Welt Kompakt – 30. Oktober 2026

Die Welt verstehen. Jeden Abend. Aktuelle Nachrichten aus den USA, China, Russland und weiteren Staaten – mit den Folgen für Politik, Wirtschaft und internationale Märkte.

Von Rina Teitscheid

Inhaltsverzeichnis

Die internationale Nachrichtenlage wird am Freitag, dem 30. Oktober 2026, von neuen Spannungen im Nahen Osten, diplomatischen Auseinandersetzungen beim G20-Treffen in den USA und einer Neuordnung wichtiger Handelsbeziehungen geprägt. Berichte über brennende Öltanker in der Straße von Hormus rücken die Sicherheit der weltweiten Energieversorgung erneut in den Mittelpunkt. Gleichzeitig suchen Washington und Peking nach wirtschaftlichen Vereinbarungen, während Russland und die Ukraine über mögliche Veränderungen im Energiekrieg diskutieren. In Brasilien richtet sich der Blick nach der Präsidentschaftswahl auf die künftige Rohstoff- und Handelspolitik.

 

Die Welt in 60 Sekunden – fünf wichtige Nachrichten

 

1. Iran – Zwischenfälle in der Straße von Hormus: Die iranischen Revolutionsgarden melden Brände und Explosionen auf drei Öltankern. Die Angaben zu den Ursachen und zum genauen Ablauf sind bislang nicht unabhängig bestätigt. Die Entwicklung verstärkt die Unsicherheit über den internationalen Öltransport.

2. USA – G20-Treffen von politischen Konflikten überschattet: Außenminister Marco Rubio fordert in Atlanta internationale Zusammenarbeit. Streit über Russland, die Ukraine und den Nahen Osten belastet die Gespräche. Ein gemeinsames Gruppenfoto wurde wegen diplomatischer Differenzen abgesagt.

3. China – Xi Jinping wirbt um engere Beziehungen zu Deutschland: Bei Gesprächen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier setzt Chinas Staatspräsident auf wirtschaftliche Kooperation. Gleichzeitig bestehen erhebliche Meinungsverschiedenheiten über Handel, Wettbewerb und industrielle Abhängigkeiten.

4. Russland und Ukraine – Berichte über Pause bei Raffinerieangriffen: Nach Medienberichten hat die Ukraine ihre Angriffe auf russische Ölraffinerien vorübergehend ausgesetzt. Ein Zusammenhang mit amerikanischem diplomatischem Druck wird berichtet, ist aber nicht unabhängig bestätigt.

5. Brasilien – Rohstoffpolitik nach der Präsidentschaftswahl: Nach der Wiederwahl von Luiz Inácio Lula da Silva erwarten Beobachter Kontinuität im Handel mit China. Besonders Sojabohnen, Seltene Erden und Energieprodukte stehen im Mittelpunkt internationaler Interessen.

 

USA – G20-Außenminister beraten über Kriege und Welthandel

 

Welt Kompakt – internationale Nachrichten aus Politik, Wirtschaft und Weltgeschehen

In Atlanta haben die Außenminister der G20-Staaten ihre Beratungen über internationale Krisen und wirtschaftliche Zusammenarbeit aufgenommen. US-Außenminister Marco Rubio forderte die Teilnehmer auf, trotz erheblicher politischer Differenzen gemeinsame Lösungen für die Stabilität der Weltwirtschaft zu suchen.

Im Mittelpunkt stehen der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, die Konflikte im Nahen Osten, Handelsungleichgewichte und die Sicherheit internationaler Energie- und Lieferketten. Auch die Abhängigkeit zahlreicher Industriestaaten von chinesischen Rohstoffen und strategischen Mineralien gehört zu den wirtschaftspolitischen Streitpunkten.

Wie tief die diplomatischen Gegensätze reichen, zeigte sich bereits beim traditionellen Gruppenfoto. Dieses wurde abgesagt, nachdem europäische Vertreter Einwände gegen eine gemeinsame Aufnahme mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow erhoben hatten.

Zusätzliche Spannungen entstehen durch den Ausschluss Südafrikas von dem Treffen. Die südafrikanische Regierung kritisiert diese Entscheidung. Auch die Frage, wie Washington künftig gegenüber Russland und Iran vorgehen wird, bleibt umstritten.

