Wohnungsmieten steigen wieder schneller
Hamburg verzeichnet den stärksten Mietanstieg unter Deutschlands größten Städten. Neue Zahlen zeigen, wie stark sich der Wohnungsmarkt 2026 verteuert.
Die Mietpreise in Deutschland ziehen wieder deutlich an. Nach einer vorübergehenden Abschwächung hat sich der Preisanstieg im dritten Quartal 2026 erneut beschleunigt. Besonders betroffen ist Hamburg: In der Hansestadt verteuerten sich neu angebotene Mietwohnungen innerhalb eines Jahres um 6,7 Prozent. Das geht aus dem aktuellen GREIX-Mietpreisindex des Kiel Instituts für Weltwirtschaft hervor, der am 15. Oktober 2026 veröffentlicht wurde.
Deutschlandweit stiegen die Angebotsmieten zwischen Juli und September um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum beträgt der Anstieg 3,7 Prozent. Damit erreicht die vierteljährliche Mietpreissteigerung den höchsten Wert seit Anfang 2025. Inflationsbereinigt verteuerten sich die Mieten innerhalb eines Jahres um 0,7 Prozent.
Hamburg führt beim Mietanstieg – München bleibt am teuersten

Unter den acht größten deutschen Städten verzeichnet Hamburg mit 6,7 Prozent den stärksten Mietanstieg gegenüber dem dritten Quartal 2025. Düsseldorf und Köln folgen mit jeweils 5,4 Prozent. Auch München verzeichnet mit 4,8 Prozent einen deutlichen Zuwachs.
Bei den absoluten Mietpreisen bleibt München allerdings mit großem Abstand Spitzenreiter. Dort beträgt die durchschnittliche Angebotskaltmiete inzwischen 23,70 Euro je Quadratmeter. Frankfurt am Main folgt mit 17,90 Euro, Hamburg mit 16,50 Euro und Stuttgart mit 16,40 Euro.
Für eine Wohnung mit 80 Quadratmetern ergeben sich bei einer durchschnittlichen Angebotsmiete von 16,50 Euro in Hamburg rechnerisch bereits 1.320 Euro monatliche Kaltmiete. Hinzu kommen Betriebs- und Heizkosten.
Bestandswohnungen verteuern sich besonders stark
Bemerkenswert ist, dass die Mietsteigerungen derzeit vor allem von Bestandswohnungen ausgehen. Nach Angaben des Kiel Instituts steigen deren Angebotsmieten deutlich schneller als die von Neubauwohnungen.
Gerade für Haushalte mit mittleren oder niedrigen Einkommen verschärft sich dadurch die Situation. Wer eine neue Wohnung benötigt, muss häufig einen immer größeren Anteil seines verfügbaren Einkommens für die Miete aufbringen.
Auch zwischen den Großstädten zeigen sich erhebliche Unterschiede. Während die Angebotsmieten in Berlin im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 2,1 Prozent stiegen, betrug der Zuwachs in Düsseldorf 2,0 Prozent. In Köln blieben die Mieten im gleichen Zeitraum dagegen unverändert.
Hohe Baukosten und Zinsen erschweren die Entspannung
Eine nachhaltige Entspannung auf dem Wohnungsmarkt ist weiterhin nicht absehbar. Hohe Bau- und Finanzierungskosten erschweren die wirtschaftliche Umsetzung neuer Wohnprojekte. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach bezahlbaren Mietwohnungen in zahlreichen Ballungsräumen hoch.
Steigende Bauzinsen können die Situation zusätzlich verschärfen: Einerseits verteuern sie die Finanzierung neuer Wohnungen, andererseits erschweren sie privaten Haushalten den Erwerb von Wohneigentum. Dadurch bleiben mehr Menschen auf den Mietwohnungsmarkt angewiesen.
Für die deutsche Wirtschaft hat diese Entwicklung weitreichende Folgen. Steigende Wohnkosten schränken den finanziellen Spielraum der Verbraucher ein. Gleichzeitig können hohe Mieten die Suche nach Fachkräften erschweren, wenn Beschäftigte in wirtschaftsstarken Regionen kaum noch bezahlbaren Wohnraum finden.
Keine schnelle Entlastung für Wohnungssuchende
Der aktuelle Mietpreisindex zeigt, dass der deutsche Wohnungsmarkt auch im Herbst 2026 unter erheblichem Preisdruck steht. Besonders in den großen Städten bleibt bezahlbarer Wohnraum knapp.
Für eine nachhaltige Entspannung dürften vor allem zusätzliche Wohnungen, schnellere Genehmigungsverfahren und wirtschaftlich tragfähige Neubauprojekte entscheidend sein. Ob die Mietpreisdynamik in den kommenden Quartalen nachlässt, hängt wesentlich davon ab, wie sich Wohnungsangebot, Nachfrage und Finanzierungskosten entwickeln.
Die vollständigen Daten veröffentlicht das Kiel Institut für Weltwirtschaft im GREIX-Mietpreisindex. Die Untersuchung berücksichtigt Angebotsmieten aus 37 deutschen Städten und Regionen. Sie bildet damit insbesondere die Entwicklung bei neu inserierten Wohnungen ab und ist nicht mit der Mietentwicklung sämtlicher bestehender Mietverhältnisse gleichzusetzen.
15.10.2026 - Tobias Dalacker - info@muenzkauf.de
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