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Numismatischer Weltkongress 2027 in Frankfurt

Vom 12. bis 17. September 2027 wird Frankfurt zum internationalen Treffpunkt der Numismatik

 

Frankfurt am Main wird im September 2027 für sechs Tage zu einem der wichtigsten Treffpunkte der internationalen Münzforschung. Vom 12. bis 17. September findet dort der XVII. Internationale Numismatische Kongress statt. Gastgeber ist die Goethe-Universität Frankfurt, der Kongress wird unter der Schirmherrschaft des International Numismatic Council ausgerichtet. Wissenschaftler, Kuratoren, Historiker, Sammler und weitere Fachleute aus zahlreichen Ländern werden erwartet.

Anders als eine klassische Münzmesse oder Sammlerbörse steht beim International Numismatic Congress, kurz INC, die wissenschaftliche Beschäftigung mit Münzen, Geldgeschichte, Medaillen und verwandten Forschungsgebieten im Mittelpunkt. Für die Numismatik besitzt die Veranstaltung eine besondere Bedeutung, denn der internationale Kongress findet üblicherweise nur in mehrjährigen Abständen statt. Der vorherige Kongress wurde 2022 in Warschau veranstaltet.

 

Termin und Veranstaltungsort des INC 2027

 

Der XVII. Internationale Numismatische Kongress findet vom Sonntag, 12. September, bis Freitag, 17. September 2027 statt. Veranstaltungsort ist der Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Die wissenschaftlichen Sitzungen werden hauptsächlich im Hörsaalzentrum am Norbert-Wollheim-Platz 1 durchgeführt.

Internationaler Numismatischer Kongress 2027 auf dem Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt

Die Eröffnung ist für Sonntag, den 12. September vorgesehen. Anschließend folgen vier volle Kongresstage am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag. Für Mittwochvormittag ist ein halber Sitzungstag geplant. Der Mittwochnachmittag ist unter anderem für Exkursionen und Stadtführungen vorgesehen. Ergänzend sind Veranstaltungen vor und nach dem eigentlichen Kongress geplant.

Der Campus Westend liegt nur rund 1,5 Kilometer nördlich des Frankfurter Stadtzentrums und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Damit befindet sich der Kongress nicht in einem abgeschlossenen Messegelände, sondern unmittelbar in einem universitären Umfeld.

 

100 Jahre International Numismatic Council

 

Der Kongress 2027 fällt mit einem wichtigen Jubiläum zusammen. Das International Numismatic Council führt seine Anfänge auf das Jahr 1927 zurück. Entsprechend steht die Frankfurter Veranstaltung im Zeichen des hundertjährigen Bestehens. Das übergeordnete Kongressthema lautet „Transformations and Transitions“ – Transformationen und Übergänge.

Das Thema lässt bewusst einen großen wissenschaftlichen Rahmen zu. Veränderungen von Münzsystemen, Währungen und Geldformen können ebenso behandelt werden wie politische und gesellschaftliche Umbrüche, Veränderungen von Bildprogrammen oder der Übergang zwischen unterschiedlichen Formen des Geldgebrauchs. Auch moderne Forschungsmethoden und die zunehmende Digitalisierung numismatischer Sammlungen gehören zum heutigen Arbeitsfeld der Numismatik.

Informationen zum Kongress, zum Programm und zur späteren Anmeldung veröffentlicht die offizielle Internetseite des International Numismatic Congress 2027.

 

Vorträge, Poster und erstmals ein Numi-Slam

 

Ende September 2026 befindet sich der Kongress noch in der wissenschaftlichen Vorbereitungsphase. Der vorausgehende Call for Sessions ist abgeschlossen und die vorgesehenen Sessions wurden ausgewählt. Seit September 2026 können nun Beiträge für Vorträge, Poster und den erstmals vorgesehenen „Numi-Slam“ eingereicht werden.

Die Frist für diese Einreichungen endet nach dem derzeit veröffentlichten Zeitplan am 4. Dezember 2026. Wissenschaftliche Vorträge können in Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch oder Spanisch gehalten werden. Für reguläre Beiträge sind 30 Minuten vorgesehen, davon 25 Minuten Vortrag und fünf Minuten Diskussion.

Eine Besonderheit des Frankfurter Kongresses ist der Numi-Slam. Das Format orientiert sich am Science-Slam: Numismatische Forschung soll innerhalb von fünf Minuten verständlich und unterhaltsam vermittelt werden. Damit ergänzt ein vergleichsweise modernes Vermittlungsformat die traditionellen wissenschaftlichen Sitzungen.

Auch die Numismatische Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland informiert über den INC 2027 und den laufenden Call for Papers.