Wirtschaftliche Bedeutung: Die G20 repräsentieren einen wesentlichen Teil der globalen Wirtschaftsleistung und des Welthandels. Fortschritte bei Handelsregeln, Rohstoffversorgung und Krisendiplomatie könnten Investitionsentscheidungen erleichtern. Bleiben die politischen Gegensätze bestehen, erhöht dies die Unsicherheit für international tätige Unternehmen.

 

Iran – Straße von Hormus erneut im Zentrum der Energiekrise

 

Die iranischen Revolutionsgarden haben am Freitag erklärt, dass drei Öltanker bei Zwischenfällen in der Straße von Hormus in Brand geraten seien. Nach iranischen Angaben sollen Schiffe unerlaubte Transportrouten genutzt haben. Staatliche Medien berichteten außerdem über eine mögliche Minenexplosion.

Diese Angaben konnten zunächst nicht unabhängig bestätigt werden. Auch eine iranische Behauptung über die Zerstörung eines unbemannten amerikanischen Wasserfahrzeugs blieb zunächst unbestätigt. Deshalb lässt sich aus den bisherigen Meldungen weder eine gesicherte Ursache der Tankerzwischenfälle noch eine eindeutige militärische Verantwortlichkeit ableiten.

Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und gehört zu den strategisch wichtigsten Seewegen für den internationalen Energiehandel. Eine Einschränkung der Schifffahrt betrifft nicht nur Rohöllieferungen, sondern auch Flüssiggastransporte, Versicherungsbedingungen und die Kosten des internationalen Seeverkehrs.

Parallel laufen diplomatische Bemühungen zur Entschärfung des Konflikts. Nach Berichten über Vermittlungsversuche aus Katar und Kontakte zwischen Washington und Teheran bleibt jedoch offen, ob daraus belastbare Vereinbarungen entstehen.

Wirtschaftliche Bedeutung: Schon die Erwartung weiterer Transportstörungen kann Risikoprämien auf den Ölmärkten erhöhen. Steigende Energie- und Frachtkosten würden insbesondere importabhängige Volkswirtschaften in Asien und Europa belasten. Für die Inflation wäre entscheidend, wie lange mögliche Lieferunterbrechungen andauern.

 

China – Xi Jinping sucht wirtschaftliche Annäherung an Europa

 

Chinas Staatspräsident Xi Jinping hat bei Gesprächen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für eine engere Zusammenarbeit mit Deutschland geworben. Xi stellte stabile politische Beziehungen und eine pragmatische Wirtschaftspolitik in den Mittelpunkt seiner Botschaft.

Der Besuch findet in einer Phase wachsender Handelskonflikte statt. Europäische Unternehmen kritisieren Wettbewerbsverzerrungen und Marktzugangshürden, während China auf die Bedeutung offener Handelsbeziehungen verweist.

Die chinesische Industriepolitik zielt darauf ab, wichtige Technologien und Produktionsketten stärker im eigenen Land zu kontrollieren. Für ausländische Unternehmen ergeben sich daraus sowohl Chancen durch den großen chinesischen Absatzmarkt als auch Risiken durch zunehmenden Wettbewerb und regulatorische Unsicherheit.

Gleichzeitig versucht Peking, seine wirtschaftlichen Beziehungen zu europäischen Staaten auszubauen. Für Deutschland bleibt China ein bedeutender Handelspartner, insbesondere in der Automobilindustrie, im Maschinenbau und bei industriellen Vorprodukten.

Die Beziehungen zwischen China und den USA bleiben ebenfalls von strategischen Gegensätzen geprägt. Trotz einer im September verlängerten Handelspause sind Fragen zu Zöllen, Technologieexporten und Seltenen Erden nicht abschließend gelöst.

Wirtschaftliche Bedeutung: Entscheidungen Pekings über Exportkontrollen, Rohstoffverarbeitung und Marktzugang können internationale Produktionsketten unmittelbar beeinflussen. Besonders betroffen sind Halbleiter, Elektromobilität, Batterietechnik und industrielle Elektronik.

