Silberpreis: Rückblick auf die letzte Handelswoche
Renditen, Dollar und Nahostkonflikt drückten Silber trotz kurzer Erholung – die Woche endete rund 3 Prozent tiefer
Der Silberpreis hat die Handelswoche vom 21. bis 25. September 2026 schwächer beendet. Ausgehend von rund 66,13 US-Dollar je Feinunze am vorherigen Freitag fiel der Spotpreis bis zum Ende des 25. September auf etwa 64,17 US-Dollar. Damit verlor Silber auf Wochenbasis knapp 3 Prozent.
Die Entwicklung verlief allerdings keineswegs geradlinig. Nach einem schwächeren Wochenauftakt erholte sich Silber am Dienstag zeitweise bis in den Bereich von rund 67 US-Dollar. Ab Mittwoch setzte dann deutlicher Verkaufsdruck ein.
US-Zinsen werden zum wichtigsten Belastungsfaktor

Der wichtigste Marktfaktor war erneut die amerikanische Geldpolitik. Die US-Notenbank hatte am 16. September ihren Leitzinskorridor um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Die Entscheidung ist im offiziellen FOMC-Beschluss der Federal Reserve dokumentiert.
In der vergangenen Woche verstärkten robuste US-Konjunkturdaten die Erwartung, dass weitere Zinsschritte folgen könnten. Besonders der überraschend starke Einkaufsmanagerindex am Mittwoch trieb die Renditen amerikanischer Staatsanleihen nach oben. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries stieg zeitweise über 5,1 Prozent und erreichte später im Wochenverlauf den Bereich von 5,2 Prozent.
Für Silber ist ein solches Umfeld grundsätzlich schwierig: Höhere Anleiherenditen erhöhen die Opportunitätskosten eines Edelmetalls, das selbst keine laufenden Zinsen abwirft. Gleichzeitig sorgte ein festerer US-Dollar für zusätzlichen Gegenwind. Am Mittwoch verlor Silber entsprechend deutlich und fiel von knapp 67 auf rund 64,33 US-Dollar je Feinunze.
Nahostkonflikt wirkte in beide Richtungen
Geopolitisch blieb vor allem der Konflikt zwischen den USA und Iran sowie die Lage an der Straße von Hormus relevant. Zu Wochenbeginn sanken die Ölpreise, nachdem Hoffnungen auf diplomatische Fortschritte und eine teilweise Normalisierung der Schifffahrt aufgekommen waren. Dadurch nahm ein Teil des zuvor eingepreisten geopolitischen Risikoaufschlags wieder ab.
Im weiteren Wochenverlauf zeigte sich jedoch, dass eine Lösung weiterhin unsicher ist. Iran signalisierte zwar Gesprächsbereitschaft und stellte eine mögliche Wiederöffnung der Straße von Hormus in Aussicht, knüpfte dies aber an Bedingungen. Reuters berichtete über die iranischen Bedingungen für eine Wiederöffnung der wichtigen Ölroute.
Die Folge war ein Wechselspiel: Steigende Ölpreise erhöhten die Inflationssorgen und damit den Druck auf die Anleihemärkte, während geopolitische Risiken gleichzeitig grundsätzlich eine Nachfrage nach sicheren Anlagen unterstützen können. Für Silber überwog in dieser Woche jedoch der negative Effekt steigender Renditen und des stärkeren Dollars.
Freitag bringt nur eine teilweise Erholung
Am Donnerstag fiel Silber zeitweise bis in den Bereich von 63,67 US-Dollar. Am Freitag folgte eine moderate Gegenbewegung auf rund 64,17 US-Dollar je Feinunze. Damit konnte ein Teil der Verluste aufgeholt werden, nicht jedoch der Wochenrückgang.
Die vergangene Handelswoche zeigte damit erneut die Doppelrolle von Silber: Das Metall reagiert einerseits wie Gold auf Dollar, Zinsen und geopolitische Risiken, andererseits spielen Konjunkturerwartungen wegen der hohen industriellen Verwendung eine zusätzliche Rolle. Kurzfristig dominierten diesmal eindeutig die steigenden US-Renditen und die Erwartung einer weiterhin straffen Geldpolitik.
Die genannten Preise dienen ausschließlich der Markteinordnung. Je nach Handelsplatz, Zeitpunkt und Preisstellung können Silbernotierungen geringfügig voneinander abweichen. Der Beitrag stellt keine Prognose und keine Anlageberatung dar.
28.09.2026 - Tobias Dalacker - info@muenzkauf.de
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