5-DM-Silbermünzen – welche Jahrgänge sind wertvoll?
Von der seltenen 1958 J bis zu den ersten fünf Gedenkmünzen: Welche alten D-Mark-Stücke Sammler suchen und worauf es beim Wert ankommt.
Inhaltsverzeichnis
In vielen Haushalten liegen noch alte 5-DM-Münzen aus der Zeit der Deutschen Mark. Manche wurden als Erinnerung aufbewahrt, andere stammen aus geerbten Münzsammlungen oder befinden sich seit Jahrzehnten in Schubladen. Was auf den ersten Blick wie gewöhnliches Kleingeld aussieht, kann heute einen beachtlichen Sammlerwert besitzen. Besonders interessant sind bestimmte Jahrgänge der silbernen 5-DM-Umlaufmünzen sowie die frühen Gedenkausgaben der Bundesrepublik Deutschland.
Allerdings ist nicht jede alte 5-DM-Silbermünze automatisch eine numismatische Rarität. Während häufige Jahrgänge überwiegend nach ihrem Silbergehalt bewertet werden, können seltene Kombinationen aus Jahreszahl, Münzzeichen und Erhaltungsgrad erhebliche Sammleraufschläge erzielen. Entscheidend ist deshalb, die unterschiedlichen Ausgaben richtig einzuordnen.
Der Silberadler – die 5-DM-Umlaufmünze von 1951 bis 1974
Die klassischen 5-DM-Silbermünzen der Bundesrepublik werden umgangssprachlich als Silberadler oder Heiermann bezeichnet. Sie wurden mit den Jahreszahlen 1951 sowie 1956 bis 1974 geprägt. Die Münzen bestehen aus einer Legierung mit 625 Tausendteilen Silber und 375 Tausendteilen Kupfer.
Bei einem Gesamtgewicht von 11,2 Gramm enthält jeder Silberadler genau 7 Gramm Feinsilber. Der Durchmesser beträgt 29 Millimeter. Die Bildseite zeigt den Bundesadler, während die Wertseite die Zahl 5, die Währungsbezeichnung Deutsche Mark, das Prägejahr und das Münzzeichen trägt.
Die vier damaligen westdeutschen Prägestätten lassen sich anhand ihrer Buchstaben unterscheiden: D steht für München, F für Stuttgart, G für Karlsruhe und J für Hamburg.
Gerade dieser Buchstabe ist für die Wertermittlung entscheidend. Zwei 5-DM-Münzen desselben Jahrgangs können aufgrund unterschiedlicher Prägestätten einen erheblich voneinander abweichenden Sammlerwert besitzen.
Die historischen Münzzeichen und Materialangaben sind in der Übersicht der Deutschen Bundesbank zu den DM-Umlaufmünzen dokumentiert.
1958 J – die berühmteste Rarität unter den Silberadlern

Unter den regulären 5-DM-Silberumlaufmünzen nimmt die Ausgabe 1958 J eine Sonderstellung ein. Sie wurde in der Hamburgischen Münze mit einer Auflage von lediglich 60.000 Exemplaren geprägt.
Verglichen mit den millionenfach hergestellten Silberadlern anderer Jahrgänge handelt es sich um eine außergewöhnlich niedrige Auflage. Entsprechend groß ist das Interesse von Sammlern, die eine vollständige Sammlung der deutschen 5-DM-Umlaufmünzen zusammenstellen möchten.
Der Marktwert hängt stark von der Erhaltung ab. Deutlich abgenutzte Stücke können bereits mehrere Hundert Euro erzielen. Sehr gut erhaltene Exemplare können im vierstelligen Eurobereich gehandelt werden. Bei außergewöhnlichen Erhaltungen und gesicherten Spitzenqualitäten sind auch höhere Ergebnisse möglich. Diese Größenordnungen sind keine verbindlichen Ankaufspreise; maßgeblich sind aktuelle, tatsächlich erzielte Verkaufsergebnisse.
Besitzer sollten daher nicht nur die Jahreszahl 1958 kontrollieren, sondern unbedingt auch das Münzzeichen J. Ein Silberadler von 1958 mit einem anderen Münzzeichen besitzt nicht automatisch denselben Seltenheitswert.
Welche weiteren Jahrgänge der 5-DM-Silbermünzen sind interessant?
