Israel-Wahl 2026 – Trump stärkt Netanjahu
Israel wählt am 27. Oktober ein neues Parlament. Trumps Unterstützung, die Iran-Frage und schwierige Mehrheitsverhältnisse prägen den Wahlkampf.
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Wenige Stunden vor der Parlamentswahl in Israel verschärft sich der politische Streit über einen möglichen neuen Krieg mit Iran. US-Präsident Donald Trump hat die Wiederwahl von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ausdrücklich unterstützt und dabei auf die gemeinsamen militärischen Operationen gegen Teheran verwiesen. Netanjahu wiederum stellt weitere Maßnahmen gegen die iranische Führung in Aussicht. Zugleich dementiert Israels Verteidigungsminister konkrete Angriffspläne vor der Wahl. Am Dienstag, dem 27. Oktober 2026, entscheiden die israelischen Wähler über die Zusammensetzung der Knesset und damit mittelbar über die künftige Regierung. Das Ergebnis könnte erhebliche Auswirkungen auf die Sicherheit im Nahen Osten, die Beziehungen zu Washington und die internationalen Energie- und Finanzmärkte haben.
Trump unterstützt Netanjahu unmittelbar vor der Wahl

Die Unterstützung aus Washington gehört zu den auffälligsten Entwicklungen der letzten Wahlkampftage. Am Sonntag, dem 25. Oktober, rief Donald Trump die israelischen Wähler erneut dazu auf, Benjamin Netanjahu zu unterstützen. Bereits am 18. Oktober hatte sich der amerikanische Präsident öffentlich für den israelischen Regierungschef ausgesprochen.
In einer Botschaft auf seiner Plattform Truth Social verband Trump seine Wahlempfehlung ausdrücklich mit dem Konflikt gegen Iran. Er erklärte sinngemäß, Netanjahu solle wiedergewählt werden, damit beide die begonnene Aufgabe zu Ende bringen könnten.
Netanjahu griff diese Unterstützung in einem Fernsehauftritt am Sonntagabend auf. Er stellte die engen persönlichen Beziehungen zum amerikanischen Präsidenten heraus und bezeichnete sie als außergewöhnlich für das Verhältnis zwischen Israel und den Vereinigten Staaten.
Die Botschaft an die israelischen Wähler ist deutlich: Netanjahu präsentiert seine Verbindung zu Trump als außen- und sicherheitspolitischen Vorteil. Gerade angesichts der militärischen Auseinandersetzungen mit Iran soll diese Partnerschaft seine Position stärken.
Allerdings ist keineswegs sicher, ob die Unterstützung eines amerikanischen Präsidenten tatsächlich zusätzliche Stimmen bringt. Eine von der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu ausgewertete Umfrage des israelischen Senders Channel 12 deutete darauf hin, dass die Mehrheit der Befragten ihre Wahlentscheidung dadurch nicht verändern würde.
Gadi Eisenkot, einer der wichtigsten Herausforderer Netanjahus, reagierte zurückhaltend. Er bezeichnete Trump ebenfalls als wichtigen Freund Israels und erklärte, er erwarte eine Zusammenarbeit Washingtons mit jeder demokratisch gewählten israelischen Regierung.
Damit versucht Eisenkot, den Eindruck zu vermeiden, ein Regierungswechsel müsse zwangsläufig zu schlechteren Beziehungen zu den USA führen.
Netanjahus Iran-Aussagen verschärfen die Spannungen
Besonders brisant sind die jüngsten Aussagen Netanjahus über die weitere militärische Auseinandersetzung mit Iran.
Nach einem Reuters-Bericht vom 26. Oktober erklärte der israelische Regierungschef, Trump sei grundsätzlich bereit, weitere Maßnahmen zur Beseitigung der iranischen Bedrohung zu unterstützen. Netanjahu behauptete außerdem, er habe dem israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad und den Streitkräften bereits Anweisungen erteilt, auf einen Sturz der iranischen Führung hinzuarbeiten.
Diese Aussagen sind politisch weitreichend. Sie bedeuten allerdings nicht, dass ein konkreter neuer Militärschlag beschlossen oder bereits vorbereitet worden ist.
