Diese Termine bewegen Gold und Silber in der neuen Woche
US-Inflation, Konjunkturdaten aus China und Europa sowie ein amerikanischer Feiertag: Der Börsenkalender vom 9. bis 15. November 2026.
Inhaltsverzeichnis
Für Gold, Silber, Platin und Palladium beginnt am Montag, dem 9. November 2026, eine Handelswoche mit mehreren wichtigen Konjunkturveröffentlichungen. Im Mittelpunkt stehen die amerikanischen Verbraucherpreise am Dienstag und die US-Erzeugerpreise am Freitag. Beide Daten können die Erwartungen an die weitere Geldpolitik der Federal Reserve verändern und damit unmittelbare Auswirkungen auf den Dollar, die und den internationalen Edelmetallhandel haben.
Weitere Impulse werden aus China und Europa erwartet. Bereits am Montag veröffentlicht China neue Inflationsdaten. Am Donnerstag folgen britische Wachstumszahlen, bevor Eurostat am Freitag weitere Angaben zum Wirtschaftswachstum und zur Beschäftigung im Euroraum vorlegt. Eine Besonderheit ist der amerikanische Feiertag Veterans Day am Mittwoch, der insbesondere den US-Anleihehandel beeinflusst.
Die folgende Übersicht konzentriert sich auf die für Edelmetalle besonders relevanten Termine. Alle Uhrzeiten sind in mitteleuropäischer Zeit (MEZ) angegeben.
Die wichtigsten Edelmetall-Termine im Wochenüberblick
Termine nach den Veröffentlichungskalendern der zuständigen Statistikbehörden und ergänzenden Wirtschaftskalendern, Stand 8. November 2026. Änderungen sind möglich. US-Veröffentlichungen um 8:30 Uhr New Yorker Zeit entsprechen im angegebenen Zeitraum 14:30 Uhr MEZ.
Dienstag – US-Inflation als entscheidender Markttest

Die Veröffentlichung des amerikanischen Verbraucherpreisindex am Dienstag dürfte zu den wichtigsten Ereignissen der Handelswoche gehören. Das Bureau of Labor Statistics gibt um 14:30 Uhr deutscher Zeit die Inflationsdaten für Oktober bekannt. Neben der Gesamtinflation steht insbesondere die Kernrate im Mittelpunkt, bei der die besonders schwankungsanfälligen Komponenten Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden.
Für Gold ist entscheidend, wie stark die veröffentlichten Werte von den Markterwartungen abweichen. Eine unerwartet hohe Inflation könnte die Erwartung verstärken, dass die Federal Reserve ihre Geldpolitik länger restriktiv hält oder weiter strafft.
Steigende Anleiherenditen und ein stärkerer Dollar könnten dann den Goldpreis belasten. Allerdings ist auch eine andere Reaktion denkbar, wenn die Marktteilnehmer vor allem steigende Inflationsrisiken und sinkende reale Renditen erwarten.
Fallen die Verbraucherpreise dagegen schwächer aus als erwartet, könnten die Erwartungen an einen weniger restriktiven Zinskurs zunehmen. Für unverzinsliches Gold wäre dies unter sonst gleichen Bedingungen ein unterstützender Faktor.
Die bestätigten Veröffentlichungsdaten für den 10. und 13. November sind im offiziellen November-Kalender des US-Arbeitsministeriums aufgeführt.
Montag – Chinas Inflationsdaten als Signal für die Industrie
Der erste wichtige Termin steht bereits in der Nacht zum Montag an. Das chinesische Statistikamt veröffentlicht um 9:30 Uhr Ortszeit in Peking, entsprechend 2:30 Uhr MEZ, die Verbraucher- und industriellen Erzeugerpreise für Oktober.
China gehört zu den größten Absatzmärkten für zahlreiche Rohstoffe und Edelmetalle. Entsprechend aufmerksam verfolgen Marktteilnehmer die Entwicklung der dortigen Preise.
Eine schwache Entwicklung der industriellen Erzeugerpreise könnte auf anhaltenden Preisdruck in der Industrie hinweisen. Umgekehrt könnten steigende Preise auf Veränderungen bei Nachfrage, Produktionskosten oder Lieferbedingungen schließen lassen.
Für Silber, Platin und Palladium ist das besonders relevant, weil diese Edelmetalle neben ihrer Funktion als Anlage- beziehungsweise Handelsmetalle auch in industriellen Anwendungen eingesetzt werden.
