Katzengold oder echtes Gold? Pyrit sicher erkennen
Pyrit glänzt verblüffend goldfarben – mit Härte, Strichfarbe, Form und Gewicht lässt er sich dennoch zuverlässig von Gold unterscheiden.
Ein gelb metallisch glänzender Einschluss im Gestein sorgt schnell für Aufmerksamkeit. Besonders in Quarz können winzige goldfarbene Kristalle auf den ersten Blick wie natürliches Gold wirken. Häufig handelt es sich jedoch um Pyrit, ein Eisensulfid mit der chemischen Formel FeS₂. Wegen seiner Ähnlichkeit mit Gold wird Pyrit umgangssprachlich oft als Katzengold oder „Fool's Gold“ bezeichnet.
Die Farbe allein ist zur Bestimmung ungeeignet. Gold und Pyrit unterscheiden sich jedoch deutlich in ihren physikalischen Eigenschaften. Schon einige einfache Beobachtungen und Tests reichen deshalb meistens aus, um beide Materialien auseinanderzuhalten.
Der erste Hinweis steckt in der Form

Pyrit bildet häufig auffallend geometrische Kristalle. Typisch sind Würfel mit scharfen Kanten, teilweise mit feinen parallelen Linien auf den Kristallflächen. Auch zwölfseitige sogenannte Pyritoeder kommen vor. Solche regelmäßig aufgebauten Kristalle sprechen sehr deutlich für Pyrit.
Naturgold sieht meistens anders aus. Es tritt beispielsweise als unregelmäßiges Korn, dünnes Blättchen, verzweigtes Gebilde oder Nugget auf. Perfekt würfelförmige Goldkristalle sind bei gewöhnlichen Fundstücken nicht zu erwarten.
Auch die Farbe liefert einen Hinweis. Pyrit besitzt meist einen helleren messinggelben Ton und kann bei Bewegung stark aufblitzen. Natürliches Gold wirkt häufig satter und wärmer gelb. Diese Beobachtung ist allerdings nur ein Indiz: Beleuchtung, Oxidation und Verunreinigungen können den Farbeindruck erheblich verändern.
Die mineralogischen Daten von Mindat zu Pyrit nennen unter anderem eine messinggelbe Farbe, metallischen Glanz, eine Mohshärte von 6 bis 6,5 und eine Dichte von ungefähr 4,8 bis 5,0 g/cm³.
Der Strichtest liefert einen deutlichen Unterschied
Eine der klassischen Methoden der Mineralbestimmung ist die Strichprobe. Dabei wird das zu untersuchende Material über unglasiertes weißes Porzellan gezogen. Entscheidend ist nicht die Farbe des Minerals, sondern die Farbe des dabei entstehenden feinen Abriebs.
Gold hinterlässt einen goldgelben Strich. Pyrit erzeugt dagegen einen dunklen, häufig grünlich-schwarzen bis braunschwarzen Strich. Dieser Unterschied ist so charakteristisch, dass auch der U.S. Geological Survey die Strichprobe als Möglichkeit zur Unterscheidung von Gold und Pyrit nennt.
Bei einem schönen Mineralstufen- oder Sammlerstück sollte die Probe allerdings nicht an einer gut sichtbaren Stelle durchgeführt werden. Das Reiben über Porzellan kann die Oberfläche dauerhaft beschädigen.
Gold ist weich – Pyrit überraschend hart
Besonders deutlich unterscheiden sich beide Materialien bei der Härte. Reines Gold besitzt lediglich eine Mohshärte von etwa 2,5 bis 3. Pyrit erreicht dagegen ungefähr 6 bis 6,5.
Gold lässt sich daher vergleichsweise leicht ritzen oder mit einer Metallspitze eindrücken. Pyrit widersteht einem solchen Versuch wesentlich stärker. Glas besitzt ungefähr Mohshärte 5,5: Ein gut ausgebildeter Pyritkristall kann deshalb Glas ritzen, während Gold dazu zu weich ist.
Der Härtevergleich sollte dennoch mit Bedacht eingesetzt werden. In einem Gestein können mehrere Minerale unmittelbar nebeneinanderliegen. Wer lediglich den umgebenden Quarz statt des goldfarbenen Einschlusses prüft, erhält ein irreführendes Ergebnis.
Drücken statt zerbrechen: Gold verhält sich völlig anders
Noch aussagekräftiger ist das mechanische Verhalten. Gold ist ausgesprochen verformbar. Ein kleines Goldkorn gibt unter Druck nach, wird flacher oder lässt sich eindrücken. Es zerbricht normalerweise nicht einfach in körnige Splitter.
Pyrit ist dagegen spröde. Wird ein freiliegendes Pyritkorn mit ausreichendem Druck einer Metallspitze bearbeitet, kann es brechen, absplittern oder dunkles Pulver erzeugen. Genau dieser Unterschied zwischen dem weichen, verformbaren Gold und den spröden goldfarbenen Sulfidmineralen wird auch vom US Geological Survey zur Bestimmung herangezogen.
Bei winzigen Einschlüssen genügt häufig bereits eine Lupe zusammen mit einer feinen Stahlspitze. Lässt sich ein verdächtiges gelbes Korn plastisch verformen, ist das ein wesentlich stärkerer Hinweis auf Gold als seine Farbe.
