Huthi-Angriffe: Droht ein neuer Ölpreisschock?

Neue Angriffe auf Saudi-Arabien gefährden wichtige Energierouten. Was die Eskalation für Ölpreise, Heizöl, Diesel und die Weltwirtschaft bedeutet.

Von Rina Teitscheid

Inhaltsverzeichnis

Saudi-Arabien steht erneut unter Raketen- und Drohnenbeschuss. Am Sonntag, dem 25. Oktober 2026, meldete das Königreich weitere abgefangene Geschosse über der Hauptstadt Riad und im Süden des Landes. Gleichzeitig drohen die jemenitischen Huthi-Milizen mit Angriffen auf Flughäfen und wichtige Anlagen der Ölindustrie. Die Eskalation trifft einen ohnehin angespannten Energiemarkt: Bereits am Freitag stieg die Nordseeölsorte Brent auf 116,72 US-Dollar je Barrel. Nun wächst die Sorge, dass aus den militärischen Angriffen eine noch größere Störung der internationalen Ölversorgung entstehen könnte. Für Deutschland stellt sich damit auch die Frage, wie stark Benzin, Diesel und Heizöl betroffen sein könnten.

 

Neue Raketenangriffe auf Riad und den Süden Saudi-Arabiens

 

Nach Angaben der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition wurden am Sonntag mehrere Raketen und Drohnen abgefangen. Die saudischen Behörden berichteten von zwei Drohnen und einer ballistischen Rakete, die in Richtung Riad gestartet worden seien. Außerdem sei ein Marschflugkörper auf die südwestliche Stadt Khamis Mushait gerichtet gewesen. Später meldete die Koalition die Abwehr von zehn weiteren ballistischen Raketen über dem Süden des Königreichs.

Der saudische Zivilschutz gab zwischenzeitlich Warnungen für Riad sowie mehrere südliche Städte heraus. Nach der Abwehr von Geschossen in der Region Khamis Mushait wurden nach Behördenangaben zwei Menschen durch Trümmerteile verletzt. Auch Wohngebäude und Fahrzeuge wurden beschädigt.

Besonders angespannt bleibt die Situation am internationalen Flughafen King Khalid in Riad. Dieser hatte nach einem schweren Angriff vom 10. Oktober seinen regulären Betrieb weitgehend eingestellt. Am 25. Oktober sollten Terminal 1 für Inlandsflüge und Terminal 2 für internationale Verbindungen saudischer Fluggesellschaften wieder genutzt werden. Trotz der angekündigten Wiedereröffnung zeigten Flugverfolgungsdaten zunächst nur wenig Verkehr.

Die Huthi-Miliz erklärte den Flughafen weiterhin zu einem militärischen Ziel und warnte Fluggesellschaften, Beschäftigte und Passagiere vor seiner Nutzung.

Noch größere wirtschaftliche Bedeutung besitzen die Drohungen gegen saudische Ölanlagen. Huthi-Sprecher Yahya Saree behauptete am Samstag, seine Kräfte hätten unter anderem Anlagen des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco, die Raffinerie Rabigh, Pumpstationen und die strategisch wichtige Ost-West-Pipeline angegriffen.

Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen Angriffsmeldung und bestätigtem Schaden: Saudi-arabische Behörden bestätigten abgefangene Geschosse und herabfallende Trümmer. Ein tatsächlicher Treffer sämtlicher von den Huthi genannten Ölanlagen oder neue konkrete Produktionsausfälle waren anhand dieser Meldungen jedoch nicht unabhängig nachgewiesen.

Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten aktuellen Meldungen und ihren jeweiligen Bestätigungsstand.

Ort oder Anlage Aktuelle Meldung Bestätigungsstand
Riad Raketen und Drohnen in Richtung Hauptstadt Abwehr durch saudische Koalition gemeldet
Südliche Städte Weitere Raketenangriffe und Warnmeldungen Abfangmaßnahmen und Schäden durch Trümmer gemeldet
Flughafen Riad Teilweise Wiedereröffnung und erneute Huthi-Drohungen Wiedereröffnung angekündigt, Flugverkehr zunächst gering
Yanbu und Rabigh Huthi behaupten Angriffe auf Ölanlagen Neue konkrete Anlagenschäden nicht unabhängig bestätigt
Ost-West-Pipeline Erneut als Angriffsziel genannt Auswirkungen der jüngsten behaupteten Angriffe ungeklärt

Stand der Übersicht: 25. Oktober 2026. Grundlage sind die bis zum Redaktionsschluss veröffentlichten Meldungen von Reuters und Angaben der Konfliktparteien.

