913 1.138.476 Hermelin-Typ
1917 4.000.000 einer der auflagenstarken Jahrgänge
1925 2.000.000 später Porträttyp
1926 2.500.000 später Porträttyp
1927 1.000.000 später Porträttyp
1932 4.323.952 höchste Auflage der Serie
1933 2.462.101 letzter regulärer Jahrgang

Bei historischen Auflagen können sich je nach Katalog und Zählweise geringfügig abweichende Angaben finden. Besonders bei seltenen Varianten sollte deshalb nicht allein die Jahreszahl zur Bestimmung herangezogen werden.

 

Goldgehalt und Bedeutung für den Wert

 

Mit rund 6,048 Gramm Feingold besitzen die 10 Gulden Wilhelmina einen klar bestimmbaren Edelmetallanteil. Bei den häufigeren Jahrgängen spielt dieser Goldgehalt eine wesentliche Rolle für die Bewertung. Der tatsächliche Marktwert einer konkreten Münze kann jedoch über dem rechnerischen Metallwert liegen.

Entscheidend sind dabei Jahrgang, Erhaltung, Porträttyp und mögliche Varianten. Ein gewöhnlicher Jahrgang aus den 1920er- oder 1930er-Jahren ist deshalb grundsätzlich anders einzuordnen als eine der extrem seltenen frühen Prägungen. Insbesondere 1892 und 1895 sind mit ihren sehr niedrigen dokumentierten Auflagen numismatische Schlüsselstücke und dürfen nicht wie gewöhnliche Goldumlaufmünzen bewertet werden.

 

Wappen und niederländische Münztradition

 

Auf der Wertseite befindet sich das gekrönte niederländische Staatswappen. Daneben steht die geteilte Wertangabe „10 G“, während sich darunter die Jahreszahl befindet. Die Umschrift lautet „KONINGRIJK DER NEDERLANDEN“. Die Gestaltung verbindet damit den Nennwert unmittelbar mit den staatlichen Symbolen des Königreichs.

Der Gulden besitzt in den Niederlanden eine jahrhundertelange Geschichte. Die Königliche Niederländische Münze verweist darauf, dass der Gulden bereits lange vor der modernen niederländischen Monarchie eine zentrale Rolle im Münzwesen spielte. Mit der Währungsreform des frühen 19. Jahrhunderts wurde das System schließlich auf die Einteilung eines Guldens in 100 Cent umgestellt.

Die Wilhelmina-Stücke stehen am Ende einer langen Reihe niederländischer Goldmünzen mit dem Nennwert von 10 Gulden. Nach dem Ende ihrer Regierungszeit 1948 verschwanden diese klassischen Goldzehner aus dem regulären Münzsystem. Heute begegnen sie daher sowohl als historische Goldmünzen als auch als eigenständiges Sammelgebiet.

 

Worauf bei der Bestimmung zu achten ist

 

Bei einer vorhandenen 10-Gulden-Münze sollte zunächst die Jahreszahl festgestellt werden. Danach lässt sich anhand des Porträts bestimmen, welcher Wilhelmina-Typ vorliegt. Gewicht und Durchmesser liefern zusätzliche Anhaltspunkte: Ein reguläres Stück sollte ungefähr 6,72 Gramm wiegen und einen Durchmesser von 22,5 Millimetern besitzen.

Bei stärker umlaufenen Exemplaren können geringfügige Gewichtsverluste auftreten. Größere Abweichungen sollten dagegen genauer untersucht werden. Auch Beschädigungen, Fassungs- oder Lötspuren bei ehemals als Schmuck verwendeten Münzen beeinflussen die numismatische Beurteilung.

Gerade bei den seltenen frühen Jahrgängen ist eine sorgfältige Echtheitsprüfung wesentlich. Eine Jahreszahl allein genügt hier nicht. Prägebild, Rand, Gewicht, Durchmesser und die jeweiligen Stempelmerkmale müssen zusammenpassen. Bei den wesentlich häufiger vorkommenden späteren Ausgaben lässt sich die Münze dagegen meist bereits anhand ihrer grundlegenden technischen Merkmale zuverlässig einordnen.

 

05.10.2026 - Eleonora Bajrami - info@muenzkauf.de

 

 

 






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