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US-Neuverschuldung auf Fünfjahreshoch

Fast zwei Billionen Dollar Haushaltsdefizit: Hohe Zinskosten, steigende Staatsausgaben und milliardenschwere Zoll-Rückzahlungen belasten die US-Finanzen.

Von Tobias Dalacker

Die Vereinigten Staaten haben im Haushaltsjahr 2026 ein Defizit von rund 1,99 Billionen US-Dollar verzeichnet. Das entspricht einem Anstieg um etwa zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr und markiert die höchste Neuverschuldung seit 2021. Die am Freitag veröffentlichten Zahlen des US-Finanzministeriums zeigen, dass die Regierung unter Präsident Donald Trump trotz angekündigter Einsparungen weiterhin erheblich mehr Geld ausgibt, als sie einnimmt.

Während die Staatseinnahmen um drei Prozent auf 5,4 Billionen Dollar stiegen, erhöhten sich die Ausgaben um sechs Prozent auf 7,4 Billionen Dollar. Damit wächst der finanzielle Druck auf Washington weiter.

 

Zoll-Rückzahlungen belasten den Staatshaushalt

 

US-Dollar-Banknoten und amerikanische Staatsanleihen als Symbol für die steigende Neuverschuldung der Vereinigten Staaten

Ein wesentlicher Faktor für das gestiegene Defizit waren Rückzahlungen zuvor erhobener Importzölle. Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA im Februar einen erheblichen Teil der von Trump eingeführten Zölle für unzulässig erklärt hatte, musste die Regierung im Haushaltsjahr insgesamt rund 145 Milliarden Dollar zurückerstatten.

Die Netto-Zolleinnahmen gingen dadurch um elf Prozent auf etwa 173 Milliarden Dollar zurück. Damit blieb eine Einnahmequelle deutlich hinter dem Vorjahresniveau zurück, die ursprünglich zur Stärkung des Staatshaushalts beitragen sollte.

Allerdings erklären die Zoll-Rückzahlungen nur einen Teil der zusätzlichen Verschuldung. Auch Sozialleistungen, Gesundheitsprogramme und Verteidigungsausgaben erhöhten die finanzielle Belastung.

 

Zinskosten erreichen einen neuen Rekord

 

Besonders auffällig ist der starke Anstieg der Ausgaben für den Schuldendienst. Die entsprechenden Zahlungen erhöhten sich um zwölf Prozent beziehungsweise 144 Milliarden Dollar auf insgesamt 1,36 Billionen Dollar.

Damit gehören die Finanzierungskosten inzwischen zu den größten Ausgabenpositionen des US-Bundeshaushalts. Die gesamte Staatsverschuldung hatte bereits im August die Marke von 40 Billionen Dollar überschritten.

Auch die Verteidigungsausgaben stiegen deutlich. Sie erhöhten sich um sechs Prozent auf rund 917 Milliarden Dollar. Hinzu kommen wachsende Ausgaben für Renten- und Gesundheitsprogramme.

 

Welche Folgen drohen für die Finanzmärkte?

 

Das amerikanische Haushaltsdefizit entspricht nach vorläufigen Berechnungen etwa 6,2 Prozent der Wirtschaftsleistung. Im vorherigen Haushaltsjahr waren es 5,8 Prozent gewesen.

Für die internationalen Finanzmärkte ist diese Entwicklung von Bedeutung. Muss Washington dauerhaft große Mengen neuer Staatsanleihen ausgeben, kann dies den Druck auf die Anleiherenditen erhöhen. Steigende Finanzierungskosten könnten wiederum Unternehmen, Immobilienmärkte und Verbraucher belasten.

Auch für Gold und andere Edelmetalle ist die Entwicklung relevant. Wachsende Staatsschulden und Unsicherheit über die langfristige Finanzpolitik können die Nachfrage nach sicheren Wertaufbewahrungsmitteln unterstützen. Gleichzeitig können hohe Anleiherenditen und ein starker US-Dollar den Goldpreis belasten.

Entscheidend bleibt deshalb, wie sich Inflation, Zinspolitik der US-Notenbank und das Vertrauen der Investoren in amerikanische Staatsanleihen entwickeln.

Die neuen Haushaltszahlen verdeutlichen jedenfalls, dass die Konsolidierung der US-Staatsfinanzen eine schwierige Aufgabe bleibt. Trotz Rekordeinnahmen wächst das Defizit weiter, während allein die Zinszahlungen einen immer größeren Anteil der verfügbaren Mittel beanspruchen.

Weitere Angaben zur Entwicklung des US-Haushalts veröffentlicht das US-Finanzministerium. Eine unabhängige Einordnung der Defizitentwicklung bietet das Bipartisan Policy Center.

 

17.10.2026 - Tobias Dalacker - info@muenzkauf.de

 

 

 






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