Israel-Wahl 2026 – Netanjahu verfehlt die Mehrheit
53 Sitze für Netanjahus Lager, 48 für die Opposition und 19 für arabische Parteien. Israels Regierungsbildung bleibt offen.
Inhaltsverzeichnis
Die Parlamentswahl in Israel hat auch nach Abschluss der Stimmenauszählung keinen eindeutigen Sieger hervorgebracht. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und seine rechtsreligiösen Bündnispartner erreichen nach den am Donnerstag, dem 29. Oktober 2026, veröffentlichten vorläufigen Ergebnissen 53 der insgesamt 120 Sitze in der Knesset. Das oppositionelle Parteienlager um den früheren Generalstabschef Gadi Eisenkot kommt auf 48 Mandate. Die beiden arabisch geführten Wahllisten gewinnen zusammen 19 Sitze und könnten bei der Regierungsbildung eine entscheidende Rolle übernehmen.
Für eine parlamentarische Mehrheit sind mindestens 61 Abgeordnete erforderlich. Damit fehlen Netanjahus bisherigem Regierungslager acht Mandate. Auch seine politischen Gegner verfügen ohne zusätzliche Unterstützung über keine Mehrheit.
Die israelische Wahlkommission hat die Stimmenauszählung einschließlich der gesondert abgegebenen Wahlzettel abgeschlossen. Die Zahlen werden noch überprüft. Die amtliche Bestätigung des Wahlergebnisses ist für Mittwoch, den 4. November, vorgesehen.
Während sich die Parteien auf schwierige Koalitionsverhandlungen vorbereiten, überschattet ein neuer Konflikt die Nachwahlphase: Netanjahus Likud-Partei erhebt Vorwürfe möglicher Wahlmanipulation und ausländischer Einflussnahme. Für einen systematischen Wahlbetrug liegen nach Angaben der Wahlbehörden bislang keine belastbaren Belege vor.
Die Wahl vom 27. Oktober war die erste israelische Parlamentswahl seit dem Hamas-geführten Angriff auf Israel vom 7. Oktober 2023. Sicherheitspolitik, die Kriegsfolgen, innenpolitische Konflikte und die Zukunft der Regierung Netanjahu haben die Abstimmung maßgeblich geprägt.
Israel-Wahl 2026 – Das vorläufige Wahlergebnis
Die Ergebnisse der Stimmenauszählung vom Donnerstag zeigen eine klare Verschiebung gegenüber der bisherigen parlamentarischen Ausgangslage. Netanjahus Bündnis hatte nach der Wahl von 2022 ursprünglich über 64 Sitze verfügt. Nun kommt dieses Lager nur noch auf 53 Mandate.
Die Likud-Partei bleibt dennoch stärkste Einzelpartei. Sie erhält nach den aktuellen Zahlen 27 Sitze. Gadi Eisenkots Partei Jaschar erreicht 21 Mandate und wird damit zweitstärkste Kraft.
Die folgende Tabelle zeigt die vorläufige Sitzverteilung aller elf Parteien beziehungsweise Wahllisten, die nach Abschluss der Stimmenauszählung in der Knesset vertreten sein werden.
Israel-Wahl 2026: Vorläufige Sitzverteilung der Knesset
Stand: 29. Oktober 2026. Vorläufige Ergebnisse nach abgeschlossener Stimmenauszählung, vorbehaltlich der amtlichen Bestätigung. Die politischen Lager sind eine journalistische Zuordnung und keine amtliche Wahlkategorie. Quellen: Zentrale Wahlkommission Israels, berichtet durch Jerusalem Post und i24NEWS.
Die Aufteilung der Mandate zeigt die besondere Ausgangslage nach der Wahl: Netanjahus bisheriges Bündnis kommt insgesamt auf 53 Sitze, die vier Parteien des Oppositionslagers auf 48. Die beiden arabisch geführten Wahllisten verfügen zusammen über 19 Mandate.
Die abgeschlossene Auszählung brachte gegenüber den vorherigen Zwischenständen noch kleinere Veränderungen bei einzelnen Parteien. Likud gewann bei der Verteilung der Mandate einen zusätzlichen Sitz, während Schas auf sechs Mandate zurückfiel. Die grundlegenden Mehrheitsverhältnisse änderten sich dadurch nicht.
Wichtig ist die zeitliche Einordnung: Die ersten Nachwahlbefragungen am Dienstagabend hatten teilweise noch andere Kräfteverhältnisse angezeigt. Unser Bericht zur Israel-Wahl vom 28. Oktober 2026 dokumentiert die frühere Phase der Auszählung. Die nun vorliegenden Zahlen vom Donnerstag sind aktueller.
