Welt Kompakt – 2. November 2026

Die Welt verstehen. Jeden Abend. Aktuelle Nachrichten aus den USA, China, Russland und weiteren Staaten – mit den Folgen für Politik, Wirtschaft und internationale Märkte.

Von Rina Teitscheid

Inhaltsverzeichnis

Am Vorabend der amerikanischen Kongresswahlen richtet sich der Blick der Welt auf Washington. Gleichzeitig sorgen neue diplomatische Bemühungen im Konflikt mit Iran für deutlich sinkende Ölpreise, während die Kämpfe in der Ukraine andauern. In Asien mehren sich die Hinweise auf eine Abschwächung der Industriekonjunktur. Südkorea setzt dagegen mit umfangreichen Investitionsplänen für künstliche Intelligenz auf technologisches Wachstum. Der 2. November 2026 zeigt, wie eng internationale Sicherheit, Energieversorgung, politische Entscheidungen und wirtschaftliche Entwicklung miteinander verbunden sind.

 

Die Welt in 60 Sekunden

 

USA – Kongresswahlen stehen unmittelbar bevor: Am 3. November entscheiden amerikanische Wähler über die Zusammensetzung des Kongresses. Hohe Lebenshaltungskosten, Energiepreise und die Politik von Präsident Donald Trump prägen den Wahlkampf. Das Ergebnis könnte den Handlungsspielraum der Regierung erheblich verändern.

Iran – Neue Hoffnung auf eine diplomatische Lösung: Vermittlungsbemühungen unter Beteiligung Katars haben Erwartungen an eine mögliche Verständigung zwischen Washington und Teheran geweckt. Iran stellt eine Wiederöffnung der Straße von Hormus unter Bedingungen in Aussicht. Eine verbindliche Einigung liegt bislang nicht vor.

China – Industrie wächst, doch die Unterschiede nehmen zu: Private Konjunkturumfragen signalisieren weiterhin Expansion in Teilen der chinesischen Industrie. Offizielle Daten zeichnen jedoch ein schwächeres Bild. Hohe Energiekosten und Unsicherheiten im Welthandel belasten die Aussichten.

Russland und Ukraine – Neue schwere Angriffe: Ukrainische Behörden melden 24 Todesopfer nach russischen Angriffen auf Einrichtungen für Zivilisten in der Region Saporischschja. Die Angaben zu den Opfern stammen von ukrainischer Seite. Die Kämpfe dauern trotz begrenzter humanitärer Vereinbarungen an.

Südkorea – Milliardenprogramm für künstliche Intelligenz: Präsident Lee Jae Myung wirbt für einen Rekordhaushalt mit umfangreichen Investitionen in Halbleiter, Rechenzentren und KI-Technologien. Südkorea will seine Position als internationaler Technologiestandort stärken.

 

USA – Kongresswahlen werden zum politischen Belastungstest

 

Welt Kompakt – internationale Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Weltgeschehen

Die Vereinigten Staaten stehen vor einer politisch entscheidenden Wahl. Am Dienstag, dem 3. November, werden sämtliche Sitze im Repräsentantenhaus und ein Teil des Senats neu gewählt. Für Präsident Donald Trump geht es dabei um die Frage, ob seine Republikanische Partei ihre parlamentarische Mehrheit behaupten kann.

Im Mittelpunkt des Wahlkampfs steht die wirtschaftliche Situation vieler amerikanischer Haushalte. Obwohl die US-Wirtschaft weiterhin wächst und der Arbeitsmarkt vergleichsweise stabil ist, belasten hohe Verbraucherpreise die Stimmung. Besonders Lebensmittel, Energie, Wohnkosten und Kreditzinsen beschäftigen die Bevölkerung.

Nach einer aktuellen Reuters-Analyse stieg die amerikanische Wirtschaftsleistung im vergangenen Quartal mit einer annualisierten Rate von 3,4 Prozent. Gleichzeitig bleibt die Kaufkraft vieler Beschäftigter unter Druck. Die wirtschaftlichen Kennzahlen und die persönliche Wahrnehmung der Verbraucher entwickeln sich damit unterschiedlich.

Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch die amerikanische Zollpolitik und den Konflikt mit Iran. Beide Themen haben Auswirkungen auf Importpreise, Lieferketten und Energieversorgung.

