Fed erhöht Leitzins – Gold und Silber bleiben fest
Die US-Notenbank hebt den Leitzins um 25 Basispunkte an. Edelmetalle reagieren zunächst erstaunlich robust.
Die US-Notenbank hat am Mittwochabend den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Die neue Zielspanne für die Federal Funds Rate liegt bei 3,75 bis 4,00 Prozent. Damit erhöht die Federal Reserve ihren Leitzins erstmals seit 2023.
Die Entscheidung war an den Finanzmärkten weitgehend erwartet worden. Ausschlaggebend bleibt die hartnäckige Inflation, die unter anderem durch hohe Energiepreise zusätzlichen Auftrieb erhalten hat. Zugleich zeigt sich die US-Konjunktur weiterhin vergleichsweise robust.
Fed signalisiert möglicherweise eine weitere Erhöhung

Interessanter als der Zinsschritt selbst sind deshalb die neuen Projektionen. Nach den am Mittwoch veröffentlichten Erwartungen der Notenbanker ist bis zum Jahresende eine weitere Erhöhung möglich. Der Leitzins könnte damit auf 4,00 bis 4,25 Prozent steigen.
Die Federal Reserve signalisiert damit, dass die Inflationsbekämpfung vorerst Vorrang behält. Reuters berichtet zugleich, dass die Notenbank das Erreichen ihres Inflationsziels von zwei Prozent inzwischen erst für einen späteren Zeitpunkt erwartet. Einen aktuellen Überblick zur Entscheidung bietet Reuters zur Fed-Entscheidung vom 16. September 2026.
Gold und Silber halten sich trotz Zinserhöhung
Normalerweise sind steigende Zinsen zunächst Gegenwind für Gold und Silber. Edelmetalle werfen keine laufenden Zinsen ab, während Anleihen bei höheren Renditen attraktiver werden können.
Am Mittwoch fiel die unmittelbare Marktreaktion jedoch deutlich freundlicher aus. Bereits vor der Fed-Entscheidung war Spotgold um rund 1,4 Prozent auf etwa 4.350 US-Dollar je Feinunze gestiegen. Silber legte auf ungefähr 64,50 Dollar zu. Unterstützt wurden die Edelmetalle von rückläufigen Ölpreisen und etwas niedrigeren US-Anleiherenditen.
Auch nach dem Zinsschritt blieben die Edelmetall-Futures zunächst im Plus. Gold-Futures wurden unmittelbar nach der Entscheidung um rund 4.390 Dollar je Feinunze gehandelt, Silber-Futures bei etwa 65,27 Dollar.
Der weitere Zinspfad wird wichtiger als der heutige Schritt
Für Gold und Silber dürfte nun entscheidend werden, ob die heutige Erhöhung der Beginn einer längeren Serie von Zinsschritten ist oder ob die Fed nach einer weiteren Anhebung zunächst abwartet.
Steigende Renditen und ein stärkerer Dollar wären grundsätzlich belastend. Sinkende Ölpreise, geopolitische Unsicherheit und weiterhin hohe physische beziehungsweise institutionelle Nachfrage können dagegen stabilisierend wirken.
Der heutige Handel zeigt deshalb ein wichtiges Detail: Die Zinserhöhung selbst war bereits weitgehend eingepreist. Für die nächste größere Bewegung bei Gold und Silber werden vor allem die Aussagen von Fed-Chef Kevin Warsh, die Entwicklung der US-Renditen und die kommenden Inflationsdaten entscheidend sein.
Der aktuelle Edelmetallhandel vor der Entscheidung wird auch im Reuters-Bericht zu Gold und Silber am 16. September zusammengefasst. Der Beitrag dient der Marktbeobachtung und stellt keine Anlageberatung dar.
16.09.2026 - Tobias Dalacker - info@muenzkauf.de
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