 

Russland und Ukraine – Energieanlagen bleiben politischer Streitpunkt

 

Neue Berichte über eine vorübergehende Einstellung ukrainischer Angriffe auf russische Ölraffinerien sorgen für Aufmerksamkeit. Nach Informationen des Wall Street Journal, über die Reuters berichtet, sollen ukrainische Einheiten bereits Mitte Oktober angewiesen worden sein, entsprechende Operationen nach Abschluss laufender Einsätze auszusetzen.

Als möglicher Hintergrund wird amerikanischer Druck genannt. Die Angaben konnten von Reuters jedoch nicht unabhängig verifiziert werden. Eine offiziell bestätigte, umfassende Vereinbarung über gegenseitige Angriffsverbote auf Energieanlagen liegt damit nicht vor.

Russische Raffinerien waren zuvor wiederholt Ziel ukrainischer Drohnenangriffe. Die Ukraine begründet ihre Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur mit deren wirtschaftlicher und militärischer Bedeutung für den russischen Kriegseinsatz.

Russland setzt seinerseits die Angriffe auf ukrainische Energieanlagen und andere Ziele fort. Eine mögliche Pause bei Angriffen auf russische Raffinerien bedeutet deshalb keine allgemeine Waffenruhe.

Die amerikanische Regierung bemüht sich unter Präsident Donald Trump um neue Verhandlungsmöglichkeiten. Für November werden weitere technische Gespräche unter Beteiligung der USA, Russlands und der Ukraine in Abu Dhabi erwartet.

Wirtschaftliche Bedeutung: Die russische Ölverarbeitung beeinflusst die Versorgung mit Diesel und anderen Kraftstoffen. Eine Erholung der Raffinerieproduktion könnte das verfügbare Angebot erhöhen. Ob dies internationale Kraftstoffpreise tatsächlich entlastet, hängt jedoch zusätzlich von Sanktionen, Exportmöglichkeiten und der Lage im Nahen Osten ab.

 

Israel und Naher Osten – Wahlfolgen und regionale Sicherheitsrisiken

 

In Israel richtet sich die Aufmerksamkeit auf die politischen Folgen der Parlamentswahl. Nach den zunächst vorliegenden Ergebnissen zeichnet sich ab, dass das Lager von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seine bisherige parlamentarische Mehrheit verlieren könnte. Die endgültige politische Konsequenz hängt von den bestätigten Ergebnissen und möglichen Koalitionsverhandlungen ab.

Netanjahu und seine Partei Likud haben Vorwürfe über mögliche Unregelmäßigkeiten erhoben. Solche Behauptungen sind von nachgewiesenen Wahlrechtsverstößen zu unterscheiden. Die laufenden Prüfungen erlauben noch keine abschließende Bewertung.

Unterdessen bleibt die humanitäre und militärische Situation im Gazastreifen angespannt. Trotz der seit Oktober 2025 bestehenden Waffenruhe werden weiterhin tödliche Angriffe gemeldet. Angaben über Opferzahlen stammen unter anderem von palästinensischen Gesundheitsbehörden und sind hinsichtlich ihrer jeweiligen Erhebungsgrundlage einzuordnen.

Auch im Jemen bestehen erhebliche Sicherheitsrisiken. Berichte über Luftangriffe, Raketenbeschuss und weitere Kampfhandlungen verdeutlichen die Gefahr einer regionalen Ausweitung bestehender Konflikte.

Wirtschaftliche Bedeutung: Politische Unsicherheit in Israel und militärische Spannungen zwischen Iran, den Golfstaaten und bewaffneten Gruppen im Jemen können Investitionen, Schifffahrt und Energiehandel belasten. Besonders wichtig bleibt die Sicherheit der internationalen Seewege.

 

Brasilien – Lula setzt auf Rohstoffe und Handel mit China

 

Nach der Wiederwahl von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva steht Brasilien vor wichtigen wirtschaftspolitischen Entscheidungen. Das Land gehört zu den bedeutendsten Exporteuren landwirtschaftlicher Produkte und verfügt zugleich über große Vorkommen strategischer Rohstoffe.

China ist für Brasilien ein besonders wichtiger Absatzmarkt. Nach Reuters-Angaben importierte China in den ersten neun Monaten 2026 rund drei Viertel seiner Sojabohnen aus Brasilien. Damit besitzt die brasilianische Agrarwirtschaft erheblichen Einfluss auf internationale Lieferketten.