Ein Verlust der republikanischen Mehrheit in einer oder beiden Kongresskammern könnte die Gesetzgebung der Trump-Regierung erschweren. Haushaltsentscheidungen, Steuerpolitik und weitere wirtschaftspolitische Vorhaben wären stärker von parteiübergreifenden Verhandlungen abhängig.

Wirtschaftliche Bedeutung: Die Kongresswahlen können Erwartungen an amerikanische Staatsausgaben, Zölle und wirtschaftspolitische Reformen verändern. Für internationale Finanzmärkte sind außerdem mögliche Reaktionen des US-Dollars und der Anleiherenditen entscheidend. Aus dem Wahlergebnis allein lässt sich allerdings keine eindeutige Richtung für Aktien oder Edelmetalle ableiten.

 

Iran und Naher Osten – Diplomatie bewegt den Ölmarkt

 

Neue diplomatische Initiativen im Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Iran haben am Montag zu deutlichen Preisrückgängen am internationalen Ölmarkt geführt.

Nach Berichten internationaler Nachrichtenagenturen fanden Gespräche zwischen iranischen Vertretern und katarischen Vermittlern statt. Im Mittelpunkt stehen Möglichkeiten zur Deeskalation sowie die Wiederherstellung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus.

Iran hat erklärt, unter bestimmten Voraussetzungen innerhalb von zwei Tagen Schritte zur Wiederöffnung der wichtigen Meerenge und zur Wiederaufnahme von Atomverhandlungen einleiten zu können. Teheran verlangt unter anderem Erleichterungen bei Sanktionen und der amerikanischen Blockade iranischer Häfen.

Eine Zustimmung Washingtons zu diesen Bedingungen wurde bislang nicht bestätigt. US-Außenminister Marco Rubio betonte nach Medienberichten den Vorrang diplomatischer Bemühungen, ohne militärische Optionen grundsätzlich auszuschließen.

Gleichzeitig berichtete Associated Press unter Berufung auf informierte Personen, dass Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu auf weitere amerikanische Militärschläge gegen Iran dränge. Eine entsprechende Entscheidung Trumps liegt nach diesen Berichten nicht vor.

Die Straße von Hormus ist für die internationale Energieversorgung von herausragender Bedeutung. Einschränkungen des Schiffsverkehrs betreffen nicht nur Rohöl, sondern auch Flüssiggas, petrochemische Produkte und internationale Transportkosten.

Am Montag gerieten die Ölnotierungen deutlich unter Druck. Der Rückgang spiegelt vor allem die Hoffnung auf diplomatische Fortschritte wider. Eine vollständige Normalisierung der Energieversorgung ist daraus noch nicht abzuleiten.

Wirtschaftliche Bedeutung: Eine dauerhafte Entspannung könnte Transport- und Energiekosten senken und damit den Inflationsdruck in zahlreichen Volkswirtschaften verringern. Ein erneutes Scheitern der Verhandlungen würde dagegen Risiken für Ölpreise, internationale Lieferketten und die Geldpolitik erhöhen.

 

Russland und Ukraine – Angriffe trotz diplomatischer Bemühungen

 

Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine fordert weiterhin zahlreiche zivile Opfer. Nach Angaben ukrainischer Behörden wurden bei russischen Angriffen auf ein Hilfszentrum und eine benachbarte Unterkunft in der Region Saporischschja mindestens 24 Menschen getötet.

Die Behörden berichteten außerdem von Vermissten und schwierigen Rettungsarbeiten. Die gemeldeten Opferzahlen konnten im Rahmen dieser Berichterstattung nicht unabhängig überprüft werden.

Weitere russische Drohnenangriffe wurden aus Charkiw und Odessa gemeldet. Gleichzeitig berichtete Russland von ukrainischen Drohnenangriffen auf eigenes Staatsgebiet. Angaben über abgefangene Drohnen und militärische Schäden stammen teilweise unmittelbar von den beteiligten Konfliktparteien.

Eine begrenzte humanitäre Feuerpause im Gebiet Cherson ist inzwischen ausgelaufen. Sie sollte die Versorgung und mögliche Evakuierung von Zivilisten erleichtern.

Diplomatische Gespräche unter amerikanischer Vermittlung bleiben grundsätzlich im Raum. Ein belastbarer Termin für umfassende neue Friedensverhandlungen ist jedoch nicht bestätigt.