Bei Gold ist die Wirkung weniger eindeutig. Schwächere Wirtschaftsdaten können einerseits die Schmucknachfrage beeinträchtigen, andererseits aber auch die Nachfrage nach sicheren Vermögenswerten beeinflussen.
Mittwoch – US-Feiertag und deutsche Inflationsdaten
Am Mittwoch, dem 11. November, werden in Deutschland die endgültigen Verbraucherpreisdaten für Oktober veröffentlicht. Die Zahlen können weitere Einzelheiten zur Entwicklung der Energie-, Waren- und Dienstleistungspreise enthalten.
Für den Euro und den Goldpreis in europäischer Währung sind besonders mögliche Abweichungen von den bereits bekannten vorläufigen Ergebnissen relevant. Die der Europäischen Zentralbank richtet sich allerdings nach der Inflationsentwicklung im gesamten Euroraum und nicht ausschließlich nach deutschen Daten.
Gleichzeitig begehen die Vereinigten Staaten den Veterans Day. Die Securities Industry and Financial Markets Association hat für diesen Tag eine vollständige Schließung des Handels mit US-Dollar-Anleihen empfohlen.
Das bedeutet nicht, dass sämtliche amerikanischen Aktien- und Edelmetallmärkte geschlossen bleiben. Es kann jedoch zu veränderten Handelsbedingungen in Teilen des Finanzsystems kommen. Wer physisches Gold oder Silber handelt, sollte daher nicht automatisch von einer vollständigen Unterbrechung aller internationalen Preisnotierungen ausgehen.
Donnerstag – Wachstum in Großbritannien und US-Arbeitsmarkt
Am Donnerstag veröffentlicht das britische Statistikamt ONS um 8:00 Uhr MEZ eine erste Schätzung des Bruttoinlandsprodukts für das dritte Quartal 2026. Gleichzeitig werden Angaben zur wirtschaftlichen Entwicklung im September erwartet.
Die Ergebnisse könnten Hinweise liefern, ob die britische Wirtschaft an Dynamik gewinnt oder verliert. Veränderungen bei Wachstumserwartungen und geldpolitischen Einschätzungen können das britische Pfund und die dortigen Anleihemärkte beeinflussen.
Für den internationalen Edelmetallmarkt besitzt jedoch der amerikanische Arbeitsmarkttermin um 14:30 Uhr die unmittelbarere Relevanz. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe geben Hinweise auf mögliche Veränderungen bei der Beschäftigung.
Ein einzelner Wochenwert sollte nicht überbewertet werden. Erst im Zusammenhang mit anderen Daten lässt sich einschätzen, ob der Arbeitsmarkt tatsächlich an Stärke verliert oder stabil bleibt.
Freitag – US-Erzeugerpreise und Wachstumsdaten der Eurozone
Zum Wochenschluss stehen gleich zwei besonders interessante Veröffentlichungen an.
Um 11:00 Uhr MEZ veröffentlicht Eurostat die zweite Schnellschätzung des Bruttoinlandsprodukts für das dritte Quartal sowie vorläufige Beschäftigungsdaten für die Europäische Union und den Euroraum. Die Ergebnisse können Einfluss auf die Einschätzung der europäischen Konjunktur und die Erwartungen an die EZB haben.
Auch die des Euroraums für September soll zu diesem Zeitpunkt veröffentlicht werden. Sie liefert zusätzliche Informationen zu den internationalen Warenströmen und der wirtschaftlichen Entwicklung.
Der Veröffentlichungskalender von Eurostat dokumentiert die geplanten europäischen Konjunkturdaten.
Um 14:30 Uhr MEZ folgt mit den amerikanischen Erzeugerpreisen für Oktober ein weiterer zentraler US-Inflationsindikator. Dieser misst die Preisentwicklung auf Produzentenebene und kann Hinweise auf Kostenveränderungen geben, die später teilweise an Verbraucher weitergegeben werden könnten.
Insbesondere in Verbindung mit den Verbraucherpreisdaten vom Dienstag könnten die Erzeugerpreise die Zinserwartungen erneut verändern.
Für Gold und Silber bedeutet dies, dass auch am letzten Handelstag der Woche größere Schwankungen möglich sind. Eine bestimmte Kursrichtung lässt sich aus dem Veröffentlichungstermin allein allerdings nicht vorhersagen.
Welche Edelmetalle reagieren auf welche Daten?