Arabische Parteien gewinnen 19 Sitze und politischen Einfluss
Eine der auffälligsten Entwicklungen der Wahl ist das Abschneiden der arabisch geführten Parteien. Die Vereinigte Liste gewinnt elf Mandate, die islamisch geprägte Ra'am-Partei weitere acht. Zusammen verfügen beide Listen damit über 19 der 120 Knesset-Sitze.
Der hohe Stimmenanteil arabischer Wähler hat die parlamentarischen Kräfteverhältnisse verändert. Ohne zumindest eine Form der Zusammenarbeit mit diesen Parteien ist für Eisenkots bisheriges Oppositionslager keine ausreichende Mehrheit erkennbar.
Rechnerisch könnten die 48 Abgeordneten seines Bündnisses gemeinsam mit den 19 Parlamentariern der arabischen Listen auf 67 Stimmen kommen. Daraus ergibt sich jedoch noch keine politisch tragfähige Koalition.
Mehrere Oppositionspolitiker haben eine Regierungszusammenarbeit mit arabischen Parteien bislang abgelehnt oder an erhebliche Bedingungen geknüpft. Besonders Avigdor Lieberman von Jisrael Beitenu steht einer solchen Konstellation ablehnend gegenüber.
Der Vorsitzende der Demokraten, Jair Golan, spricht sich dagegen für eine Zusammenarbeit aus. Er führte am Donnerstag Gespräche mit Ra'am-Chef Mansour Abbas und weiteren Oppositionspolitikern.
Auch Gadi Eisenkot hat die Möglichkeit einer Unterstützung durch arabische Parteien nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Eine Regierungsbeteiligung dieser Parteien hatte er im Wahlkampf allerdings abgelehnt.
Eine denkbare Konstruktion wäre deshalb eine Minderheitsregierung, die bei entscheidenden Abstimmungen Unterstützung von außerhalb der eigentlichen Koalition erhält.
Ein vergleichbarer politischer Schritt wäre in Israel nicht völlig neu. Im Jahr 2021 beteiligte sich Ra'am an der Regierung unter Naftali Bennett. Diese Koalition bestand jedoch nur etwa anderthalb Jahre.
Die aktuellen Verhandlungen zeigen, dass die künftige Regierungsbildung nicht allein von der rechnerischen Zahl der Mandate abhängt. Entscheidend sind politische Vereinbarungen zwischen Parteien, deren Positionen teilweise deutlich auseinanderliegen.
Netanjahu erhebt Wahlbetrugsvorwürfe – Behörden widersprechen
Am Donnerstag verschärfte sich der politische Streit über die Rechtmäßigkeit der Wahl. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Vertreter seiner Likud-Partei beschuldigten arabisch geführte Parteien, von möglichen Manipulationen bei der Stimmabgabe profitiert zu haben.
Die Likud-Partei behauptete außerdem, ausländische Akteure könnten versucht haben, durch finanzielle Unterstützung Einfluss auf die Wahl zu nehmen. In diesem Zusammenhang wurde insbesondere Katar genannt. Die Regierung Katars wies entsprechende Vorwürfe zurück.
Die Behauptungen sind bislang nicht unabhängig bestätigt. Von der Existenz einzelner Verdachtsfälle lässt sich nicht auf eine systematische Veränderung des Wahlergebnisses schließen.
Der Vorsitzende der Zentralen Wahlkommission, der Richter Noam Sohlberg, beauftragte den israelischen Inlandsgeheimdienst Schin Bet mit einer Untersuchung möglicher ausländischer Einflussnahme.
Die Wahlkommission erklärte gleichzeitig, es gebe keine Grundlage für die Annahme, dass die Integrität der Wahl systematisch beeinträchtigt worden sei. Auch der Geheimdienst betonte, dass sich Ermittlungen gegen mögliche Beteiligte richten und nicht den Verdacht gegen eine gesamte Bevölkerungsgruppe begründen dürften.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters wurden seit dem Wahltag im Süden Israels mindestens sieben Personen wegen des Verdachts auf Wahlbetrug festgenommen. Diese Ermittlungen betreffen konkrete Verdachtsfälle und belegen für sich genommen keine Manipulation des landesweiten Ergebnisses.
Die Reuters-Recherche vom 29. Oktober 2026 dokumentiert die Vorwürfe, die Reaktionen der betroffenen Parteien und die Stellungnahmen israelischer Behörden.
Oppositionspolitiker kritisieren die Anschuldigungen scharf. Eisenkot wirft Netanjahu und dem Likud vor, die Legitimität des Wahlergebnisses infrage zu stellen. Vertreter der arabischen Parteien sprechen von einer Kampagne gegen ihre politische Beteiligung.