Der Konflikt zwischen Israel, den Vereinigten Staaten und Iran hatte sich im Februar 2026 erheblich verschärft. Damals begannen amerikanische und israelische Streitkräfte gemeinsame Angriffe auf iranische Ziele. Nach anschließenden Waffenstillstandsverhandlungen gingen die größeren Kampfhandlungen zurück, ohne dass sämtliche politischen und militärischen Streitfragen geklärt wurden.
Die jüngsten Äußerungen Netanjahus werfen deshalb die Frage auf, ob Israel und die Vereinigten Staaten nach der Wahl erneut militärisch gegen Iran vorgehen könnten.
Eine wichtige Einschränkung kommt aus Washington: Die stellvertretende Sprecherin des Weißen Hauses, Anna Kelly, erklärte gegenüber Reuters, dass die Vereinigten Staaten vor den amerikanischen Kongresswahlen am 3. November 2026 keinen Angriff auf Iran durchführen würden.
Gleichzeitig bekräftigte die US-Regierung, ihre bisherige Druckpolitik gegenüber Teheran fortzusetzen. Die amerikanische Blockade bleibe bestehen.
Damit liegen unterschiedliche politische Signale vor: Während Netanjahu die Möglichkeit weiterer militärischer Maßnahmen betont, schließt Washington zumindest für die Tage vor den eigenen Zwischenwahlen einen neuen amerikanischen Angriff ausdrücklich aus.
Über die amerikanische Haltung nach dem 3. November sagt diese Erklärung noch nichts Abschließendes aus.
Israels Verteidigungsminister dementiert Angriffspläne
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhielten am Montag Berichte über angebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen Netanjahu und der israelischen Militärführung.
Nach Informationen des israelischen Fernsehsenders Channel 12 soll es im Zusammenhang mit einer möglichen militärischen Operation gegen Iran Spannungen zwischen der politischen Führung und Generalstabschef Eyal Zamir gegeben haben.
Dem Bericht zufolge habe Zamir vor einer entsprechenden Entscheidung eine ausführliche sicherheitspolitische Beratung und rechtliche Absicherung verlangt.
Einige Beobachter und Oppositionspolitiker äußerten daraufhin die Sorge, eine militärische Eskalation könne mit innenpolitischen Überlegungen vor der Wahl verbunden sein.
Diese Darstellung ist jedoch umstritten. Verteidigungsminister Israel Katz wies die Berichte am 26. Oktober ausdrücklich zurück. Nach seinen Angaben habe Israel nicht beabsichtigt, vor der Parlamentswahl einen Angriff auf Iran einzuleiten.
Auch Netanjahu dementierte entsprechende Vorwürfe. Beide betonten zugleich, dass Israel militärisch reagieren werde, sollte das Land von Iran oder dessen Verbündeten angegriffen werden.
Der überprüfbare Nachrichtenstand lautet daher: Die politische und militärische Rhetorik hat sich verschärft. Berichte über interne Meinungsverschiedenheiten liegen vor, werden von der Regierung aber bestritten. Eine unmittelbar bevorstehende israelische Offensive gegen Iran ist dadurch nicht bestätigt.
Iran reagiert auf die Wahl und die Drohungen aus Israel
Die iranische Regierung versucht ihrerseits, die Bedeutung des israelischen Wahlausgangs herunterzuspielen.
Außenamtssprecher Esmaeil Baghaei erklärte am Montag in Teheran, für Iran mache es keinen Unterschied, wer nach der Wahl an der Spitze der israelischen Regierung stehe. Zugleich übte er scharfe Kritik an der israelischen Politik in der Region.
Diese Reaktion verdeutlicht, dass die Beziehungen zwischen beiden Staaten unabhängig vom Wahlergebnis angespannt bleiben dürften.
Iran betrachtet Israels militärisches Vorgehen und die amerikanische Sanktions- und Blockadepolitik als Bedrohung seiner Sicherheit. Israel verweist dagegen auf das iranische Atom- und Raketenprogramm sowie auf die Unterstützung bewaffneter Organisationen in der Region.
Beide Seiten begründen ihre Positionen mit sicherheitspolitischen Interessen. Die wechselseitigen Drohungen erhöhen allerdings das Risiko von Fehlkalkulationen.