Wirtschaftliche Bedeutung: Der fortdauernde Krieg beeinflusst die europäischen Sicherheitsausgaben, Energieversorgung und Transportwege. Auch russische Energieinfrastruktur und ukrainische Exportkapazitäten bleiben Risiken ausgesetzt. Eine nachhaltige wirtschaftliche Entspannung setzt mehr voraus als zeitlich begrenzte humanitäre Vereinbarungen.

 

China – Unterschiedliche Signale aus der Industrie

 

Die chinesische Industrie zeigt zum Beginn des Novembers ein uneinheitliches Bild. Während private Einkaufsmanagerbefragungen weiterhin auf Wachstum hindeuten, signalisieren offizielle Erhebungen eine schwächere Entwicklung.

Der private RatingDog-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe lag im Oktober bei 52,0 Punkten. Werte oberhalb von 50 Punkten deuten grundsätzlich auf eine Ausweitung der wirtschaftlichen Aktivität hin.

Allerdings bestehen erhebliche Unterschiede zwischen exportorientierten Unternehmen und stärker vom chinesischen Binnenmarkt abhängigen Industriebetrieben.

Die schwächere Baukonjunktur, zurückhaltende Investitionen und die Belastung durch Energiepreise bleiben wichtige Herausforderungen. Hinzu kommt ein intensiver internationaler Wettbewerb, insbesondere in technologischen Industriezweigen.

China ist zugleich einer der wichtigsten Abnehmer industrieller Rohstoffe. Entwicklungen in der chinesischen Bauwirtschaft, Elektrotechnik, Automobilproduktion und Energieinfrastruktur haben deshalb unmittelbare Bedeutung für internationale Metallmärkte.

Auch außenpolitisch gewinnt Peking an Bedeutung. China hat angekündigt, einen Gesandten in die Golfregion zu entsenden, um diplomatische Bemühungen im Nahostkonflikt zu unterstützen.

Wirtschaftliche Bedeutung: Eine anhaltende Schwäche der chinesischen Binnenkonjunktur könnte die Nachfrage nach Kupfer, Stahl und weiteren Industriemetallen begrenzen. Gleichzeitig können Investitionen in Stromnetze, Halbleiter, Elektromobilität und Automatisierung einzelne Rohstoffmärkte stützen.

 

Südkorea – Rekordhaushalt soll KI und Halbleiter stärken

 

Südkoreas Präsident Lee Jae Myung hat das Parlament aufgefordert, einen umfangreichen Staatshaushalt für das kommende Jahr zu verabschieden.

Nach Reuters-Angaben sieht der Haushaltsentwurf Ausgaben von insgesamt 820,9 Billionen Won vor. Für künstliche Intelligenz sind 21,3 Billionen Won eingeplant. Damit sollen insbesondere Halbleitertechnologie, Rechenzentren und Anwendungen künstlicher Intelligenz gefördert werden.

Das Programm verdeutlicht die wachsende wirtschaftspolitische Bedeutung technologischer Infrastruktur. Südkorea zählt zu den international wichtigsten Produktionsstandorten für Speicherchips und weitere elektronische Bauteile.

Die Nachfrage nach leistungsfähigen Halbleitern für KI-Systeme hat die Exportwirtschaft zuletzt unterstützt. Gleichzeitig ist die Branche stark von globalen Investitionszyklen abhängig.

Die südkoreanische Regierung will mit ihren Investitionen nicht nur Unternehmen fördern, sondern auch die technologische Wettbewerbsfähigkeit des Landes langfristig sichern.

Wirtschaftliche Bedeutung: Der Ausbau von Rechenzentren und Halbleiterfabriken erhöht den Bedarf an elektrischer Infrastruktur, Energieversorgung und bestimmten Industriemetallen. Kupfer und Silber spielen dabei unterschiedliche technische Rollen. Die tatsächliche zusätzliche Metallnachfrage hängt allerdings von Baugeschwindigkeit, Anlagenkonzepten und Materialeffizienz ab.

 

Japan – Regierung will Währungsschwankungen begrenzen

 

Japan setzt weiterhin auf eine enge Abstimmung mit den Vereinigten Staaten in Fragen der Währungspolitik.

Finanzministerin Satsuki Katayama erklärte am Montag, dass die Zusammenarbeit mit Washington unabhängig vom Ausgang der amerikanischen Kongresswahlen fortgesetzt werden solle.