Netanjahus Lager fordert dagegen eine vollständige Aufklärung der vorgebrachten Verdachtsmomente.
Israels Staatspräsident Isaac Herzog unterstützt eine Untersuchung möglicher Unregelmäßigkeiten, warnte aber davor, die demokratische Beteiligung einer gesamten gesellschaftlichen Gruppe unter Generalverdacht zu stellen.
Warum Netanjahu trotz fehlender Mehrheit im Amt bleibt
Das Ergebnis der Parlamentswahl bedeutet nicht, dass Benjamin Netanjahu sein Amt unmittelbar verliert. Bis zur Bildung einer neuen Regierung bleibt er als amtierender Ministerpräsident geschäftsführend im Amt.
Das israelische Wahlsystem sieht keine automatische Ernennung des Vorsitzenden der größten Partei zum Regierungschef vor. Entscheidend ist, welcher Kandidat eine parlamentarisch tragfähige Regierungsmehrheit zusammenstellen kann.
Nach der offiziellen Bestätigung des Wahlergebnisses beginnt Staatspräsident Isaac Herzog mit Konsultationen der im Parlament vertretenen Parteien.
Anschließend beauftragt er den Abgeordneten mit der Regierungsbildung, dem er die besten Erfolgsaussichten für eine Mehrheit einräumt. Das muss nicht zwingend der Vorsitzende der stärksten Einzelpartei sein.
Für den ersten Versuch stehen grundsätzlich 28 Tage zur Verfügung. Der Zeitraum kann unter bestimmten Voraussetzungen um bis zu 14 Tage verlängert werden. Scheitert die Regierungsbildung, können weitere Kandidaten einen Auftrag erhalten.
Im äußersten Fall könnte das Verfahren ohne neue Regierungsmehrheit enden und eine weitere Parlamentswahl erforderlich werden.
Herzog hat die Parteien deshalb ausdrücklich aufgefordert, Verhandlungen mit Offenheit zu führen und eine erneute Wahl nach Möglichkeit zu vermeiden.
Die politische Unsicherheit kann sich somit noch über mehrere Wochen erstrecken. Ein verbindlicher Termin für die Bildung einer neuen Regierung steht am 29. Oktober nicht fest.
Welche Regierungsbündnisse politisch diskutiert werden
Nach dem vorläufigen Wahlergebnis ergeben sich unterschiedliche parlamentarische Möglichkeiten. Keine davon ist bislang durch eine verbindliche Vereinbarung abgesichert.
Eine Regierung unter Netanjahu: Der bisherige Ministerpräsident könnte versuchen, einzelne Oppositionsparteien oder Abgeordnete für eine Zusammenarbeit zu gewinnen. Sein traditionelles Bündnis allein verfügt nicht mehr über genügend Sitze.
Eine Regierung unter Eisenkot: Der Oppositionspolitiker könnte versuchen, die vier Parteien seines Lagers zusammenzuführen und zusätzliche Unterstützung der arabischen Listen zu erhalten. Eine solche Zusammenarbeit ist innerhalb seines Bündnisses jedoch umstritten.
Eine breitere Einheitsregierung: Teile des Likud und der bisherigen Opposition könnten sich auf eine gemeinsame Regierung verständigen. Eine rechnerisch mögliche Kombination aus Likud und mehreren Mitte- beziehungsweise Mitte-rechts-Parteien würde eine Mehrheit erreichen. Politisch bestehen allerdings erhebliche Vorbehalte gegen eine solche Zusammenarbeit unter Netanjahus Führung.
Eine erneute Parlamentswahl: Scheitern alle vorgesehenen Versuche zur Regierungsbildung, könnte Israel erneut wählen müssen. Ob es dazu kommt, lässt sich gegenwärtig nicht feststellen.
Eine detaillierte Darstellung der verfassungsrechtlichen Abläufe und der diskutierten politischen Möglichkeiten enthält die Reuters-Analyse zur Regierungsbildung vom 29. Oktober 2026.
Hohe Wahlbeteiligung zeigt die Bedeutung der Abstimmung
Die Wahl vom 27. Oktober war von einer ungewöhnlich hohen Beteiligung geprägt. Nach Angaben der Zentralen Wahlkommission lag die Wahlbeteiligung bei rund 77,7 Prozent.
Etwa 5,7 Millionen Menschen gaben ihre Stimme ab. Damit wurde die höchste Beteiligung seit mehr als zwei Jahrzehnten erreicht.