 

Warum die Ölpreise trotz abgefangener Raketen steigen können

 

Ölindustrie und Energieinfrastruktur in Saudi-Arabien vor dem Hintergrund der Huthi-Angriffe und wachsender Risiken für die weltweite Ölversorgung

Für den Ölmarkt kommt es nicht ausschließlich darauf an, ob eine Raffinerie oder Pipeline tatsächlich getroffen wird. Bereits die Gefahr größerer Ausfälle kann erhebliche Preisbewegungen auslösen.

Ölhändler müssen ständig einschätzen, welche Mengen künftig verfügbar sind und wie zuverlässig Rohöl transportiert werden kann. Steigt das Risiko militärischer Angriffe, können sich höhere Sicherheitskosten, zusätzliche Versicherungsprämien und vorsorgliche Käufe auf den Markt auswirken.

Die Entwicklungen der vergangenen Handelstage zeigen diesen Zusammenhang deutlich. Am Freitag, dem 23. Oktober, schlossen die Brent-Futures nach Reuters-Angaben bei 116,72 US-Dollar je Barrel. Das entsprach einem Tagesanstieg um 3,55 Dollar beziehungsweise 3,14 Prozent. Die amerikanische Referenzsorte West Texas Intermediate beendete den Handel bei 103,27 US-Dollar je Barrel.

Brent erreichte damit den höchsten Schlussstand seit Ende April. Über die gesamte Handelswoche hinweg hatte die Sorte rund sechs Prozent zugelegt.

Allerdings wäre es falsch, diesen Preisanstieg ausschließlich den Huthi-Angriffen zuzuschreiben. Der Krieg mit Iran, Störungen internationaler Transportwege, sinkende Ölbestände und die angespannte Versorgung mit bestimmten Mineralölprodukten wirken gleichzeitig auf den Markt.

Am Sonntag findet an den wichtigsten Ölterminmärkten kein regulärer Tageshandel wie an einem Werktag statt. Die genannten Schlusskurse beziehen sich deshalb ausdrücklich auf Freitag, den 23. Oktober, und sind keine aktuellen Sonntagsnotierungen.

Wirtschaftliche Bedeutung: Ein Ölpreisschock entsteht insbesondere dann, wenn sich mehrere Risiken überlagern. Ein tatsächlicher Ausfall großer Exportmengen könnte die bereits erhöhten Preise weiter unter Druck setzen. Bleiben die Anlagen funktionsfähig und gelingt eine diplomatische Entspannung, kann sich die Risikoprämie dagegen wieder verringern.

 

Die Ost-West-Pipeline wird zum strategischen Schlüssel

 

Saudi-Arabien besitzt eine besondere Stellung auf dem internationalen Ölmarkt. Das Land gehört zu den größten Rohölexporteuren der Welt und verfügt über umfangreiche Förder-, Verarbeitungs- und Transportkapazitäten.

Von entscheidender Bedeutung ist die Ost-West-Pipeline, die auch als Petroline bezeichnet wird. Sie verbindet Fördergebiete im Osten des Landes mit Exportanlagen an der Küste des Roten Meeres. Über diese Verbindung kann saudisches Rohöl transportiert werden, ohne die Straße von Hormus am Ausgang des Persischen Golfs passieren zu müssen.

Gerade während des Krieges mit Iran ist diese Ausweichmöglichkeit besonders wichtig geworden. Die Straße von Hormus war zeitweise nur stark eingeschränkt für den Öltransport nutzbar.

Die amerikanische Energieinformationsbehörde EIA stellte in ihrem Energieausblick vom Oktober ausdrücklich fest, dass Angriffe auf die saudische Ost-West-Pipeline das Risiko weiterer Störungen der Ölströme verdeutlichen.