Eine neue militärische Konfrontation könnte insbesondere dann entstehen, wenn einzelne Angriffe eine Kette von Vergeltungsmaßnahmen auslösen. Ob diplomatische Kontakte und bestehende Vereinbarungen eine solche Entwicklung verhindern können, bleibt offen.
Israel-Wahl 2026 – Umfragen und wichtigste Parteien
Die israelische Parlamentswahl vom 27. Oktober wird vor allem über die künftigen Mehrheitsverhältnisse entscheiden.
Die Knesset besitzt 120 Sitze. Für eine parlamentarische Mehrheit sind mindestens 61 Mandate erforderlich. Da Israel nach dem Verhältniswahlrecht wählt, sind Koalitionen aus mehreren Parteien üblich.
Die letzten veröffentlichten Umfragen zeigen ein zersplittertes Parteiensystem. Sowohl Netanjahus Regierungsparteien als auch die verschiedenen Oppositionsgruppen stehen vor schwierigen Koalitionsverhandlungen.
Die folgende Tabelle zeigt eine Auswahl der Mandatsschätzungen zweier israelischer Fernsehsender vom 23. Oktober 2026. Es handelt sich um Umfragewerte, nicht um Wahlergebnisse.
Quellen: Mandatsschätzungen von Channel 12/Midgam und KAN 11/Kantar, veröffentlicht am 23. Oktober 2026. Die Tabelle enthält eine Auswahl der Listen und bildet nicht sämtliche 120 Sitze ab. Umfragen sind Momentaufnahmen und erlauben keine sichere Aussage über das tatsächliche Wahlergebnis.
Die Ergebnisse der verschiedenen Institute unterscheiden sich teilweise erheblich. Insbesondere bei kleineren Parteien und der Zuordnung möglicher Koalitionspartner können bereits wenige Mandate entscheidend sein.
Bei der Wahl gilt zudem eine Sperrklausel von 3,25 Prozent. Stimmen für Parteien, die diese Hürde nicht erreichen, werden bei der Sitzverteilung nicht berücksichtigt. Dadurch können sich die tatsächlichen Mehrheitsverhältnisse gegenüber Umfragen verändern.
Warum die Regierungsbildung schwierig werden könnte
Die Wahlentscheidung in Israel lässt sich nicht allein auf einen Zweikampf zwischen Netanjahu und Eisenkot reduzieren. Beide Politiker sind auf mögliche Koalitionspartner angewiesen.
Netanjahu stützt sich politisch auf den Likud sowie rechtsgerichtete, nationalreligiöse und ultraorthodoxe Parteien. Innerhalb dieses Lagers bestehen unterschiedliche Vorstellungen über die zukünftige Sicherheitspolitik, staatliche Leistungen und die Rolle religiöser Institutionen.
Die Opposition umfasst ihrerseits mehrere Parteien mit teilweise erheblich voneinander abweichenden politischen Positionen.
Gadi Eisenkot, ehemaliger Generalstabschef der israelischen Streitkräfte, steht für eine sicherheitspolitisch profilierte Alternative zu Netanjahu. Seine Kritik richtet sich insbesondere gegen die Regierungsführung und den Umgang mit den Sicherheitsproblemen des Landes.
Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Regierungswechsel automatisch eine grundlegende Veränderung der iranpolitischen oder militärischen Strategie zur Folge hätte. Auch wichtige Oppositionsparteien vertreten gegenüber Iran und bewaffneten Organisationen in der Region eine harte sicherheitspolitische Linie.
Für die Regierungsbildung sind außerdem die arabischen Parteien von Bedeutung. Ihre mögliche Unterstützung oder parlamentarische Duldung einer Regierung ist politisch umstritten und wird von Teilen der Opposition abgelehnt.
Auch eine Regierung, die nicht über eine dauerhaft gesicherte Mehrheit verfügt, wäre denkbar. Sollte keine tragfähige Koalition zustande kommen, könnte Israel erneut vor langwierigen Verhandlungen oder späteren Neuwahlen stehen.
Eine Partei muss deshalb nicht zwingend die meisten Mandate erhalten, um den Regierungschef zu stellen. Entscheidend ist letztlich, welche parlamentarische Mehrheit gebildet werden kann.