Das große Interesse erklärt sich auch aus den politischen Konflikten der vergangenen Jahre. Für zahlreiche Wähler standen die Sicherheitslage, die Folgen des Krieges, Fragen der Verantwortlichkeit politischer und militärischer Führung sowie das Verhältnis zwischen Regierung, Justiz und gesellschaftlichen Gruppen im Mittelpunkt.
Besonders kontrovers diskutiert wird weiterhin die Wehrpflicht für streng religiöse Männer. Teile der ultraorthodoxen Parteien setzen sich für weitreichende Ausnahmen ein, während andere politische Kräfte angesichts der militärischen Belastungen eine breitere Verpflichtung zum Wehrdienst fordern.
Auch die Aufarbeitung der Sicherheitsversäumnisse rund um den Hamas-geführten Angriff vom 7. Oktober 2023 ist Gegenstand des politischen Streits.
Für viele Oppositionspolitiker geht es darüber hinaus um die Unabhängigkeit demokratischer Institutionen und das Verhältnis zwischen Regierung und Justiz.
Die hohe Wahlbeteiligung zeigt ein starkes Interesse der Bevölkerung an der politischen Entscheidung. Sie lässt sich jedoch nicht als Zustimmung zu einem bestimmten Regierungsmodell interpretieren.
Welche Folgen die Wahl für Nahost und die Außenpolitik haben kann
Die schwierige Regierungsbildung ist auch international von Bedeutung. Israel spielt eine zentrale Rolle in der Sicherheitsarchitektur des Nahen Ostens. Entscheidungen über den Gazastreifen, das Westjordanland, den Libanon und das Verhältnis zum Iran haben Auswirkungen weit über die Landesgrenzen hinaus.
In den vergangenen Jahren hat sich der Konflikt zwischen Israel und Iran erheblich verschärft. Gleichzeitig steht die israelische Regierung wegen ihrer Militärpolitik und ihres Umgangs mit den Palästinensern unter internationaler Beobachtung.
Die möglichen Regierungsbündnisse vertreten in verschiedenen außen- und sicherheitspolitischen Fragen unterschiedliche Positionen. Allerdings bedeutet ein Wechsel an der Regierungsspitze nicht zwangsläufig eine grundlegende Veränderung sämtlicher außenpolitischer Entscheidungen.
Gadi Eisenkot ist selbst ehemaliger Generalstabschef der israelischen Streitkräfte. Er vertritt in wesentlichen Sicherheitsfragen Positionen, die nicht mit einer grundsätzlichen Abkehr von Israels bisheriger Sicherheitspolitik gleichzusetzen sind.
Unterschiede bestehen unter anderem im Umgang mit demokratischen Institutionen, der Verantwortung politischer Führung, dem Verhältnis zu arabischen Parteien und bestimmten Fragen der Siedlungspolitik.
Für die Vereinigten Staaten bleibt die Regierungsbildung ebenfalls relevant. US-Präsident Donald Trump hatte Netanjahu vor der Wahl öffentlich unterstützt. Welche Auswirkungen die neue parlamentarische Lage auf die Zusammenarbeit zwischen Washington und Jerusalem haben wird, ist noch offen.
Auch europäische Regierungen verfolgen die Entwicklung aufmerksam. Eine längere Phase politischer Unsicherheit könnte diplomatische Verhandlungen erschweren, ohne zwangsläufig zu einer unmittelbaren Veränderung der bestehenden internationalen Vereinbarungen zu führen.
Warum die nächsten Tage entscheidend werden
Mit dem Abschluss der Stimmenauszählung beginnt nun die politisch schwierigere Phase nach der Wahl. Die Parteien müssen ihre Positionen klären, mögliche Gemeinsamkeiten ausloten und entscheiden, welche Kompromisse sie gegenüber ihren Wählern vertreten können.
Parallel dazu laufen die Untersuchungen zu den erhobenen Manipulationsvorwürfen. Solange keine belastbaren Ergebnisse vorliegen, dürfen Anschuldigungen nicht mit nachgewiesenen Wahlverstößen gleichgesetzt werden.
Als nächster formaler Schritt steht die Bestätigung des Wahlergebnisses bis zum 4. November 2026 an. Anschließend erhält Staatspräsident Herzog eine zentrale Rolle bei der Einleitung der Regierungsbildung.
Für die Öffentlichkeit sind dabei drei Entwicklungen besonders relevant: welche Parteien eine Zusammenarbeit grundsätzlich ermöglichen, ob sich ein Kandidat die Unterstützung von mindestens 61 Abgeordneten sichern kann und ob die laufenden Ermittlungen neue überprüfbare Erkenntnisse liefern.