Eine nachhaltige Beschädigung dieser Verbindung könnte deshalb besonders schwerwiegende Folgen haben. Saudi-Arabien müsste Rohöl über andere Wege transportieren oder seine Exportmengen vorübergehend einschränken. Welche Ausweichmöglichkeiten verfügbar wären, hinge von freien Pipeline-, Hafen- und Tankerkapazitäten ab.

Gleichzeitig muss zwischen früheren Angriffen auf die Pipeline und den neuesten Behauptungen der Huthi unterschieden werden. Die EIA hat bereits vor der jüngsten Angriffswelle auf Störungen hingewiesen. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass jeder am 24. Oktober behauptete Angriff einen zusätzlichen Schaden verursacht hat.

 

Bab al-Mandab – die zweite gefährdete Ölroute

 

Nicht nur Pipelines und Raffinerien stehen im Mittelpunkt. Auch die Meerenge Bab al-Mandab zwischen der Arabischen Halbinsel und dem Horn von Afrika ist für die Energieversorgung entscheidend.

Die Passage verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und damit mit dem Indischen Ozean. Sie liegt auf einer wichtigen Schifffahrtsroute zwischen Europa und Asien.

Die militärischen Auseinandersetzungen in Jemen haben sich zuletzt erneut in Richtung der Küstenregionen am Roten Meer verlagert. Nach Reuters-Berichten brachten die Huthi im September weitere strategische Gebiete in dieser Region unter ihre Kontrolle.

Die Bedeutung der Route lässt sich anhand der Daten der US-Energiebehörde EIA erkennen. Im vierten Quartal 2025 wurden durch die Straße von Hormus durchschnittlich rund 21,6 Millionen Barrel Rohöl und andere flüssige Erdölprodukte täglich transportiert. Im zweiten Quartal 2026 waren es nach EIA-Schätzungen nur noch 4,9 Millionen Barrel.

Gleichzeitig stiegen die entsprechenden Transporte durch Bab al-Mandab von 5,4 Millionen auf 8,1 Millionen Barrel pro Tag.

Diese Zahlen beziehen sich ausdrücklich auf historische Quartalsdurchschnitte und nicht auf den tatsächlichen Schiffsverkehr am 25. Oktober. Sie verdeutlichen aber, wie stark sich die Transportwege infolge des regionalen Konflikts bereits verschoben haben.

Wird auch die Ausweichroute am Roten Meer unsicherer, kann dies erhebliche Folgen für die internationale Energieversorgung besitzen. Tanker müssen möglicherweise längere Fahrstrecken wählen, auf militärische Sicherung warten oder zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen einplanen.

Eine Umfahrung Afrikas über das Kap der Guten Hoffnung kann zwar einen Teil des Handels ermöglichen, erhöht aber gewöhnlich Transportdauer, Treibstoffverbrauch und Kosten.

Wirtschaftliche Bedeutung: Die Risiken betreffen nicht nur Öl. Auch Containertransporte, Ersatzteile, Vorprodukte und andere Handelswaren können durch längere Transportwege teurer werden. Unternehmen müssen dann mit höheren Frachtkosten und längeren Lieferzeiten kalkulieren.

 

Was bedeutet die Eskalation für Benzin, Diesel und Heizöl?

 

Für Verbraucher in Deutschland stellt sich die Frage, ob die erneuten Angriffe zu weiteren Preissteigerungen an Tankstellen und bei Heizöllieferanten führen könnten.

Der Zusammenhang ist grundsätzlich nachvollziehbar: Steigen die internationalen Rohölpreise dauerhaft, verteuern sich häufig auch die Beschaffungskosten für Mineralölprodukte. Allerdings wird die Preisentwicklung nicht allein vom Rohöl bestimmt.

Benzin: Neben dem Rohölpreis beeinflussen Raffineriekosten, regionale Nachfrage, Wettbewerb, Transportkosten, Steuern und der Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar den Endpreis. Eine Bewegung des Brent-Preises wird deshalb nicht automatisch in gleicher Höhe an die Zapfsäulen weitergegeben.

Diesel: Der Dieselmarkt reagiert zusätzlich auf die verfügbare Raffinerieproduktion und die internationale Nachfrage nach Mitteldestillaten. Wenn Transportwege ausfallen oder Lieferungen umgeleitet werden müssen, können regionale Engpässe entstehen. Besonders betroffen wären dann Speditionen, Landwirtschaft und Unternehmen mit hohem Kraftstoffverbrauch.

