Börse & Märkte – DAX und Wall Street unter Druck
Steigende Ölpreise, Zweifel am KI-Boom und hohe Anleiherenditen belasten die Aktienmärkte zum Wochenschluss.
Die internationalen Aktienmärkte stehen am Freitag, dem 23. Oktober 2026, erneut unter Verkaufsdruck. Der DAX verliert am Nachmittag zeitweise rund ein Prozent und fällt in Richtung 25.100 Punkte. Auch an der Wall Street beginnt der Handel mit Verlusten. Neben steigenden Energiepreisen sorgen vor allem die hohen Bewertungen amerikanischer Technologieunternehmen für Nervosität.
Der deutsche Leitindex notierte gegen 14:35 Uhr bei 25.113 Punkten, ein Rückgang von 1,02 Prozent. MDAX und TecDAX gaben ebenfalls nach. Die Entwicklung zeigt, dass sich die Unsicherheit längst nicht mehr auf einzelne Technologiewerte beschränkt.
DAX verliert an Schwung – Technologiewerte schwach

Besonders Technologie- und Telekommunikationswerte geraten unter Druck. Anleger hinterfragen zunehmend, ob die enormen Investitionen in künstliche Intelligenz kurzfristig ausreichende Gewinne ermöglichen. Die Enttäuschung über einzelne Quartalszahlen verstärkt die Verkaufsbereitschaft.
Auch die amerikanischen Börsen starten schwächer. Der Dow Jones verliert zur Eröffnung rund 0,3 Prozent, der S&P 500 ebenfalls rund 0,3 Prozent. Der technologielastige Nasdaq Composite gibt etwa 0,4 Prozent nach. Die zuvor starken Kurssteigerungen im Technologiesektor machen die Märkte anfällig für weitere Korrekturen.
Ölpreise verschärfen die Inflationssorgen
Zusätzlichen Druck erzeugt der Ölmarkt. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich im Tagesverlauf zeitweise auf rund 114 US-Dollar je Barrel. Hintergrund sind neue Spannungen im Nahen Osten und Sorgen über mögliche Störungen der Energieversorgung.
Hohe Energiepreise können Produktionskosten, Transport und Verbraucherpreise belasten. Damit wächst das Risiko, dass die Inflation länger erhöht bleibt und die Notenbanken ihre restriktive Zinspolitik fortsetzen müssen.
Gold und Silber profitieren nicht automatisch
Auch Edelmetalle stehen unter Druck. Gold wurde am Nachmittag zeitweise bei rund 4.039 US-Dollar je Feinunze gehandelt, Silber bei etwa 53,90 US-Dollar. Beide Metalle verzeichneten gegenüber ihren jeweiligen Vergleichswerten des Vortages deutliche Abschläge.
Die gleichzeitigen Verluste bei Aktien und Edelmetallen verdeutlichen, dass Gold nicht in jeder Marktphase unmittelbar als sicherer Hafen funktioniert. Ein starker US-Dollar, hohe Anleiherenditen und kurzfristiger Liquiditätsbedarf können auch den Goldpreis belasten. Silber reagiert zusätzlich empfindlich auf Veränderungen der industriellen Konjunkturerwartungen.
Ausblick – Zinsen und Unternehmensgewinne entscheiden
In der kommenden Woche richten sich die Blicke auf die Zinsentscheidungen der amerikanischen Federal Reserve und der Europäischen Zentralbank. Beide Notenbanken stehen vor der schwierigen Aufgabe, Inflationsrisiken zu begrenzen, ohne die wirtschaftliche Entwicklung übermäßig zu bremsen.
Für die Aktienmärkte bleibt entscheidend, ob die Unternehmensgewinne die hohen Bewertungen rechtfertigen. Solange Ölpreise und Anleiherenditen erhöht bleiben, dürfte die Nervosität an den internationalen Finanzmärkten anhalten. Eine nachhaltige Erholung benötigt vor allem überzeugende Geschäftszahlen und mehr Klarheit über den weiteren geldpolitischen Kurs.
23.10.2026 - Rina Teitscheid - edelmetalle-aktuell@muenzkauf.de
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