Auch außerhalb des berühmten Jahrgangs 1958 J gibt es Silberadler, die für Sammler interessant sind. Besonders die frühen Ausgaben der 1950er-Jahre werden regelmäßig gesucht, sofern sie sich in überdurchschnittlich guter Erhaltung befinden.
Zu beachten sind insbesondere die Jahrgänge 1951, 1956, 1957 und 1959. Hier kommt es allerdings auf die konkrete Kombination aus Jahreszahl und Prägestätte an. Nicht jede Variante dieser Jahrgänge ist selten, und ein frühes Prägejahr allein garantiert noch keinen hohen Marktpreis.
Die 1951er-Ausgaben besitzen als erste reguläre 5-DM-Silbermünzen der Bundesrepublik einen besonderen historischen Reiz. Aufgrund ihrer großen Gesamtauflage sind gewöhnliche Umlaufstücke jedoch keine ausgesprochenen Raritäten.
Bei späteren Jahrgängen der 1960er- und frühen 1970er-Jahre überwiegt bei durchschnittlicher Umlauferhaltung häufig der Materialwert. Besonders hochwertige Stücke, seltene Erhaltungsgrade oder besondere Prägequalitäten können dennoch einen Sammleraufschlag rechtfertigen.
Wer eine Sammlung systematisch untersucht, sollte deshalb jede Münze einzeln nach Jahrgang, Münzzeichen und Zustand erfassen, anstatt ausschließlich nach dem Alter zu sortieren.
Die ersten fünf 5-DM-Gedenkmünzen sind besonders gesucht
Neben den regulären Silberadlern gab die Bundesrepublik Deutschland auch 5-DM-Gedenkmünzen heraus. Innerhalb dieser Serie nehmen die sogenannten ersten fünf Ausgaben eine herausragende Stellung ein.
Zu ihnen gehören:
- 1952 D – Germanisches Museum Nürnberg: Die erste 5-DM-Gedenkmünze der Bundesrepublik trägt die Jahreszahl 1952 und wurde 1953 ausgegeben. Ihre Auflage betrug 200.000 Exemplare.
- 1955 F – Friedrich von Schiller: Die Gedenkmünze zum 150. Todestag des Dichters erschien mit einer Auflage von 200.000 Stück.
- 1955 G – Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden: Die auch als Türkenlouis bekannte Ausgabe wurde ebenfalls 200.000-mal geprägt.
- 1957 J – Joseph von Eichendorff: Die Gedenkmünze zum 100. Todestag des Dichters erreichte eine Auflage von 200.000 Exemplaren.
- 1964 J – Johann Gottlieb Fichte: Die fünfte Ausgabe dieser Gruppe besitzt eine Gesamtauflage von 500.000 Exemplaren und wurde erst 1966 ausgegeben.
Diese fünf Münzen gelten als klassische Sammelgebiete der deutschen Nachkriegsnumismatik. Ihre Auflagen liegen deutlich unter denen vieler späterer Gedenkausgaben.
Besonders das Germanische Museum, Schiller, der Markgraf von Baden und Eichendorff können bei guter Erhaltung hohe Sammlerpreise erzielen. Die Fichte-Ausgabe ist ebenfalls gesucht, wird aufgrund ihrer höheren Auflage jedoch anders bewertet.
Die offiziellen Ausgabejahre, Münzzeichen und Auflagen lassen sich anhand der Auflagenübersicht der Deutschen Bundesbank für 5-DM-Gedenkmünzen überprüfen.
Welche 5-DM-Gedenkmünzen besitzen hauptsächlich Silberwert?
Ab der Gedenkausgabe für Gottfried Wilhelm Leibniz mit der Jahreszahl 1966 stiegen die Auflagen deutlich an. Viele spätere Gedenkmünzen wurden in Millionenstückzahlen hergestellt.
Dazu zählen beispielsweise Ausgaben zu Ludwig van Beethoven, Albrecht Dürer, Nikolaus Kopernikus, Immanuel Kant oder Friedrich Ebert. Diese Münzen sind geschichtlich interessant und bei Sammlern beliebt, aber in gewöhnlicher Erhaltung häufig verfügbar.
Bei diesen Stücken bildet der enthaltene Silberwert eine wichtige Grundlage der Bewertung. Hinzu kommen mögliche Aufschläge für besondere Erhaltungen, seltene Varianten oder hochwertige Sammlerausführungen.