Heizöl: Der bevorstehende Winter erhöht die wirtschaftliche Bedeutung einer sicheren Versorgung. Heizöl und Diesel gehören zu verwandten Mineralölproduktgruppen. Steigende internationale Produktpreise können deshalb auch den Heizölmarkt beeinflussen.

Die Auswirkungen müssen jedoch nicht sofort eintreten. Lagerbestände, bestehende Lieferverträge, Raffineriemargen und regionale Wettbewerbssituationen können Preisbewegungen verzögern oder abschwächen.

Deutschland hat im Oktober bereits Maßnahmen zur Freigabe zusätzlicher strategischer Ölreserven auf den Weg gebracht. Solche Bestände können kurzfristige Versorgungsprobleme abfedern. Sie ersetzen allerdings keine dauerhaft funktionierenden internationalen Lieferketten.

Entscheidend für die weitere Preisentwicklung wird sein, ob sich die Angriffe fortsetzen und ob größere Mengen Rohöl oder fertiger Mineralölprodukte tatsächlich ausfallen.

 

Warum auch die deutsche Industrie betroffen sein könnte

 

Ein weiterer Anstieg der Energiekosten würde nicht nur Autofahrer und Heizölkunden treffen. Für die deutsche Industrie können hohe Ölpreise über mehrere Wege wirtschaftliche Belastungen verursachen.

Besonders betroffen sind die chemische Industrie, die Logistik, die Luftfahrt und Unternehmen, deren Produktion stark von Transportleistungen und petrochemischen Ausgangsstoffen abhängt.

Viele Kunststoffe, Lösungsmittel und andere industrielle Produkte entstehen ganz oder teilweise aus Erdöl beziehungsweise daraus gewonnenen Vorprodukten. Steigende Rohstoffpreise können deshalb die Herstellungskosten erhöhen.

Hinzu kommen mögliche Folgen für die Inflation. Wenn Transport, Verpackung und industrielle Produktion teurer werden, können sich diese Mehrkosten mit zeitlicher Verzögerung auf zahlreiche Verbraucherpreise auswirken.

Für die Europäische Zentralbank würde ein erneuter Energiepreisschub die geldpolitische Lage erschweren. Höhere Energiepreise können die Inflation antreiben und gleichzeitig das Wirtschaftswachstum bremsen.

Allerdings hängt das tatsächliche Ausmaß von der Dauer des Preisanstiegs ab. Ein kurzfristiger Ausschlag an den Rohstoffbörsen hätte wesentlich geringere Folgen als eine mehrmonatige Einschränkung der Energieversorgung.

 

Welche Folgen könnten die Angriffe für Gold und Silber haben?

 

Die zunehmenden Spannungen im Nahen Osten betreffen auch die Edelmetallmärkte. Gold wird in geopolitischen Krisen häufig als Möglichkeit zur Absicherung gegen wirtschaftliche und politische Unsicherheit betrachtet.

Wenn Anleger größere Risiken für Energieversorgung, Welthandel und internationale Finanzmärkte wahrnehmen, kann sich die Nachfrage nach Gold erhöhen.

Gleichzeitig können steigende Ölpreise die Inflationserwartungen beeinflussen. Daraus ergeben sich möglicherweise neue Erwartungen an die Geldpolitik wichtiger Zentralbanken.

Für den Goldpreis ist entscheidend, wie sich diese Faktoren auf den US-Dollar und die realen Zinsen auswirken. Ein stärkerer Dollar oder steigende Realzinsen können eine höhere Nachfrage nach Gold teilweise ausgleichen.

Silber besitzt eine zusätzliche industrielle Komponente. Schwächere Wachstumserwartungen können die Nachfrage aus Elektronik, Solarindustrie und anderen technischen Anwendungen belasten.

Eine geopolitische Eskalation führt deshalb nicht automatisch zu steigenden Preisen sämtlicher Edelmetalle. Die tatsächliche Reaktion hängt von der Entwicklung der Finanzmärkte und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab.

 

Der Jemen-Konflikt ist Teil einer größeren Eskalation

 

Die jüngsten Angriffe lassen sich nicht isoliert betrachten. Die Huthi-Bewegung kontrolliert große Teile des nördlichen Jemen einschließlich der Hauptstadt Sanaa und wird politisch sowie militärisch von Iran unterstützt.