Der 7. Oktober 2023 bleibt ein zentrales Wahlkampfthema
Die Abstimmung am 27. Oktober ist die erste israelische Parlamentswahl seit dem Angriff der Hamas vom 7. Oktober 2023.
Die damaligen Angriffe und die anschließenden Kriege in mehreren Teilen des Nahen Ostens prägen das politische Klima bis heute.
Für zahlreiche israelische Wähler steht die Frage im Mittelpunkt, welche Verantwortung die damalige Regierung und die Sicherheitsbehörden für das Versagen vor und während des Angriffs tragen.
Netanjahu verweist im Wahlkampf auf militärische Erfolge gegen die Hamas, die Hisbollah und Iran. Seine politischen Gegner kritisieren dagegen insbesondere die Verantwortung der Regierung für die Sicherheitslage und werfen ihr vor, die gesellschaftliche Spaltung vertieft zu haben.
Hinzu kommt der Konflikt über den Wehrdienst ultraorthodoxer Männer. Während zahlreiche israelische Reservisten wiederholt zum Militärdienst einberufen wurden, bestehen für Teile der ultraorthodoxen Bevölkerung weitreichende Ausnahmen.
Die Opposition fordert teilweise grundlegende Veränderungen. Ultraorthodoxe Parteien, die zu Netanjahus bisherigen Koalitionspartnern gehören, verteidigen dagegen besondere Regelungen für religiöse Studierende.
Auch die umstrittene Justizreform bleibt politisch relevant. Befürworter betrachten sie als notwendige Begrenzung der Macht nicht gewählter Richter. Kritiker sehen darin eine Schwächung der richterlichen Unabhängigkeit und institutioneller Kontrollmechanismen.
Ein weiterer Konfliktherd ist die Lage im Westjordanland. Bereits in der vergangenen Woche führten militärische Operationen und neue Gewalttaten zu zusätzlichen Spannungen. Über die Gewalt im Westjordanland unmittelbar vor der israelischen Wahl haben wir am 23. Oktober ausführlicher berichtet.
Was würde ein erneuter Konflikt mit Iran wirtschaftlich bedeuten?
Ein möglicher neuer Krieg zwischen Israel und Iran wäre nicht nur ein regionales Sicherheitsproblem. Seine wirtschaftlichen Folgen könnten weit über den Nahen Osten hinausreichen.
Besonders empfindlich reagieren die internationalen Energiemärkte. Iran liegt an der Straße von Hormus, einer der bedeutendsten Schifffahrtsrouten für Rohöl und Flüssiggas.
Bereits die bisherigen militärischen Auseinandersetzungen haben gezeigt, wie stark Angriffe, Blockaden und Transportbeschränkungen die internationale Energieversorgung beeinflussen können.
Ein erneuter größerer Konflikt könnte Risiken für Tanker, Ölterminals, Raffinerien und Pipelineverbindungen erhöhen. Auch Staaten, die nicht unmittelbar an den Kampfhandlungen beteiligt sind, wären von möglichen Lieferstörungen betroffen.
Öl und Gas: Sollten relevante Exportmengen ausfallen oder Transportwege länger eingeschränkt werden, könnten die internationalen Energiepreise steigen. Wie stark eine solche Reaktion ausfällt, hängt von der Dauer der Störungen, den verfügbaren Lagerbeständen und möglichen Ausweichrouten ab.
Internationale Schifffahrt: Militärische Spannungen können Versicherungsprämien und Transportkosten erhöhen. Werden Schiffe über längere Strecken umgeleitet, steigen gewöhnlich auch Fahrzeiten und Treibstoffverbrauch.
Inflation und Zinsen: Höhere Energiepreise können die Verbraucherpreise belasten. Für Zentralbanken entsteht dadurch ein schwieriger Zielkonflikt zwischen Inflationsbekämpfung und wirtschaftlicher Stabilität.
Israelische Wirtschaft: Ein erneuter größerer Krieg könnte zusätzliche staatliche Ausgaben verursachen, Investitionen erschweren und Unternehmen durch Reservisteneinberufungen und Sicherheitsmaßnahmen belasten.
Besonders für Israels international verflochtene Technologiebranche sind wirtschaftliche Stabilität, verlässliche Verkehrsverbindungen und funktionierende Kapitalmärkte wichtig.