Der größte Unterschied ist das Gewicht
Gold gehört zu den besonders dichten Metallen. Reines Gold besitzt eine Dichte von etwa 19,3 g/cm³. Pyrit kommt dagegen lediglich auf ungefähr 5 g/cm³. Gold ist bei gleichem Volumen somit fast viermal so schwer.
Bei einem ausreichend großen, weitgehend reinen Stück ist dieser Unterschied bereits beim Anheben auffällig. Ein kleines Goldstück fühlt sich für seine Größe ungewöhnlich schwer an. Ein ähnlich großes Stück Pyrit wirkt dagegen vergleichsweise leicht.
Geoscience Australia gibt für Gold eine relative Dichte von 19,3 g/cm³ sowie eine Mohshärte von 2,5 bis 3 an und beschreibt Gold ausdrücklich als sehr gut verformbares Metall.
Bei Goldkörnchen, die noch fest in Quarz oder anderem Gestein sitzen, lässt sich das Gewicht allerdings nicht sinnvoll beurteilen. Dann würde hauptsächlich die Dichte des gesamten Gesteins gemessen.
Ein Magnet ist kein zuverlässiger Goldtest
Weil Pyrit Eisen enthält, erscheint ein Magnettest zunächst naheliegend. Er ist zur sicheren Unterscheidung jedoch ungeeignet. Reines Gold reagiert nicht wie ein ferromagnetisches Material auf einen gewöhnlichen Magneten, doch auch Pyrit wird von einem normalen Magneten in der Regel nicht einfach deutlich angezogen.
Eine starke magnetische Reaktion kann auf andere eisenhaltige Bestandteile des Fundstücks hinweisen. Bleibt sie aus, beweist dies aber keineswegs, dass es sich um Gold handelt.
Ebenso wenig sollte man sich auf einzelne Internet-Hausmittel wie Geruchs-, Essig- oder Feuertests verlassen. Die Kombination aus Kristallform, Strichfarbe, Härte, Verformbarkeit und gegebenenfalls Dichte liefert wesentlich belastbarere Hinweise.
Pyrit im Gestein schließt echtes Gold nicht aus
Ein wichtiger Punkt wird bei der Unterscheidung häufig übersehen: Pyrit und Gold können im selben Gestein vorkommen. Die Feststellung „Das glänzende Korn ist Pyrit“ bedeutet daher nicht automatisch, dass das gesamte Gestein frei von Gold ist.
Gold kann beispielsweise als sehr feine Einschlüsse gemeinsam mit Sulfidmineralen auftreten und mit bloßem Auge überhaupt nicht sichtbar sein. Eine zuverlässige Aussage über einen möglichen Goldgehalt des gesamten Gesteins ist dann nur durch eine fachgerechte Analyse möglich.
Umgekehrt beweisen viele goldfarben glänzende Partikel in einem Stein noch keinen wirtschaftlich oder mengenmäßig bedeutsamen Goldgehalt.
Gold und Pyrit im direkten Vergleich
Farbe: Gold meist satt warmgelb; Pyrit eher hell messinggelb. Die Farbe allein ist kein sicherer Test.
Kristallform: Pyrit bildet häufig scharfkantige Würfel und andere geometrische Kristalle. Gold erscheint meist unregelmäßig, blättrig, drahtförmig oder als rundliches Korn.
Strich: Gold hinterlässt einen goldgelben Strich, Pyrit einen dunklen grünlich-schwarzen bis braunschwarzen.
Härte: Gold liegt bei etwa 2,5 bis 3 auf der Mohsskala. Pyrit erreicht ungefähr 6 bis 6,5.
Verhalten unter Druck: Gold wird verformt und flachgedrückt. Pyrit ist spröde und kann splittern oder zerbrechen.
Dichte: Gold erreicht etwa 19,3 g/cm³, Pyrit nur ungefähr 4,8 bis 5,0 g/cm³.
Magnettest: Zur eindeutigen Unterscheidung ungeeignet.
Bei wertvollen Fundstücken besser nicht selbst testen
Für gewöhnliche Gesteinsproben sind Strich-, Härte- und Verformbarkeitstest praktische Hilfsmittel. Anders sieht es bei ästhetisch hochwertigen Mineralstufen, historischen Fundstücken oder möglicherweise wertvollen Goldstufen aus. Kratzen, Schleifen oder Anschlagen kann ihren Sammlerwert dauerhaft vermindern.
In solchen Fällen sollte zuerst mit Lupe oder Mikroskop gearbeitet werden. Bleiben Zweifel, ist eine professionelle mineralogische oder materialanalytische Untersuchung sinnvoller als ein zerstörender Heimtest.
Für die schnelle Bestimmung eines gewöhnlichen Fundes gilt dagegen eine einfache Regel: Ein messinggelbes, scharfkantiges und hartes Kristallkorn mit dunklem Strich spricht sehr deutlich für Pyrit. Ein ungewöhnlich schweres, weiches und verformbares gelbes Korn mit goldgelbem Strich besitzt dagegen die typischen Eigenschaften von natürlichem Gold.
25.09.2026 - Tobias Dalacker - info@muenzkauf.de
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