KI-Boom lässt Goldbedarf der Industrie steigen
Neue Zahlen zeigen: Während die Schmucknachfrage nach Gold sinkt, benötigen Chipindustrie und Rechenzentren mehr Edelmetall.
Gold wird für die Technologiebranche zunehmend wichtiger. Nach dem am 3. November 2026 veröffentlichten Bericht des World Gold Council stieg der weltweite Goldverbrauch in der Elektronikindustrie im dritten Quartal um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders die Investitionen in künstliche Intelligenz, leistungsfähige Halbleiter und Rechenzentren treiben diese Entwicklung an.
Bemerkenswert ist der Gegensatz zur Schmuckwirtschaft: Während Verbraucher wegen der hohen Goldpreise weniger Schmuck kaufen, wächst der Bedarf in Teilen der Hightech-Industrie.
Elektronikindustrie verbraucht 72,5 Tonnen Gold

Nach Angaben des World Gold Council wurden zwischen Juli und September weltweit rund 72,5 Tonnen Gold in der Elektronik verarbeitet. Ein Jahr zuvor waren es 68,9 Tonnen. Der gesamte Goldbedarf des Technologiesektors einschließlich weiterer industrieller Anwendungen und Zahnmedizin erreichte rund 84,8 Tonnen, ein Anstieg um drei Prozent.
Hinter dem Wachstum stehen insbesondere die Fertigung leistungsfähiger Speicherchips, moderne Halbleiterverbindungen und elektronische Komponenten für KI-Rechenzentren.
Gold besitzt eine hohe elektrische Leitfähigkeit, ist sehr korrosionsbeständig und ermöglicht zuverlässige Kontaktverbindungen. Deshalb bleibt das Edelmetall bei anspruchsvollen elektronischen Bauteilen wichtig, obwohl es erheblich teurer ist als beispielsweise Kupfer.
Die aktuellen Zahlen und die Entwicklung einzelner Industriesegmente dokumentiert der Technologiebericht des World Gold Council.
Hohe Goldpreise beschleunigen den Materialwechsel
Der steigende Goldbedarf bedeutet allerdings nicht, dass die Industrie unbegrenzt mehr Edelmetall einsetzen wird. Hersteller versuchen zunehmend, Goldbeschichtungen dünner auszuführen oder bestimmte Verbindungen durch günstigere Materialien zu ersetzen.
Besonders in der Unterhaltungselektronik wächst der Kostendruck. Bei Hochleistungschips und sicherheitskritischen Anwendungen können die technischen Vorteile von Gold dagegen weiterhin entscheidend sein.
Welche Bedeutung Gold, Silber, Platin und Palladium für die deutsche Produktion haben, erläutert auch der Beitrag Deutschlands Industrie braucht Edelmetalle.
Goldmarkt entwickelt sich zunehmend unterschiedlich
Die neuen Daten verdeutlichen eine Verschiebung innerhalb der Goldnachfrage. Während der weltweite Schmuckverbrauch im dritten Quartal um 17 Prozent auf rund 313 Tonnen zurückging, erhöhte sich die Nachfrage aus der Elektronikindustrie.
Mit 72,5 Tonnen bleibt der Elektroniksektor allerdings erheblich kleiner als der Schmuck- oder Investmentmarkt. Der KI-Boom allein kann deshalb keine dauerhafte Goldpreissteigerung erklären.
Für die Wirtschaft ist die Entwicklung dennoch bedeutsam: Gold ist nicht nur Wertaufbewahrungsmittel und Schmuckrohstoff, sondern auch Bestandteil einer wachsenden technologischen Infrastruktur. Wie stark dieser Markt künftig expandiert, hängt neben den KI-Investitionen zunehmend davon ab, wie effizient Hersteller das teure Edelmetall einsetzen können.
04.11.2026 - Rina Teitscheid - edelmetalle-aktuell@muenzkauf.de
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Quelle: https://blog.muenzkauf.de/KI-Boom-treibt-Goldbedarf-der-Elektronikindustrie-2026-04112026