Saudi-Arabien hatte 2015 eine Militärkoalition gebildet, um die international anerkannte jemenitische Regierung zu unterstützen. Ein von den Vereinten Nationen vermittelter Waffenstillstand hatte seit 2022 wesentliche Teile der grenzüberschreitenden Kampfhandlungen eingedämmt.

Diese relative Stabilisierung ist inzwischen weitgehend zusammengebrochen. Die erneuten Kämpfe stehen zudem im Zusammenhang mit dem größeren militärischen Konflikt zwischen Iran, den Vereinigten Staaten und Israel.

Für die Zivilbevölkerung im Jemen verschärfen die Kampfhandlungen eine seit Jahren bestehende humanitäre Krise. Nach dem humanitären Hilfsplan der Vereinten Nationen benötigen 2026 schätzungsweise 22,3 Millionen Menschen im Jemen Unterstützung.

Eine weitere militärische Eskalation könnte nicht nur die Versorgungslage im Land verschlimmern, sondern auch den internationalen Schiffsverkehr und die Sicherheit angrenzender Staaten stärker beeinträchtigen.

 

Droht jetzt tatsächlich ein neuer Ölpreisschock?

 

Die Voraussetzungen für erhebliche Preisbewegungen sind vorhanden. Der Ölmarkt ist durch den Krieg mit Iran, unsichere Schifffahrtswege und eingeschränkte Liefermöglichkeiten bereits erheblich belastet.

Mit den erneuten Huthi-Angriffen wächst das Risiko, dass zusätzlich saudische Transport- und Exportanlagen beeinträchtigt werden.

Ein weiterer Ölpreisschock wäre besonders dann denkbar, wenn mehrere Entwicklungen gleichzeitig eintreten: größere Beschädigungen an wichtigen Pipelines oder Raffinerien, längerfristige Einschränkungen der Schifffahrt im Roten Meer und eine erneute Verschärfung der Lage an der Straße von Hormus.

Bislang lässt sich aus den Meldungen vom Wochenende jedoch kein neuer landesweiter Ausfall der saudischen Ölproduktion ableiten. Auch die genaue Leistungsfähigkeit einzelner Anlagen nach den jüngsten Angriffen ist nicht umfassend unabhängig dokumentiert.

Für Montag, den 26. Oktober 2026, wird deshalb besonders wichtig sein, wie die internationalen Ölterminmärkte auf die Ereignisse des Wochenendes reagieren.

Ebenso entscheidend sind neue Informationen über mögliche Schäden an saudischen Energieanlagen und die weitere Sicherheitslage entlang der internationalen Schifffahrtsrouten.

Die zentrale Frage lautet damit nicht allein, wie viele Raketen Saudi-Arabien abfangen kann. Entscheidend ist, ob das Land seine Ölproduktion, seine Pipelines und seine Exporthäfen trotz der militärischen Bedrohung zuverlässig betreiben kann.

Häufige Fragen zu den Huthi-Angriffen und Ölpreisen

Wurden saudische Ölanlagen bei den Angriffen vom 24. und 25. Oktober 2026 tatsächlich getroffen?

Die Huthi behaupteten, mehrere saudische Ölanlagen und die Ost-West-Pipeline angegriffen zu haben. Saudische Behörden meldeten abgefangene Geschosse. Neue konkrete Schäden an sämtlichen genannten Anlagen waren zum Redaktionsstand nicht unabhängig bestätigt.

Warum können Huthi-Angriffe den Ölpreis erhöhen, obwohl Raketen abgefangen werden?

Der Ölmarkt bewertet auch zukünftige Versorgungsrisiken. Drohen Angriffe auf Raffinerien, Pipelines und wichtige Seewege, können Händler höhere Ausfallrisiken sowie steigende Transport- und Versicherungskosten einpreisen, selbst wenn zunächst keine zusätzlichen Ölmengen ausfallen.

Werden Benzin, Diesel und Heizöl in Deutschland jetzt automatisch teurer?