Derzeit handelt es sich bei diesen möglichen Folgen um wirtschaftliche Risikoszenarien. Aus den Äußerungen Trumps und Netanjahus allein lässt sich kein konkreter neuer Produktionsausfall und auch kein bestimmter Ölpreisanstieg ableiten.
Welche Folgen hätte eine Eskalation für Deutschland?
Auch die deutsche Wirtschaft könnte von einer erneuten militärischen Zuspitzung im Nahen Osten betroffen sein.
Deutschland ist auf internationale Energieimporte und weltweit organisierte Lieferketten angewiesen. Höhere Ölpreise können deshalb unmittelbar oder zeitverzögert die Beschaffungskosten für Treibstoffe, Heizöl und petrochemische Rohstoffe beeinflussen.
Besonders energie- und transportintensive Wirtschaftszweige reagieren auf solche Veränderungen empfindlich.
Für die chemische Industrie können steigende Kosten wichtiger Vorprodukte relevant werden. Die Logistikbranche ist von Dieselpreisen abhängig, während Fluggesellschaften auf höhere Kerosinpreise reagieren müssen.
Darüber hinaus könnten anhaltend steigende Energiepreise die Inflation in Deutschland und im gesamten Euroraum verstärken.
Das würde die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen erschweren, insbesondere wenn sich gleichzeitig die Industrieproduktion abschwächt.
Allerdings ist zwischen kurzfristigen geopolitischen Risikoprämien und tatsächlichen Versorgungsengpässen zu unterscheiden. Ein vorübergehender Anstieg an den Ölbörsen bedeutet nicht automatisch eine dauerhafte Verteuerung sämtlicher Energieprodukte.
Gold und Silber – wie reagieren Edelmetalle auf die Israel-Wahl?
Auch die Edelmetallmärkte beobachten die Entwicklungen im Nahen Osten aufmerksam.
Gold wird in geopolitisch unsicheren Zeiten häufig stärker nachgefragt, weil Marktteilnehmer das Edelmetall als Absicherungsinstrument betrachten. Eine Verschärfung des Konflikts zwischen Israel und Iran könnte deshalb zusätzliche Nachfrage auslösen.
Entscheidend ist jedoch nicht allein die politische Nachrichtenlage. Der Goldpreis hängt außerdem vom US-Dollar, den internationalen Realzinsen und den Erwartungen an die amerikanische Geldpolitik ab.
Steigende Energiepreise können einerseits Inflationssorgen erhöhen. Andererseits könnten Zentralbanken bei hartnäckiger Inflation länger an hohen Zinsen festhalten. Letzteres kann Gold belasten.
Bei Silber kommt die industrielle Nachfrage hinzu. Das Metall wird unter anderem in der Elektronik, Solarindustrie und Elektrotechnik eingesetzt. Eine schwächere Weltkonjunktur könnte die industrielle Nachfrage beeinträchtigen, selbst wenn geopolitische Risiken die Nachfrage nach Edelmetallen insgesamt erhöhen.
Für beide Metalle gilt daher: Die Israel-Wahl kann geopolitische Unsicherheit verändern, bestimmt aber nicht allein die Preisentwicklung. Aus einem möglichen Wahlausgang oder militärischen Szenario lassen sich keine seriösen kurzfristigen Kursziele ableiten.
Israel-Wahl am 27. Oktober – worauf es jetzt ankommt
Am Dienstag werden die israelischen Wähler über die Zusammensetzung der 26. Knesset entscheiden. Besonders wichtig wird sein, welche Parteien die Sperrklausel überwinden und wie sich die 120 Mandate verteilen.
Mit der Schließung der Wahllokale dürften erste Nachwahlbefragungen veröffentlicht werden. Diese liefern erste Hinweise auf die politische Stimmung, ersetzen aber keine ausgezählten Stimmen.
Nach dem offiziellen Zeitplan der israelischen Zentralen Wahlkommission ist die Veröffentlichung der Wahlergebnisse für den 4. November vorgesehen. Vorläufige Ergebnisse können bereits früher bekannt werden.
Erst im Anschluss wird sich zeigen, welche Koalitionen parlamentarisch möglich sind und wer den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten könnte.
