Servicetelefon

0 70 33 / 39 12 90
info@muenzkauf.de

Öffnungszeiten und Abholung
nach Terminvereinbarung

Edelmetallwoche endet trotz Freitagsplus im Minus

Gold verliert rund 1,5 Prozent, Silber 2,6 Prozent. Öl, Inflation und neue Zinserhöhungswetten bestimmen die Woche.

 

Die Edelmetallwoche vom 7. bis 11. September 2026 war von starken Richtungswechseln geprägt. Gold, Silber, Platin und Palladium beendeten die Woche trotz einer Erholung am Freitag insgesamt schwächer. Entscheidend waren weniger Veränderungen am physischen Metallmarkt als die Kombination aus steigenden Ölpreisen, höherer Inflation und wachsenden Erwartungen an weitere Zinserhöhungen.

Gold notierte am Freitagnachmittag bei rund 4.363 US-Dollar je Feinunze und lag damit etwa 1,5 Prozent unter dem Niveau der Vorwoche. Silber erreichte rund 64,54 Dollar und verlor auf Wochensicht 2,6 Prozent. Auch Platin und Palladium verzeichneten Wochenverluste.

 

Der Donnerstag brachte den stärksten Verkaufsdruck

 

Gold Silber Platin und Palladium im Wochenrückblick der Edelmetallmärkte

Zur Wochenmitte sah die Lage zunächst freundlicher aus. Am Mittwoch stieg Gold auf rund 4.414 Dollar. Silber sprang auf 67,91 Dollar, Platin auf 1.906 Dollar. Ein schwächerer US-Dollar unterstützte die Edelmetalle.

Am Donnerstag drehte sich das Bild deutlich. Höhere US-Erzeugerpreise und der erneute Ölpreissprung verstärkten die Erwartung, dass die Federal Reserve ihren Leitzins bereits in der kommenden Woche anheben könnte. Gold verlor zeitweise fast zwei Prozent. Silber fiel um 4,6 Prozent, Platin um 5,5 Prozent und Palladium um gut fünf Prozent.

Der ausführliche Freitagsstand findet sich im Reuters-Wochenabschluss für Gold und die übrigen Edelmetalle.

 

Öl über 100 Dollar wird zum Belastungsfaktor

 

Die Geopolitik wirkte in dieser Woche anders auf Gold, als es die einfache Regel „Krise gleich steigender Goldpreis“ erwarten lassen würde. Brent-Rohöl stieg auf Wochensicht um mehr als acht Prozent und beendete den Freitag bei 104,61 Dollar je Barrel. Zwischenzeitlich wurden fast 110 Dollar erreicht.

Hintergrund waren weitere Störungen der Schifffahrt im Nahen Osten sowie die Eskalation rund um die Straße von Hormus und das Rote Meer. Der höhere Ölpreis erhöhte jedoch gleichzeitig die Inflationssorgen. Dadurch stiegen die Anleiherenditen und die Zinserwartungen – beides belastet unverzinste Edelmetalle.

Zusätzlichen Druck brachte die Europäische Zentralbank. Sie erhöhte am Donnerstag ihren Leitzins erneut um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent. Damit reagiert auch die EZB auf den wieder zunehmenden energiebedingten Inflationsdruck.

 

US-Inflation verschiebt die Erwartungen an die Fed

 

Am Freitag folgte der amerikanische Verbraucherpreisindex. Die Preise stiegen im August um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat. Der Terminmarkt erhöhte daraufhin die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei der Fed-Sitzung am 15. und 16. September auf rund 87 Prozent.

Gold erholte sich trotzdem um mehr als ein Prozent vom Vortag. Silber gewann am Freitag rund 1,6 Prozent, Platin etwa ein Prozent und Palladium gut zwei Prozent. Für einen positiven Wochenschluss reichte die Gegenbewegung jedoch nicht.

Damit bleibt das Muster der vergangenen Wochen bestehen: Geopolitische Risiken bieten Gold Unterstützung, gleichzeitig erzeugen dieselben Konflikte über Öl und Inflation höhere Zinsen. Welcher dieser beiden Effekte stärker ist, kann sich innerhalb weniger Handelstage ändern.

 

Fed und Hormus bestimmen die kommende Woche

 

Für die neue Woche rückt die Federal Reserve in den Mittelpunkt. Die Zinsentscheidung am Mittwoch dürfte unmittelbar auf Dollar, US-Anleiherenditen und damit auf Gold und Silber wirken. Bei Platin und Palladium bleibt zusätzlich die Konjunkturerwartung wichtig.

Parallel bleibt der Ölmarkt ein wesentlicher Einflussfaktor. Am Montag sollen in Oman Gespräche zwischen Iran und Golfstaaten über die Situation an der Straße von Hormus stattfinden. Nach dem aktuellen Stand wird allerdings noch kein unterschriebenes Abkommen erwartet.

Die abgelaufene Woche endet damit eindeutig schwächer, aber nicht in einem klassischen Edelmetall-Ausverkauf. Gold verlor rund 1,5 Prozent und Silber 2,6 Prozent; Platin und Palladium schlossen ebenfalls im Wochenminus. Nach dem starken Rückgang am Donnerstag zeigte die Erholung am Freitag zugleich, dass Käufer auf niedrigeren Kursniveaus weiterhin in den Markt zurückkehren. Der Beitrag dient der Marktbeobachtung und stellt keine Anlageberatung dar.

 

12.09.2026 - Tobias Dalacker - info@muenzkauf.de

 

 

 






Weitere Artikel aus Börse & Märkte

Niederlande verlagern 86 Tonnen Gold nach London
06.09.2026

Niederlande verlagern 86 Tonnen Gold nach London

Die Zentralbank verteilt ihre 612 Tonnen Goldreserven neu und macht einen größeren Teil davon für Krisen schneller handelbar.

Palladiumpreis bis Jahresende 2026
03.09.2026

Palladiumpreis bis Jahresende 2026

Was aktuelle Prognosen für die verbleibenden Monate erwarten – und warum die Spanne von rund 1.100 bis über 1.600 Dollar reicht.

Drei China-Änderungen bei LBMA Good Delivery
04.09.2026

Drei China-Änderungen bei LBMA Good Delivery

Eine neue Goldraffinerie, zwei Suspendierungen und unterschiedliche Gründe: Der August 2026 zeigt, wie aktiv die LBMA ihre Standards überwacht.




Ihre Bewertung, Ihr Kommentar oder Ihre Frage

 

Bewertungen und Kommentare

 

 

 

0 Leser haben diesen Artikel von blog.muenzkauf.de auf einer Skala von 1 bis 5 mit durchschnittlich 0 Punkten bewertet.