Wohnen, Strom, Wasser – alles in öffentlicher Hand?
Linken-Chef Luigi Pantisano fordert weitreichende Veränderungen bei Eigentum und Grundversorgung. Was steckt hinter seinen Plänen?
Der Vorsitzende der Linkspartei, Luigi Pantisano, hat eine weitreichende Vergesellschaftung zentraler Lebensbereiche gefordert. Energieversorgung, öffentlicher Verkehr, Wohnraum und Wasser sollen nach seinen Vorstellungen stärker in gemeinschaftliche Verantwortung überführt werden. Damit geht die politische Forderung deutlich über die bisherige Debatte um große Wohnungskonzerne hinaus.
Im Gespräch mit dem Deutschlandfunk erklärte Pantisano: „Wir wollen, dass alle Dinge des Gemeinwohls – Energie, Mobilität, Wohnen, Wasser, alle Grundbedürfnisse, die die Menschen in diesem Land haben – vergesellschaftet sind.“
Vergesellschaftung statt privater Gewinne

Besonders beim Wohnungsmarkt kritisiert Pantisano die Gewinnerzielung großer Immobilienunternehmen. Mieteinnahmen sollten seiner Ansicht nach vorrangig für Instandhaltung und die Schaffung zusätzlichen Wohnraums eingesetzt werden.
In Berlin haben sich Linke, SPD und Grüne bei Sondierungen mit der möglichen Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne mit mindestens 10.000 Wohnungen beschäftigt. Pantisano möchte den Gedanken auf weitere Bereiche der Daseinsvorsorge ausweiten.
Vergesellschaftung bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass sämtliche Betriebe unmittelbar von staatlichen Behörden geführt werden. Auch öffentlich-rechtliche oder genossenschaftliche Organisationsformen kommen grundsätzlich infrage.
Was würde das für Bürger und Wirtschaft bedeuten?
Die Forderungen berühren grundlegende Fragen der Wirtschaftsordnung. Befürworter versprechen sich eine stärkere Orientierung am Gemeinwohl, bezahlbare Grundversorgung und geringeren Einfluss privater Renditeinteressen.
Kritiker verweisen dagegen auf mögliche Entschädigungskosten, Investitionsrisiken und die Frage, ob öffentliche Unternehmen tatsächlich effizienter wirtschaften. Auch die Finanzierung von Infrastruktur, Wohnungsneubau und Modernisierungen müsste geklärt werden.
Artikel 15 des Grundgesetzes eröffnet grundsätzlich die Möglichkeit, bestimmte Eigentumsformen durch Gesetz gegen Entschädigung in Gemeineigentum oder andere Formen der Gemeinwirtschaft zu überführen. Die rechtliche und praktische Umsetzung wäre jedoch komplex.
Entscheidend bleibt: Pantisanos Aussagen sind politische Forderungen, keine bereits beschlossenen bundesweiten Verstaatlichungen. Konkrete Gesetze, Finanzierungskonzepte und die jeweiligen Eigentumsmodelle müssten erst ausgearbeitet werden.
Über die Aussagen berichteten am 24. Oktober 2026 unter anderem der Deutschlandfunk und NIUS.
24.10.2026 - Tobias Dalacker - edelmetalle-aktuell@muenzkauf.de
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Quelle: https://blog.muenzkauf.de/Linken-Chef-Pantisano-will-Grundversorgung-vergesellschaften-24102026t