Zunehmend wichtig wird auch der Abbau Seltener Erden. Brasilien verfügt über entsprechende Lagerstätten und möchte stärker von deren industrieller Verarbeitung profitieren. Die Regierung dürfte dabei weiterhin versuchen, Investoren aus unterschiedlichen Wirtschaftsräumen anzuziehen.

Für die USA ist dies von strategischer Bedeutung, weil Washington seine Abhängigkeit von chinesischen Rohstofflieferketten reduzieren möchte. Brasilien könnte daher zu einem wichtigen Partner beim Aufbau alternativer Bezugsquellen werden.

Gleichzeitig steht die brasilianische Landwirtschaft unter Druck. Hohe Finanzierungskosten, Verschuldung und schwankende Exporterlöse erschweren die wirtschaftliche Planung.

Wirtschaftliche Bedeutung: Brasilien verbindet landwirtschaftliche Exportmacht mit wachsender Bedeutung für kritische Mineralien. Die künftige Politik kann sowohl internationale Lebensmittelpreise als auch die Versorgung mit Rohstoffen für Elektronik und Energietechnik beeinflussen.

 

Japan und Südkorea – Sicherheit und Lieferketten in Ostasien

 

Japan bemüht sich weiterhin um eine breitere internationale Zusammenarbeit bei strategischen Rohstoffen und im Handel. Bei jüngsten Gesprächen mit Deutschland stand unter anderem die Frage im Mittelpunkt, wie Industriestaaten ihre Abhängigkeit von einzelnen Lieferländern reduzieren können.

Japan verfügt bereits über Erfahrungen beim Aufbau alternativer Rohstoffquellen und beim Recycling kritischer Materialien. Diese Strategien gewinnen angesichts der geopolitischen Spannungen zwischen China und den USA erneut an Bedeutung.

Auf der koreanischen Halbinsel bleibt das nordkoreanische Atomwaffenprogramm ein zentraler Sicherheitsfaktor. Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un hat seine Beziehungen zu China und Russland vertieft. Eine kurzfristige Wiederaufnahme direkter Gespräche mit US-Präsident Trump ist bislang nicht gesichert.

Für Südkorea bedeutet dies eine anhaltend schwierige sicherheitspolitische Lage. Gleichzeitig ist das Land als wichtiger Produzent von Halbleitern, Batterien und Elektronik eng mit internationalen Handelsketten verbunden.

Die wirtschaftliche Stabilität Ostasiens hängt deshalb nicht allein von Handelsvereinbarungen ab, sondern auch von der Vermeidung militärischer Eskalationen.

 

Weitere internationale Entwicklungen – Südafrika und die Golfregion

 

Südafrika: Die diplomatischen Beziehungen zu Washington bleiben angespannt. Der Ausschluss Südafrikas vom aktuellen G20-Außenministertreffen in Atlanta sorgt für zusätzliche Kritik. Daneben beschäftigt die Regierung eine Untersuchung über die Teilnahme iranischer Kriegsschiffe an internationalen Marineübungen vor der südafrikanischen Küste Anfang 2026.

Saudi-Arabien: Die Sicherheitslage im Jemen und mögliche Angriffe auf saudisches Territorium bleiben wichtige Themen. Berichte über Raketenangriffe und militärische Gegenmaßnahmen verdeutlichen die Anfälligkeit der Region für weitere Eskalationen.

Indien und Indonesien: Beide Staaten bleiben wichtige Akteure in den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Asien, dem Nahen Osten und den westlichen Industriestaaten. Für Indien stehen Energieimporte und internationale Handelsbeziehungen im Vordergrund. Indonesien besitzt insbesondere als Rohstoffproduzent und Verarbeiter von Nickel eine strategische Bedeutung für die globale Batterieindustrie. Neue konkrete Regierungsentscheidungen vom Freitag, die eine eigenständige Hauptmeldung rechtfertigen würden, liegen für diese Ausgabe nicht hinreichend verifiziert vor.

 

Weltwirtschaft – Energiepreise und Handel bestimmen die Risiken

 

Die weltwirtschaftliche Lage wird derzeit wesentlich durch geopolitische Risiken, Handelskonflikte und die Geldpolitik großer Zentralbanken geprägt. Besonders auffällig ist die Verbindung zwischen militärischen Entwicklungen im Nahen Osten und der Preisbildung an den internationalen Energiemärkten.