 

Warum Frankfurt für Numismatiker interessant ist

 

Frankfurt besitzt als Veranstaltungsort einen besonderen Bezug zu Geld und Währung. Die Stadt ist Sitz der Europäischen Zentralbank und der Deutschen Bundesbank und zählt seit Jahrhunderten zu den bedeutenden Handels- und Finanzplätzen Europas. Auch die lokale Münz- und Geldgeschichte reicht weit zurück.

Für einen internationalen numismatischen Kongress bietet Frankfurt deshalb einen ungewöhnlich passenden Rahmen. Historische Münzprägung, moderne Geldpolitik, Museen und wissenschaftliche Einrichtungen treffen hier räumlich eng aufeinander. Der Kongress richtet seinen Blick allerdings weit über Deutschland hinaus: Behandelt werden Münzen und Geldsysteme unterschiedlichster Epochen und Regionen.

 

Der Kongress ist keine klassische Münzbörse

 

Sammler sollten den INC 2027 nicht mit Veranstaltungen wie der World Money Fair oder einer großen Münzbörse verwechseln. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf Forschung, wissenschaftlichem Austausch und der Zusammenarbeit zwischen Universitäten, Museen, Münzkabinetten und numismatischen Institutionen.

Für ambitionierte Sammler kann die Veranstaltung dennoch ausgesprochen interessant sein. Numismatische Forschung bildet schließlich die Grundlage für die historische Einordnung vieler Münzen. Fragen nach Prägeorten, Münzherren, Metallzusammensetzungen, Fundzusammenhängen, Umlaufgebieten und zeitlicher Einordnung werden häufig durch wissenschaftliche Arbeiten beantwortet, deren Ergebnisse später auch in Kataloge und Sammlerliteratur einfließen.

Das International Numismatic Council beschreibt den Kongress entsprechend als internationale Gelegenheit für Forscher, Kuratoren, Fachleute und Sammler, miteinander in Kontakt zu treten und neue Projekte anzustoßen.

 

Eigene Kongressmedaille für Frankfurt 2027

 

Auch numismatisch im engeren Sinne hinterlässt der Kongress ein eigenes Objekt: Für den XVII. Internationalen Numismatischen Kongress wurde eine offizielle Kongressmedaille gestaltet. Entworfen wurde sie vom Medailleur Bodo Broschat.

Die Vorderseite verbindet den Veranstaltungsort mit Frankfurt. Dargestellt sind unter anderem das Hörsaalzentrum des Campus Westend und Elemente der Frankfurter Skyline. Hinzu kommen ein historischer Frankfurter Heller sowie die Kongressdaten. Die gegossene Kupfermedaille hat einen Durchmesser von 60 Millimetern.

Nach den derzeit veröffentlichten Angaben soll die Kongressmedaille mit Beginn der Teilnehmerregistrierung vorbestellt werden können. Der angekündigte Preis beträgt 70 Euro einschließlich Etui. Für Sammler von Kongress- und Ereignismedaillen dürfte sie damit zu den besonders interessanten numismatischen Begleiterscheinungen der Veranstaltung gehören.

 

Anmeldung beginnt im Januar 2027

 

Die allgemeine Registrierung für Teilnehmer soll im Januar 2027 beginnen. Nach dem aktuell veröffentlichten Gebührenmodell beträgt die Early-Bird-Gebühr für Mitglieder des International Numismatic Council und Studenten jeweils 200 Euro. Für Nichtmitglieder sind zunächst 350 Euro vorgesehen. Die regulären Gebühren liegen später bei 300 beziehungsweise 500 Euro. Begleitpersonen werden mit 100 Euro angegeben.

Da bis September 2027 noch Änderungen bei organisatorischen Einzelheiten möglich sind, sollten Interessierte insbesondere Anmeldefristen, endgültiges Programm, Unterkünfte und Exkursionen unmittelbar vor einer Buchung auf der offiziellen Kongressseite kontrollieren.

 

Frankfurt wird 2027 zum Zentrum der Münzforschung

 

Für die deutsche Numismatik ist der XVII. Internationale Numismatische Kongress ein außergewöhnlicher Termin. Ein Treffen dieser Größenordnung kommt nur selten nach Deutschland. Zu den früheren Austragungsorten gehörten unter anderem Paris, Rom, London, New York, Bern, Madrid, Glasgow, Taormina, Berlin und zuletzt Warschau.

Vom 12. bis 17. September 2027 bietet sich in Frankfurt damit die seltene Gelegenheit, internationale Münzforschung an einem Ort zu erleben. Während Münzbörsen vor allem Handel und Sammeln zusammenführen, zeigt der INC eine andere Seite der Numismatik: die wissenschaftliche Erforschung von Münzen als historische Quellen. Gerade diese Verbindung von Geschichte, Archäologie, Wirtschaft, Kunst und Geld macht den Frankfurter Kongress bereits jetzt zu einem der wichtigsten numismatischen Termine des Jahres 2027.

 

30.09.2026 - Tobias Dalacker - info@muenzkauf.de

 

 

 






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