Die vorläufige Sitzverteilung lässt mehrere politische Konstellationen zu, garantiert aber keine funktionsfähige Regierung.
Fazit – Israel hat gewählt, aber noch keine neue Regierung
Die Israel-Wahl 2026 endet nach der ausgezählten Stimmenverteilung mit einem parlamentarischen Patt. Benjamin Netanjahus Likud bleibt stärkste Partei, doch sein bisheriges Bündnis verfehlt mit 53 Mandaten die notwendige Mehrheit. Die Opposition verfügt über 48 Sitze und benötigt ebenfalls zusätzliche Unterstützung.
Die 19 Mandate der arabisch geführten Parteien eröffnen rechnerisch weitere Möglichkeiten. Ob daraus eine gemeinsame politische Grundlage entsteht, bleibt ungewiss.
Hinzu kommt der Streit über mögliche Wahlunregelmäßigkeiten. Die Behörden untersuchen konkrete Verdachtsmomente, haben aber bislang keine Hinweise auf eine systematische Beeinträchtigung der Wahl bestätigt.
Damit wird die Regierungsbildung zur nächsten zentralen politischen Herausforderung. Nicht der erste Platz einer einzelnen Partei, sondern eine belastbare Mehrheit in der Knesset entscheidet darüber, wer Israel künftig regieren wird.
Redaktionsstand: 29. Oktober 2026. Die Sitzangaben beruhen auf der abgeschlossenen, aber noch nicht abschließend bestätigten Stimmenauszählung. Spätere amtliche Korrekturen und neue politische Vereinbarungen sind möglich.
Häufige Fragen zur Israel-Wahl 2026
Wer hat die Israel-Wahl 2026 gewonnen?
Die Likud-Partei von Benjamin Netanjahu ist nach dem vorläufigen Ergebnis mit 27 Sitzen stärkste Einzelpartei. Allerdings erreicht weder Netanjahus Bündnis mit 53 Sitzen noch das Oppositionslager von Gadi Eisenkot mit 48 Sitzen die erforderliche Mehrheit von 61 Mandaten. Welche Parteien die nächste Regierung bilden, ist deshalb noch offen.
Wie viele Sitze benötigt eine Partei oder Koalition für die Mehrheit in Israel?
Die israelische Knesset hat insgesamt 120 Abgeordnete. Für eine absolute Mehrheit sind mindestens 61 Sitze erforderlich. Da keine der beiden großen politischen Gruppierungen diese Zahl erreicht, sind zusätzliche Koalitionspartner oder parlamentarische Unterstützungsvereinbarungen notwendig.
Können die arabischen Parteien über Israels nächste Regierung entscheiden?
Die arabisch geführten Parteien Vereinigte Liste und Ra'am erhalten nach der vorläufigen Auszählung zusammen 19 Sitze. Gemeinsam mit den 48 Mandaten von Eisenkots Oppositionslager wären rechnerisch 67 Stimmen erreichbar. Ob daraus eine Regierung oder eine parlamentarische Unterstützung entsteht, hängt von politischen Vereinbarungen ab.
Gab es bei der Israel-Wahl 2026 nachweislich Wahlbetrug?
Ein systematischer Wahlbetrug ist bislang nicht nachgewiesen. Netanjahus Likud-Partei erhebt Manipulationsvorwürfe, während die Wahlkommission erklärt, dass keine Grundlage für die Annahme einer systematischen Beeinträchtigung der Wahl vorliege. Einzelne Verdachtsfälle und mögliche ausländische Einflussnahme werden untersucht.
Wann steht das endgültige Wahlergebnis in Israel fest?
Die israelische Wahlkommission hat die Stimmenauszählung einschließlich der gesondert abgegebenen Wahlzettel abgeschlossen. Die amtliche Bestätigung des Ergebnisses ist für Mittwoch, den 4. November 2026, vorgesehen. Bis dahin gelten die veröffentlichten Mandatszahlen als vorläufig.
Was passiert, wenn in Israel keine neue Regierung gebildet werden kann?
Nach der Veröffentlichung des amtlichen Wahlergebnisses beauftragt Staatspräsident Isaac Herzog einen Abgeordneten mit der Regierungsbildung. Dafür stehen zunächst 28 Tage zur Verfügung, die um bis zu 14 Tage verlängert werden können. Scheitern auch die weiteren gesetzlich vorgesehenen Versuche, kann eine erneute Parlamentswahl erforderlich werden.
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Quelle: https://blog.muenzkauf.de/Israel-Wahl-2026-Netanjahu-ohne-Mehrheit-Koalition-offen-29102026