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China-Krise drückt BMW-Absatz deutlich

BMW verkauft im dritten Quartal 2026 weltweit 6,3 Prozent weniger Autos. Ein Absatzeinbruch in China überschattet die Zuwächse in Europa und den USA.

 

Der Münchner Automobilhersteller BMW bekommt die zunehmenden Schwierigkeiten auf dem chinesischen Automarkt deutlich zu spüren. Wie der Konzern am Dienstag, 13. Oktober 2026, mitteilte, gingen die weltweiten Fahrzeugauslieferungen im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,3 Prozent auf 551.072 Automobile zurück. Ausschlaggebend war vor allem das schwache China-Geschäft, während BMW in Europa und den Vereinigten Staaten mehr Fahrzeuge verkaufen konnte.

 

China-Absatz bricht um fast 25 Prozent ein

 

Besonders deutlich fiel der Rückgang auf dem chinesischen Markt aus. Zwischen Juli und September lieferte die BMW Group dort nur noch 114.355 Fahrzeuge aus. Das entspricht einem Minus von 24,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Der Wettbewerb in China hat sich erheblich verschärft. Heimische Hersteller gewinnen mit modernen Elektrofahrzeugen, wettbewerbsfähigen Preisen und kurzen Entwicklungszyklen zunehmend Marktanteile. Internationale Premiumhersteller stehen dadurch unter wachsendem Anpassungsdruck.

Für BMW ist diese Entwicklung besonders relevant, da China seit Jahren zu den wichtigsten Absatzmärkten des Konzerns gehört. Sinkende Verkaufszahlen und ein intensiver Preiswettbewerb können sich nicht nur auf den Umsatz, sondern auch auf die Profitabilität auswirken.

 

Europa und USA entwickeln sich deutlich besser

 

BMW-Fahrzeuge als Symbol für den Absatzrückgang des Münchner Automobilherstellers durch das schwache China-Geschäft im dritten Quartal 2026

Außerhalb Chinas zeigt sich ein anderes Bild. In Europa steigerte BMW seine Auslieferungen im dritten Quartal um 2,7 Prozent auf 235.628 Fahrzeuge. In den USA legte der Absatz um 2,5 Prozent auf 106.741 Fahrzeuge zu.

Besonders erfreulich entwickelte sich das Geschäft mit vollelektrischen Fahrzeugen. Weltweit lieferte der Konzern 110.257 reine Elektroautos aus, ein Plus von 7,2 Prozent. In Europa stiegen die Auslieferungen dieser Fahrzeuge sogar um 37,5 Prozent auf 81.941 Einheiten.

Der neue BMW iX3 aus der sogenannten Neuen Klasse spielt bei der Elektrifizierungsstrategie eine wichtige Rolle. BMW-Vertriebsvorstand Jochen Goller verwies auf starke Auftragseingänge und positive Impulse durch neue Modelle.

 

Auch die Neunmonatsbilanz fällt negativ aus

 

In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 lieferte die BMW Group weltweit insgesamt 1.707.799 Automobile aus. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet dies einen Rückgang von 4,9 Prozent.

Die Kernmarke BMW verzeichnete in diesem Zeitraum ein Minus von 6,4 Prozent auf 1.483.960 Fahrzeuge. Dagegen konnte die Marke MINI ihre Auslieferungen um 6,8 Prozent auf 220.247 Fahrzeuge steigern.

In China sank der Absatz der Marken BMW und MINI in den ersten neun Monaten insgesamt um 21,8 Prozent. Die positive Entwicklung in Europa und Nordamerika konnte diese Verluste nicht vollständig ausgleichen.

 

Deutsche Autoindustrie unter wachsendem Druck

 

Die Schwierigkeiten von BMW sind Teil einer umfassenderen Entwicklung. Auch Volkswagen, Mercedes-Benz und Porsche kämpfen auf dem chinesischen Markt mit rückläufigen Auslieferungen und wachsender Konkurrenz einheimischer Hersteller.

Für die deutsche Automobilindustrie steht dabei mehr auf dem Spiel als der kurzfristige Absatz einzelner Modelle. China ist zugleich wichtiger Produktionsstandort, Absatzmarkt und technologischer Wettbewerber. Veränderungen der Nachfrage können deshalb Auswirkungen auf Investitionen, Zulieferer und langfristige Standortentscheidungen haben.

BMW setzt unter anderem auf neue Elektroplattformen, eine modernisierte Fahrzeugarchitektur und regional angepasste Modelle. Im November soll die Einführung der chinesischen Version des neuen BMW iX3 beginnen.

 

Ausblick: China bleibt die entscheidende Herausforderung

 

Ob BMW seinen weltweiten Absatz wieder stabilisieren kann, hängt wesentlich von der weiteren Entwicklung in China ab. Die Nachfrage nach Elektroautos in Europa und die vergleichsweise robuste Entwicklung in den USA sind positive Signale. Sie reichen bislang jedoch nicht aus, um den Rückgang auf dem chinesischen Markt vollständig aufzufangen.

Für die kommenden Quartale wird entscheidend sein, wie erfolgreich BMW neue Modelle positionieren kann und ob sich der intensive Preiswettbewerb in China abschwächt. Die aktuellen Absatzzahlen verdeutlichen, wie stark die Geschäftsentwicklung deutscher Premiumhersteller weiterhin von diesem Markt abhängig ist.

Die gemeldeten Auslieferungszahlen sind nach Angaben des Unternehmens vorläufig.

Quelle: BMW Group – Offizielle Absatzmeldung vom 13. Oktober 2026.

 

13.10.2026 - Tobias Dalacker - info@muenzkauf.de

 

 

 






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