Außenpolitisch stehen vor allem drei Fragen im Raum: Wird die neue Regierung den bisherigen Kurs gegenüber Iran fortsetzen? Welche Rolle spielen die Vereinigten Staaten bei weiteren militärischen oder diplomatischen Entscheidungen? Und können die regionalen Konflikte ohne zusätzliche Eskalation eingedämmt werden?
Die Erklärung des Weißen Hauses, vor dem 3. November keinen Angriff auf Iran zu planen, setzt zumindest eine zeitliche Grenze für mögliche neue amerikanische Militäroperationen. Eine umfassende politische Entspannung bedeutet sie jedoch nicht.
Die israelische Wahl wird damit sowohl zu einer innenpolitischen Richtungsentscheidung als auch zu einem wichtigen Ereignis für die internationale Sicherheits- und Wirtschaftspolitik.
Fest steht: Eine neue Regierung in Jerusalem wird über weitreichende sicherheitspolitische Entscheidungen beraten müssen. Ob daraus neue Verhandlungen, eine Fortsetzung der bisherigen Strategie oder weitere militärische Auseinandersetzungen entstehen, ist vor der Wahl offen.
Häufige Fragen zur Israel-Wahl 2026
Wann findet die Israel-Wahl 2026 statt?
Die israelische Parlamentswahl findet am Dienstag, dem 27. Oktober 2026, statt. Gewählt werden die 120 Abgeordneten der Knesset. Für eine parlamentarische Mehrheit werden mindestens 61 Sitze benötigt.
Warum unterstützt Donald Trump Benjamin Netanjahu?
Trump betont seine enge Zusammenarbeit mit Netanjahu und verbindet seine Unterstützung ausdrücklich mit der bisherigen gemeinsamen Politik gegenüber Iran. Der US-Präsident hat die israelischen Wähler öffentlich zur Unterstützung Netanjahus aufgerufen. Ob sich diese Wahlempfehlung auf das Ergebnis auswirkt, ist offen.
Plant Israel nach der Wahl einen neuen Angriff auf Iran?
Netanjahu hat weitere Maßnahmen gegen die iranische Führung in Aussicht gestellt. Israels Verteidigungsminister dementierte konkrete Angriffspläne vor der Wahl. Das Weiße Haus erklärte außerdem, dass die USA vor dem 3. November 2026 keinen Angriff auf Iran durchführen würden. Ein neuer Militärschlag nach der Wahl ist damit weder bestätigt noch grundsätzlich ausgeschlossen.
Welche Auswirkungen könnte die Israel-Wahl auf Öl- und Goldpreise haben?
Entscheidend wäre vor allem, ob sich die militärische Lage im Nahen Osten verändert. Eine neue Eskalation könnte die Ölversorgung und wichtige Schifffahrtswege belasten sowie die Nachfrage nach Gold als Absicherungsinstrument beeinflussen. Konkrete Preisbewegungen lassen sich aus dem Wahlausgang allein nicht zuverlässig vorhersagen.
Redaktionelle Quellen und Nachrichtenstand
Dieser Artikel basiert auf internationalen Nachrichten vom 25. und 26. Oktober 2026, insbesondere auf Berichten von Reuters und Associated Press. Ergänzend wurden Veröffentlichungen der israelischen Zentralen Wahlkommission, israelischer Medien sowie die Mandatsschätzungen von Channel 12 und KAN 11 vom 23. Oktober ausgewertet.
Nachrichtenstand: 26. Oktober 2026, 21:53 Uhr MEZ (Europe/Berlin). Die israelische Wahl hat zum Redaktionsschluss noch nicht stattgefunden. Umfragewerte sind ausdrücklich keine Wahlergebnisse. Berichte über mögliche militärische Operationen wurden von bestätigten politischen Aussagen und offiziellen Dementis getrennt.
Ausgewählte Quellen:
Reuters – Netanjahu, Trumps Wahlempfehlung und die Iran-Frage am 26. Oktober 2026
Associated Press – Die wichtigsten Streitfragen der israelischen Parlamentswahl 2026
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Quelle: https://blog.muenzkauf.de/Israel-Wahl-2026-Trump-unterstuetzt-Netanjahu-droht-ein-neuer-Krieg-mit-Iran-26102026