VW verkauft 14 Prozent weniger Autos
Volkswagen und Audi geraten weiter unter Druck: Im dritten Quartal 2026 brechen die Auslieferungen deutlich ein. Besonders der chinesische Automarkt bereitet dem Konzern große Probleme.
Der Volkswagen-Konzern steckt weiter in einer Absatzkrise. Wie der Wolfsburger Autobauer am 12. Oktober 2026 mitteilte, wurden im dritten Quartal weltweit rund 1,89 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert. Das entspricht einem Rückgang von 14,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Bereits im zweiten Quartal waren die Verkäufe um 8,6 Prozent gesunken. Damit hat sich die negative Entwicklung nochmals deutlich verschärft.
Besonders dramatisch ist die Situation in China. Auf dem einst wichtigsten Wachstumsmarkt des Konzerns brachen die Auslieferungen zwischen Juli und September um 38,5 Prozent ein. Volkswagen kämpft dort mit einer schwächeren Nachfrage und zunehmender Konkurrenz durch heimische Hersteller, die insbesondere bei Elektroautos erheblich an Marktanteilen gewonnen haben.
Audi verliert fast ein Fünftel seiner Verkäufe

Auch die VW-Tochter Audi meldet erhebliche Einbußen. Die Ingolstädter lieferten im dritten Quartal 314.905 Fahrzeuge aus, 19,7 Prozent weniger als im Vorjahr. In den ersten neun Monaten sank der Absatz um 11,4 Prozent auf rund 1,04 Millionen Fahrzeuge.
Neben dem schwierigen chinesischen Markt belasten hohe US-Importzölle und Modellwechsel bei Audi A1 und Q2 das Geschäft. Die Kernmarke Volkswagen Pkw verzeichnete im dritten Quartal ebenfalls einen deutlichen Rückgang von 19,3 Prozent.
Deutsche Autoindustrie steht unter wachsendem Druck
Die schwachen Verkaufszahlen verdeutlichen die strukturellen Herausforderungen der deutschen Automobilindustrie. Chinesische Hersteller gewinnen durch wettbewerbsfähige Elektrofahrzeuge und aggressive Preisstrategien zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig erhöhen Handelskonflikte und hohe Produktionskosten den wirtschaftlichen Druck auf europäische Autobauer.
Auch der Absatz vollelektrischer Fahrzeuge entwickelte sich bei Volkswagen zuletzt rückläufig. Weltweit gingen die Auslieferungen im dritten Quartal um 4,7 Prozent zurück, obwohl die Nachfrage nach Elektroautos in Europa zulegte.
Für die deutsche Wirtschaft ist diese Entwicklung besonders relevant. Volkswagen zählt zu den größten Industrieunternehmen Europas. Anhaltend schwache Absatzzahlen könnten sich auf Produktionsstandorte, Zulieferer, Beschäftigung und Investitionen auswirken. Auch für die Nachfrage nach Industriemetallen wie Kupfer, Aluminium und Nickel spielt die weitere Entwicklung der Automobilproduktion eine wichtige Rolle.
In den ersten neun Monaten 2026 lieferte der VW-Konzern insgesamt gut sechs Millionen Fahrzeuge aus. Das waren rund 600.000 Autos beziehungsweise 9,0 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Entscheidend wird nun sein, ob Volkswagen mit neuen Modellen und einer stärkeren Positionierung im Elektroautomarkt seine Wettbewerbsfähigkeit insbesondere in China verbessern kann.
12.10.2026 - Tobias Dalacker - info@muenzkauf.de
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