Die Regierung beobachtet insbesondere spekulative Bewegungen am Devisenmarkt. Japan behält sich Maßnahmen vor, falls außergewöhnliche oder ungeordnete Wechselkursentwicklungen auftreten.

Für die exportorientierte japanische Wirtschaft ist der Wechselkurs des Yen von großer Bedeutung. Eine schwache Landeswährung kann zwar die Wettbewerbsfähigkeit von Exporteuren verbessern, gleichzeitig aber Energie- und Rohstoffimporte verteuern.

Zusätzlich verliert die Expansion der japanischen Industrie nach aktuellen Einkaufsmanagerdaten an Dynamik. Die hohen Energiekosten und die Unsicherheit über die internationale Nachfrage wirken belastend.

Wirtschaftliche Bedeutung: Wechselkursbewegungen in Japan können internationale Kapitalströme beeinflussen. Besonders relevant ist dabei die Entwicklung der japanischen Zinsen im Verhältnis zu amerikanischen Staatsanleihen.

 

Indien und Südostasien – Unterschiedliche Wachstumskräfte

 

In Indien hat sich das Wachstum des verarbeitenden Gewerbes nach aktuellen Unternehmensbefragungen abgeschwächt. Gleichzeitig entwickelten sich die Exportaufträge vergleichsweise robust.

Für die indische Wirtschaft bleiben Energieimporte ein wesentlicher Kostenfaktor. Hohe Rohölpreise können die Handelsbilanz belasten, die Inflation verstärken und den geldpolitischen Spielraum begrenzen.

In Teilen Südostasiens fällt die industrielle Entwicklung günstiger aus. Unternehmensumfragen zeigen eine beschleunigte Expansion in Indonesien, Vietnam und Malaysia.

Diese Unterschiede verdeutlichen, dass die asiatische Wirtschaft nicht als einheitlicher Konjunkturraum betrachtet werden kann. Während einige Länder von Produktionsverlagerungen und neuen Investitionen profitieren, leiden andere stärker unter Energiekosten oder schwacher Binnennachfrage.

Für internationale Unternehmen bleibt die Region wichtig, weil sie zunehmend als zusätzlicher Produktionsstandort neben China genutzt wird.

 

Weitere internationale Entwicklungen

 

Israel und palästinensische Gebiete: Israel hat nach eigenen Angaben einen größeren Militäreinsatz im Raum Hebron beendet. In Gaza wurden weitere tödliche Luftangriffe gemeldet. Die Sicherheitslage bleibt angespannt, während politische Bemühungen um eine regionale Deeskalation fortgesetzt werden.

Jemen: Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration haben erneute Kämpfe mehr als 300.000 Menschen zur Flucht gezwungen. Vorwürfe über einzelne Angriffe und deren Verantwortliche lassen sich nicht durchgehend unabhängig bestätigen. Die humanitäre Versorgung bleibt erheblich eingeschränkt.

Saudi-Arabien und Golfstaaten: Die Regierungen der Region beobachten die amerikanisch-iranischen Gespräche mit besonderem Interesse. Neue militärische Auseinandersetzungen könnten Energieexporte, Hafenanlagen und die Sicherheit internationaler Schifffahrtswege gefährden.

Brasilien und Indonesien: Beide Volkswirtschaften stehen in der neuen Handelswoche im Fokus internationaler Investoren. Dabei spielen geldpolitische Erwartungen, Wechselkursentwicklungen und die Widerstandsfähigkeit der jeweiligen Binnenwirtschaft eine wichtige Rolle. Neue konkrete Zinsentscheidungen werden für den heutigen Nachrichtenstand nicht behauptet.

Südafrika: Die diplomatischen Spannungen im Zusammenhang mit dem jüngsten G20-Außenministertreffen wirken nach. Südafrikas umstrittene Nichtteilnahme und die Differenzen zwischen wichtigen Mitgliedstaaten verdeutlichen die Schwierigkeiten internationaler wirtschaftspolitischer Zusammenarbeit.

 

Weltwirtschaft – Öl, Inflation und Notenbanken im Mittelpunkt

 

Für die internationale Wirtschaft beginnt eine besonders wichtige Woche. Neben den amerikanischen Kongresswahlen stehen Konjunkturdaten, Unternehmensberichte und geldpolitische Entscheidungen im Mittelpunkt.

