Edelmetalle am Morgen: Gold startet fester
Gold und Silber erholen sich zum Monatsauftakt – hoher Dollar und steigende Anleiherenditen bleiben jedoch Gegenwind
Der Edelmetallmarkt startet am Donnerstag, 1. Oktober 2026, mit einer leichten Gegenbewegung in den neuen Monat. Gold notierte im frühen Handel zeitweise um 4.175 US-Dollar je Feinunze, Silber bei rund 61,10 Dollar. Platin bewegte sich um 1.717 Dollar und Palladium um 1.207 Dollar. Damit zeigen sich die vier wichtigsten Edelmetalle nach den jüngsten Rücksetzern zunächst stabiler.
Unterstützung kommt von den jüngsten US-Inflationsdaten. Der Preisauftrieb fiel schwächer aus als erwartet, wodurch die Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank im Oktober etwas zurückgingen. Gleichzeitig bleiben die Renditen langfristiger US-Staatsanleihen auf sehr hohem Niveau. Genau dieser Gegensatz dürfte den Handel heute prägen: geringere unmittelbare Zinssorgen auf der einen, hohe Kapitalmarktzinsen auf der anderen Seite.
Dollar und Euro bleiben entscheidend
Der US-Dollar bleibt stark. Der Euro wurde am Morgen zeitweise nur um 1,132 US-Dollar gehandelt. Für europäische Edelmetallkäufer ist das bedeutsam: Ein schwächerer Euro kann Rückgänge der in Dollar gehandelten Metallpreise teilweise ausgleichen. Gleichzeitig begrenzt der starke Dollar gewöhnlich das Aufwärtspotenzial von Gold und Silber am internationalen Markt.
Auch Europa steht unter Inflationsdruck. Die Europäische Zentralbank hatte ihre Leitzinsen im September um 25 Basispunkte angehoben. Höhere Energiepreise und die geopolitische Lage bleiben wichtige Unsicherheitsfaktoren. Informationen zur aktuellen Geldpolitik veröffentlicht die Europäische Zentralbank.

Technischer Blick auf Gold, Silber, Platin und Palladium
Gold: Kurzfristig ist der Bereich um 4.135 bis 4.150 Dollar eine wichtige Unterstützungszone. Auf der Oberseite rückt zunächst der Bereich um 4.200 bis 4.210 Dollar in den Fokus. Ein stabiler Anstieg darüber würde die technische Lage nach der September-Korrektur verbessern.
Silber: Die Marke von 60 Dollar bleibt psychologisch und technisch wichtig. Oberhalb davon besitzt Silber Chancen auf eine Stabilisierung. Widerstand liegt zunächst im Bereich von etwa 62 Dollar. Die Schwankungsbreite dürfte weiterhin deutlich höher als bei Gold bleiben.
Platin: Um 1.680 bis 1.700 Dollar befindet sich eine kurzfristig wichtige Zone. Auf der Oberseite liegt um 1.720 Dollar der nächste technische Prüfstein. Platin startet damit vergleichsweise stabil in den Oktober.
Palladium: Bei rund 1.200 Dollar versucht sich der Markt zu stabilisieren. Das Metall bleibt jedoch technisch anfällig und reagiert zusätzlich stark auf Veränderungen der industriellen Nachfrage.
Was heute den Edelmetallmarkt bewegen kann
Neben Dollar und Anleiherenditen stehen heute mehrere Auftritte von Vertretern der US-Notenbank im Kalender. Unter anderem sprechen Fed-Gouverneur Christopher Waller und Fed-Vizechef Philip Jefferson. Der offizielle Terminplan ist bei der Federal Reserve abrufbar.
Geopolitisch bleibt der Konflikt im Nahen Osten ein Unsicherheitsfaktor. Stockende Gespräche zwischen den USA und Iran halten insbesondere die Energiepreise und damit die Inflationsrisiken im Blickfeld der Märkte.
Für den heutigen Handel ergibt sich damit ein gemischtes Bild: Gold und Silber erhalten Unterstützung durch etwas geringere kurzfristige US-Zinserwartungen, während der starke Dollar und die hohen langfristigen Renditen gegen eine schnelle größere Erholung sprechen. Entscheidend dürfte sein, ob Gold die Region oberhalb von 4.200 Dollar zurückerobern kann und Silber seine 60-Dollar-Zone verteidigt. Die offiziellen Referenzpreise für Gold, Silber, Platin und Palladium werden von der LBMA veröffentlicht.
01.10.2026 - Tobias Dalacker - info@muenzkauf.de
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