Am Donnerstag waren die Ölpreise zwischenzeitlich gefallen, nachdem neue diplomatische Bemühungen um eine Entspannung des Konflikts mit Iran bekannt geworden waren. Reuters meldete für Brent-Rohöl im Tagesverlauf Notierungen oberhalb von 110 US-Dollar je Barrel. Diese Werte sind historische Momentaufnahmen vom 29. Oktober und keine aktuellen Freitagabendkurse.

Die am Freitag gemeldeten Zwischenfälle in der Straße von Hormus erhöhen erneut die Unsicherheit. Entscheidend ist dabei nicht allein die unmittelbare Verfügbarkeit von Rohöl. Auch Versicherungsprämien, Transportzeiten und die Bereitschaft von Reedereien, bestimmte Routen zu nutzen, können die Versorgungskosten verändern.

Für die internationale Inflation entstehen daraus gegenläufige Einflüsse. Höhere Energiepreise verteuern Produktion und Transport. Eine schwächere Konjunktur kann dagegen die Nachfrage nach Rohstoffen begrenzen.

Die amerikanische Federal Reserve bleibt für die globalen Finanzmärkte von besonderer Bedeutung. Ihre geldpolitischen Entscheidungen beeinflussen die Finanzierungskosten in US-Dollar und damit auch Kapitalströme in Schwellenländer. Für die kommenden Wochen sind deshalb die Entwicklung der amerikanischen Inflation, des Arbeitsmarktes und der Anleiherenditen besonders wichtig.

Auch die Handelsbeziehungen zwischen China, den USA und Europa bleiben ein Unsicherheitsfaktor. Neue Zölle oder Exportbeschränkungen könnten internationale Lieferketten verteuern. Eine diplomatische Verständigung würde dagegen die Planbarkeit für Unternehmen verbessern.

Die internationale Rohstoffversorgung steht zunehmend im Mittelpunkt wirtschaftspolitischer Strategien. Besonders Seltene Erden, Kupfer, Nickel und andere Industriemetalle gelten als wichtige Vorprodukte für moderne Infrastruktur und Technologie.

 

Gold, Silber und Industriemetalle – die Folgen der Weltlage

 

Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen können sich auf Edelmetalle und Industriemetalle unterschiedlich auswirken. Dabei ist zwischen kurzfristigen Marktreaktionen und längerfristigen wirtschaftlichen Veränderungen zu unterscheiden.

Gold: Die Unsicherheit im Nahen Osten und die Konflikte zwischen großen Wirtschaftsmächten können das Interesse an Gold als Krisenreserve erhöhen. Gleichzeitig beeinflussen der US-Dollar, die amerikanischen Realzinsen und die Nachfrage institutioneller Marktteilnehmer die Preisentwicklung. Ein stärkerer Dollar oder steigende reale Anleiherenditen können den Goldpreis belasten, auch wenn geopolitische Risiken zunehmen.

Silber: Neben seiner Rolle als Edelmetall besitzt Silber eine erhebliche industrielle Bedeutung. Elektronik, elektrische Kontakte und Photovoltaik gehören zu den wichtigen Anwendungsgebieten. Eine schwächere Weltkonjunktur kann die industrielle Nachfrage dämpfen, während Investitionen in Elektrifizierung und Energieinfrastruktur längerfristig unterstützend wirken können.

Platin und Palladium: Beide Metalle sind eng mit industriellen Anwendungen verbunden. Besonders die Automobilindustrie spielt durch den Einsatz in Abgaskatalysatoren eine wichtige Rolle. Veränderungen bei der Fahrzeugproduktion, der Antriebstechnologie und den Emissionsvorschriften beeinflussen die Nachfrage. Hinzu kommen Risiken auf der Angebotsseite, unter anderem durch die geografische Konzentration der Förderung.

Kupfer: Das Industriemetall ist ein wichtiger Indikator für die weltweite Investitionstätigkeit. Stromnetze, Rechenzentren, Infrastrukturprojekte und elektrische Antriebe benötigen große Mengen Kupfer. Die Entwicklung der chinesischen Industrie und der globale Ausbau der Energieversorgung bleiben deshalb entscheidende Einflussgrößen.