Die deutlich gesunkenen Ölpreise am Montag sind dabei ein wesentlicher Faktor. Nach den zuvor gestiegenen Energiekosten hoffen Unternehmen und Verbraucher auf eine Entlastung.

Allerdings bleibt ungewiss, ob der Preisrückgang dauerhaft ist. Die internationalen Energiemärkte reagieren derzeit besonders empfindlich auf Meldungen über mögliche Verhandlungen und militärische Entwicklungen im Nahen Osten.

Die Förderpolitik der OPEC+ bleibt ebenfalls relevant. Mehrere beteiligte Produzenten hielten ihre Produktionsziele für Dezember unverändert. Entscheidend ist jedoch nicht allein die angekündigte Förderung, sondern auch, welche Mengen tatsächlich produziert und transportiert werden können.

In den Vereinigten Staaten steht die Federal Reserve vor einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld. Einerseits wächst die Wirtschaft, andererseits bleiben Inflation und Finanzierungskosten für viele Haushalte hoch.

Weitere Zinserhöhungen könnten den Preisauftrieb begrenzen, würden zugleich aber Kredite und Investitionen verteuern. Sinkende Energiepreise könnten den Inflationsdruck abschwächen, sofern die Entspannung anhält und bei Unternehmen sowie Verbrauchern ankommt.

Auch der internationale Technologiesektor bleibt ein wichtiger Konjunkturfaktor. Die hohen Investitionen in künstliche Intelligenz haben das Wachstum und die Nachfrage nach Halbleitern unterstützt. Gleichzeitig wächst die Aufmerksamkeit für die Frage, ob die erwarteten Erträge diese Investitionen rechtfertigen.

Der Internationale Währungsfonds rechnet für Asien nach den von Reuters berichteten Projektionen mit einer Abschwächung des regionalen Wachstums von 5,0 Prozent im Jahr 2025 auf 4,8 Prozent 2026 und 4,4 Prozent 2027.

Zu den Risiken zählen Energiepreisschocks und eine mögliche Korrektur des Investitionsbooms rund um künstliche Intelligenz.

Wirtschaftliche Bedeutung: Die Kombination aus geopolitischen Risiken, unterschiedlichen regionalen Wachstumsraten und weiterhin anspruchsvoller Geldpolitik erschwert wirtschaftliche Prognosen. Für den Welthandel bleibt entscheidend, ob sich Energieversorgung und internationale Handelsbeziehungen stabilisieren.

 

Gold, Silber und Industriemetalle – Welche Folgen sind möglich?

 

Die internationalen Entwicklungen des 2. November wirken über unterschiedliche Kanäle auf die Edelmetall- und Rohstoffmärkte.

Gold: Im Mittelpunkt stehen die amerikanischen Realzinsen, die Entwicklung des US-Dollars und geopolitische Risiken. Eine diplomatische Entspannung im Nahen Osten könnte einen Teil der sicherheitsbedingten Nachfrage nach Gold verringern. Gleichzeitig könnten sinkende Energiepreise die Inflationserwartungen und damit die Zinsperspektiven verändern. Die Wirkung auf den Goldpreis ist deshalb nicht eindeutig.

Auch die Goldkäufe von Zentralbanken bleiben ein struktureller Einflussfaktor. Sie hängen jedoch von längerfristigen Reserveentscheidungen ab und lassen sich nicht unmittelbar aus einzelnen Tagesmeldungen ableiten.

Silber: Silber wird sowohl als Edelmetall als auch als industrieller Rohstoff nachgefragt. Neben Zinsen und Dollarentwicklung spielen Elektronik, Solarindustrie und elektrische Anwendungen eine wichtige Rolle. Eine Abschwächung der Industriekonjunktur kann die Nachfrage belasten, während der Ausbau technologischer Infrastruktur zusätzliche Impulse schaffen kann.

Platin und Palladium: Beide Metalle sind eng mit industriellen Anwendungen verbunden. Besonders wichtig bleibt die Automobilindustrie, in der sie unter anderem in Abgaskatalysatoren eingesetzt werden. Veränderungen bei Fahrzeugproduktion, Antriebstechnologien und Emissionsvorschriften können die Nachfrage beeinflussen.