Obwohl Gold, Silber, Platin und Palladium häufig gemeinsam betrachtet werden, unterscheiden sich ihre wichtigsten Nachfragefaktoren.
Gold: Besonders relevant sind die Entwicklung des US-Dollars, reale Anleiherenditen, Notenbankpolitik sowie geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheit. Die US-Verbraucher- und Erzeugerpreise besitzen deshalb eine hohe Bedeutung.
Silber: Neben Zinsen und Währungen spielen industrielle Nachfrage und Konjunkturerwartungen eine wichtige Rolle. Die Daten aus China und Europa könnten deshalb zusätzliche Impulse liefern.
Platin: Die Nachfrage aus der Automobilindustrie, chemischen Anwendungen und weiteren industriellen Bereichen macht das Metall konjunkturabhängig. Produktions- und Wachstumsdaten können die Erwartungen beeinflussen.
Palladium: Besonders wichtig bleiben die Perspektiven der Automobilindustrie sowie die Angebotsentwicklung in bedeutenden Förderregionen. Allgemeine Inflationsdaten wirken eher indirekt über Währungen, Zinsen und Konjunkturerwartungen.
Der aktuelle Wochenkalender knüpft an den Beitrag Gold und Silber vor einer entscheidenden Börsenwoche für den Zeitraum vom 2. bis 8. November an.
Was Anleger und Edelmetallhändler beachten sollten
Die Veröffentlichung wichtiger Wirtschaftsdaten kann innerhalb weniger Minuten zu deutlichen Bewegungen an den internationalen Märkten führen. Dabei ist nicht allein die absolute Höhe einer Kennzahl entscheidend, sondern vor allem die Abweichung gegenüber den zuvor eingepreisten Erwartungen.
Hinzu kommt die Wechselkursentwicklung. Der internationale Goldpreis wird überwiegend in US-Dollar je Feinunze angegeben. Für Käufer und Verkäufer im Euroraum kann sich der entsprechende Europreis deshalb anders entwickeln als die Dollar-Notierung.
Auch die Preise physischer Münzen und Barren folgen den internationalen Spotpreisen nicht immer vollständig und unmittelbar. Verfügbarkeit, Händleraufschläge, und gegebenenfalls Steuern beeinflussen den tatsächlich gezahlten Preis.
Für die Woche vom 9. bis 15. November sollten besonders drei Zeitpunkte im Blick behalten werden: Dienstag und Freitag jeweils um 14:30 Uhr MEZ sowie Freitag um 11:00 Uhr. Hinzu kommen mögliche Reaktionen auf unerwartete politische oder geopolitische Entwicklungen, die nicht im Voraus kalendarisch erfasst werden können.
Fazit – die US-Inflation bestimmt den Wochenkalender
Die neue Edelmetallwoche wird voraussichtlich stark von den amerikanischen Inflationsdaten geprägt. Die Verbraucherpreise am Dienstag und die Erzeugerpreise am Freitag liefern wichtige Informationen für die weitere Einschätzung der US-Geldpolitik.
Chinas Konjunktursignale und die europäischen Wachstumsdaten ergänzen das Bild. Für Silber und die Platinmetalle sind dabei insbesondere die Aussichten der industriellen Nachfrage interessant.
Der US-Feiertag am Mittwoch könnte zudem für abweichende Liquiditätsbedingungen sorgen. Marktteilnehmer sollten die jeweiligen Handelszeiten und die möglichen Folgen überraschender Daten berücksichtigen.
Ob Gold und Silber die Woche mit Gewinnen oder Verlusten beenden, bleibt offen. Die geplanten Veröffentlichungen zeigen jedoch, wann neue Informationen auf den Markt treffen und erhöhte Aufmerksamkeit angebracht sein könnte.
Redaktionsstand: 8. November 2026. Alle Termine beziehen sich auf den Zeitraum vom 9. bis 15. November 2026. Uhrzeiten in MEZ. Terminänderungen und kurzfristige Zusatzveröffentlichungen sind möglich. Die genannten Auswirkungen auf Edelmetallpreise beschreiben wirtschaftliche Zusammenhänge, keine sicheren Kursprognosen. Keine Anlageberatung.
08.11.2026 - Rina Teitscheid - edelmetalle-aktuell@muenzkauf.de
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Quelle: https://blog.muenzkauf.de/Edelmetall-Termine-9-15-November-2026--Wochenkalender-08112026