Für alle genannten Metalle gilt, dass geopolitische Nachrichten keine eindeutige Preisrichtung vorgeben. Angebotsentwicklung, Nachfrage, Wechselkurse und Finanzierungsbedingungen können sich gegenseitig verstärken oder ausgleichen.

 

Ausblick – was die Welt in den kommenden Tagen beschäftigt

 

Zum Monatswechsel stehen mehrere internationale Entwicklungen besonders im Fokus.

G20-Diplomatie: Nach dem Außenministertreffen in Atlanta wird sich zeigen, ob die Teilnehmer trotz ihrer Differenzen gemeinsame Positionen zu Handel, Energieversorgung und internationalen Konflikten entwickeln können. Das für Dezember vorgesehene Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs bildet den nächsten größeren politischen Bezugspunkt.

Iran und die Straße von Hormus: Entscheidend wird sein, ob die gemeldeten Tankerzwischenfälle unabhängig aufgeklärt werden und welche Auswirkungen sie auf die tatsächliche Schifffahrt haben. Neue diplomatische Kontakte könnten die Lage entspannen; weitere militärische Zwischenfälle würden dagegen die Risiken erhöhen.

Russland und Ukraine: Die erwarteten technischen Gespräche im November könnten Hinweise auf neue Verhandlungsmöglichkeiten liefern. Von besonderer Bedeutung bleibt, ob Vereinbarungen zum Schutz von Energieanlagen zustande kommen und tatsächlich eingehalten werden.

USA: Die bevorstehenden Zwischenwahlen erhöhen die innenpolitische Bedeutung von Energiepreisen, Handelspolitik und wirtschaftlicher Entwicklung. Internationale Partner beobachten insbesondere mögliche Änderungen der amerikanischen Außen- und Sanktionspolitik.

China und internationale Lieferketten: Die weitere Umsetzung der Handelsvereinbarungen zwischen Washington und Peking sowie mögliche europäische Maßnahmen gegen Wettbewerbsverzerrungen bleiben wichtige Themen. Unternehmen werden insbesondere auf neue Entscheidungen zu Technologieexporten und kritischen Rohstoffen achten.

Finanz- und Rohstoffmärkte: Die nächsten amerikanischen Konjunkturdaten, neue Inflationssignale und Entwicklungen am Ölmarkt können die Erwartungen an die internationale Geldpolitik beeinflussen.

Der 30. Oktober zeigt damit eine Weltwirtschaft, in der geopolitische Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität zunehmend miteinander verbunden sind. Die zentrale Frage für die kommenden Tage lautet, ob diplomatische Initiativen konkrete Entlastungen bringen oder neue Konflikte die internationale Zusammenarbeit weiter erschweren.

 

Quellen und Nachrichtenstand

 

Nachrichtenzeitraum: Schwerpunkt 29. und 30. Oktober 2026. Ältere Entwicklungen wurden ausschließlich zur politischen und wirtschaftlichen Einordnung berücksichtigt.

Redaktionsstand: 30.10.2026, 19:50 Uhr (MEZ, Europe/Berlin). Die Ausgabe berücksichtigt bis zu diesem Zeitpunkt recherchierte und verfügbare Nachrichten. Spätere Entwicklungen, endgültige Wahlergebnisse und nachträgliche Bestätigungen sind nicht enthalten.

Quellengrundlage: Reuters und Associated Press, insbesondere Berichte über das G20-Außenministertreffen, die chinesisch-deutschen Beziehungen, die iranischen Tankerzwischenfälle, die russisch-ukrainische Energieinfrastruktur und die wirtschaftspolitischen Folgen der brasilianischen Präsidentschaftswahl. Nicht unabhängig bestätigte Konfliktangaben sind ausdrücklich gekennzeichnet.

Reuters – G20-Treffen und internationale Konflikte, 30.10.2026

Reuters – Zwischenfälle in der Straße von Hormus, 30.10.2026

Reuters – Gespräche zwischen China und Deutschland, 30.10.2026

 

30.10.2026 - Rina Teitscheid - info@muenzkauf.de

 

 

 






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