Kupfer: Das Industriemetall steht im Spannungsfeld zwischen schwächerer chinesischer Baukonjunktur und langfristig wachsendem Bedarf für Stromnetze, Rechenzentren, Elektrifizierung und Infrastruktur. Neue Investitionen in Asien könnten die Nachfrage unterstützen, während eine schwächere Weltkonjunktur gegenläufig wirkt.

Die aktuelle Marktlage zeigt, weshalb politische Nachrichten nicht automatisch in eindeutige Rohstoffpreisprognosen übersetzt werden können. Angebotslage, Lagerbestände, Finanzierungskosten und tatsächliche industrielle Nachfrage bleiben gleichermaßen entscheidend.

Eine ergänzende Einordnung der laufenden Handelswoche bietet der Beitrag Gold und Silber vor einer entscheidenden Börsenwoche.

 

Ausblick – Was die Welt jetzt beschäftigt

 

Die kommenden Tage dürften vor allem von politischen Entscheidungen und neuen Wirtschaftsdaten geprägt werden.

3. November – US-Kongresswahlen: Das Ergebnis entscheidet über die künftigen Mehrheitsverhältnisse im amerikanischen Kongress. Besonders aufmerksam werden mögliche Veränderungen in der Haushalts-, Handels- und Außenpolitik verfolgt.

Iran und Straße von Hormus: Die internationalen Märkte warten auf konkrete Ergebnisse der diplomatischen Vermittlung. Entscheidend ist, ob Washington und Teheran einen tragfähigen Rahmen für die Sicherheit der Schifffahrt und weitere Verhandlungen vereinbaren können.

Russland und Ukraine: Im Mittelpunkt stehen die weitere militärische Entwicklung, humanitäre Hilfsmaßnahmen und mögliche Fortschritte bei internationalen Vermittlungsbemühungen. Ein verlässlicher Termin für umfassende neue Verhandlungen ist bislang nicht bestätigt.

US-Arbeitsmarkt: Neue Beschäftigungsdaten im weiteren Wochenverlauf könnten die Erwartungen an die amerikanische Geldpolitik verändern. Besonders wichtig werden Beschäftigungsentwicklung, Arbeitslosenquote und Löhne sein.

Internationale Notenbanken: Mehrere geldpolitische Entscheidungen und Stellungnahmen stehen an. Dabei werden die Folgen hoher Energiepreise und die weitere Inflationsentwicklung eine wichtige Rolle spielen.

Asiatische Industrie: Weitere Konjunkturindikatoren und Unternehmensberichte dürften zeigen, ob sich die Abschwächung in Teilen der asiatischen Industrie fortsetzt oder die Nachfrage nach Halbleitern und technologischer Infrastruktur stabilisierend wirkt.

Die entscheidende Frage lautet, ob sich die diplomatischen Hoffnungen im Nahen Osten in überprüfbare Vereinbarungen übersetzen lassen. Gelingt eine nachhaltige Entspannung, könnte dies Energiepreise und Inflationserwartungen beeinflussen. Bleibt der Konflikt ungelöst, dürfte die Unsicherheit für Unternehmen, Verbraucher und Finanzmärkte bestehen bleiben.

 

Quellen und Nachrichtenstand

 

Für diese Ausgabe wurden internationale Agenturberichte und wirtschaftliche Veröffentlichungen mit Schwerpunkt auf dem 2. November 2026 sowie ergänzende Informationen aus den unmittelbar vorangegangenen Tagen ausgewertet. Ältere Angaben dienen ausschließlich der Einordnung.

Zu den wesentlichen Quellen gehören Reuters und Associated Press. Berücksichtigt wurden insbesondere die amerikanischen Kongresswahlen, die Verhandlungen mit Iran, die Entwicklung der asiatischen Industrie sowie der Krieg in der Ukraine.

Reuters – US-Wirtschaft und Kongresswahlen vom 2. November 2026

Reuters – Asiatische Industrie und KI-Konjunktur vom 2. November 2026

Nachrichtenstand: Montag, 2. November 2026, 20:22 Uhr (MEZ, Europe/Berlin). Nachrichtenzeitraum: Schwerpunkt 1. bis 2. November 2026. Spätere Entwicklungen sind nicht berücksichtigt.

 

02.11.2026 - Rina Teitscheid - info@muenzkauf.de

 

 

 






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Quelle: https://blog.muenzkauf.de/Welt-Kompakt-Weltnachrichten-vom-2-November-2026-02112026