Nein. Steigende Rohölpreise können die Kraftstoff- und Heizölpreise erhöhen, aber nicht zwangsläufig sofort oder im gleichen Verhältnis. Entscheidend sind auch Raffineriemargen, Lagerbestände, Lieferkosten, Wettbewerb und der Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar.

Warum sind die Straße von Hormus und Bab al-Mandab für die Ölversorgung wichtig?

Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem offenen Meer und ist eine bedeutende Öltransportroute. Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und spielt unter anderem für alternative saudische Exportrouten eine wichtige Rolle. Werden beide Passagen eingeschränkt, können sich Transportprobleme und Versorgungskosten verstärken.

 

Redaktionelle Quellen und Nachrichtenstand

 

Für diesen Artikel wurden Meldungen von Reuters vom 23. bis 25. Oktober 2026 sowie Daten und Analysen der US-Energieinformationsbehörde EIA ausgewertet. Angaben über militärische Angriffe wurden nach Möglichkeit zwischen offiziellen Meldungen, Behauptungen der Konfliktparteien und unabhängig überprüfbaren Erkenntnissen unterschieden.

Nachrichtenstand: 25. Oktober 2026, 20:02 Uhr, MEZ (Europe/Berlin). Die genannten Ölpreise sind Schlusskurse vom 23. Oktober 2026. Historische Transportmengen stammen aus den ausdrücklich bezeichneten Erhebungszeiträumen der EIA.

Ausgewählte Quellen:

Reuters – Neue Huthi-Angriffe und Wiedereröffnung des Flughafens Riad am 25. Oktober 2026

Reuters – Ölpreisanstieg vom 23. Oktober 2026 und Risiken für die Energieversorgung

US Energy Information Administration – Internationale Öltransportrouten und Energieversorgung

 

25.10.2026 - Rina Teitscheid - info@muenzkauf.de

 

 

 






Weitere Artikel

Ölpreise schießen nach Angriff in Saudi-Arabien hoch
22.10.2026

Ölpreise schießen nach Angriff in Saudi-Arabien hoch

Drohnenangriff auf das Ölfeld Schaiba erschüttert die Energiemärkte. Brent steigt über 113 Dollar – die Sorge vor einer neuen Ölkrise wächst.

Saudi-Arabien setzt auf 10 Millionen Barrel Öl täglich
22.10.2026

Saudi-Arabien setzt auf 10 Millionen Barrel Öl täglich

Neue Pipelines sollen den Ölexport absichern. Riad reagiert auf Angriffe, blockierte Handelswege und die Risiken am Persischen Golf.

Börsen zwischen KI-Hoffnung und neuer Nervosität
20.10.2026

Börsen zwischen KI-Hoffnung und neuer Nervosität

Wall Street erholt sich, Asiens Aktienmärkte geben nach. Steigende Ölpreise und die Berichtssaison bestimmen den Handel.

Trumps Diesel-Deal: Große Geste, kaum Wirkung
12.10.2026

Trumps Diesel-Deal: Große Geste, kaum Wirkung

300.000 Tonnen russischer Diesel reichen rechnerisch für weniger als einen Tag US-Verbrauch. Trotzdem lockert Trump Sanktionen gegen Moskau – und verschafft Putin einen diplomatischen Erfolg.

Gold ohne Kaufbeleg: Droht künftig die Einziehung?
25.09.2026

Gold ohne Kaufbeleg: Droht künftig die Einziehung?

Ein geplanter neuer Zugriff auf Vermögen sorgt für Unruhe – doch eine fehlende Goldrechnung allein reicht nicht für eine Sicherstellung

Huthi-Eskalation treibt Öl und drückt Edelmetalle
10.09.2026

Huthi-Eskalation treibt Öl und drückt Edelmetalle

Mit Mokka und Bab al-Mandab gerät eine zweite Route für Golföl unter Druck. Gold fällt, Silber, Platin und Palladium stärker.




Ihre Bewertung, Ihr Kommentar oder Ihre Frage

 

Bewertungen und Kommentare

 

 

 

0 Leser haben diesen Artikel von blog.muenzkauf.de auf einer Skala von 1 bis 5 mit durchschnittlich 0 Punkten bewertet.

 

 

Quelle: https://blog.muenzkauf.de/Huthi-Angriffe-auf-Saudi-Arabien-Droht-ein-neuer-Oelpreisschock-25102026