Die Silbergedenkmünzen wurden bis 1979 ausgegeben. Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Prägejahr und tatsächlichem Ausgabedatum. Die Gedenkmünze zum Deutschen Archäologischen Institut war die letzte regulär ausgegebene silberne 5-DM-Gedenkmünze.
Die ebenfalls 1979 ausgegebene Gedenkmünze für Otto Hahn besteht dagegen bereits aus einem silberfreien Werkstoff. Eine pauschale Aussage, alle 5-DM-Gedenkmünzen des Jahres 1979 seien aus Silber, wäre deshalb falsch.
Wie viel Silber steckt in einer alten 5-DM-Münze?
Die klassischen 5-DM-Silberadler und die silbernen 5-DM-Gedenkmünzen besitzen dieselben grundlegenden Materialdaten: 11,2 Gramm Gesamtgewicht, einen Silberfeingehalt von 625/1000 und damit 7 Gramm reines Silber.
Der rechnerische Silberwert ergibt sich aus dem aktuellen Silberpreis je Gramm Feinsilber, multipliziert mit sieben. Bei einem beispielhaften Silberpreis von 2 Euro je Gramm läge der reine Metallwert somit bei 14 Euro. Dieses Rechenbeispiel ist keine Angabe eines aktuellen Börsenkurses.
Der tatsächlich erzielbare Ankaufspreis kann davon abweichen. Händler berücksichtigen unter anderem Prüfung, Verarbeitung, Handelskosten und ihre jeweilige Kalkulation. Bei seltenen Sammlermünzen ist dagegen der numismatische Marktwert entscheidend und kann den Silberwert erheblich übersteigen.
Eine fachliche Unterscheidung zwischen Seltenheit, Auflage und tatsächlicher Nachfrage ist besonders wichtig. Der Zusammenhang wird auch im Beitrag 2-Euro-Randschrift erkennen und verstehen anhand der Bedeutung von Münzmerkmalen für die Identifizierung erläutert.
Warum sind nicht alle 5-DM-Münzen aus Silber?
Die Bundesrepublik stellte die regulären 5-DM-Umlaufmünzen 1975 auf einen silberfreien Dreischichtenwerkstoff namens Magnimat um. Dieser besitzt einen Nickelkern und Deckschichten aus einer Kupfer-Nickel-Legierung.
Die neuen Umlaufmünzen wiegen 10 Gramm und sind damit leichter als die alten Silberadler. Trotz ihres ähnlichen Nennwerts und ihrer silbrigen Farbe enthalten sie kein Edelmetall.
Bei den Gedenkmünzen erfolgte die Umstellung später. Deshalb können beispielsweise 5-DM-Gedenkmünzen mit der Jahreszahl 1977 oder 1978 aus Silber bestehen, während gewöhnliche 5-DM-Umlaufmünzen derselben Jahre bereits silberfrei sind.
Für die Bewertung ist somit nicht nur die Jahreszahl entscheidend, sondern auch die Frage, ob es sich um eine Umlaufmünze oder eine Gedenkausgabe handelt.
Erhaltungsgrad und Echtheit entscheiden über den Sammlerwert
Bei einer seltenen Münze kann der Erhaltungszustand den Unterschied zwischen einem vergleichsweise niedrigen und einem außergewöhnlich hohen Verkaufsergebnis ausmachen.
Sammler unterscheiden unter anderem zwischen den Erhaltungsgraden sehr schön, vorzüglich und Stempelglanz. Hinzu kommen besondere Sammlerausführungen wie Spiegelglanz. Entscheidend sind die tatsächlich vorhandenen Oberflächenmerkmale und nicht allein die Bezeichnung auf einer Münzhülle.
Kratzer, starke Abnutzung, Randbeschädigungen oder nachträgliche Politur können den Wert deutlich mindern. Auch eine unsachgemäße Reinigung kann originale Oberflächen unwiederbringlich verändern.
Besonders bei seltenen 5-DM-Stücken wie 1958 J oder den ersten fünf Gedenkmünzen ist eine fachkundige Echtheitsprüfung sinnvoll. Bei wertvollen Exemplaren kann zusätzlich eine unabhängige Zustandsbewertung hilfreich sein.
Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen Originalprägungen und späteren Nachprägungen oder Fälschungen. Ein optisch ähnliches Stück besitzt nicht automatisch denselben Sammlerwert wie eine authentische historische Ausgabe.
So lässt sich eine geerbte 5-DM-Sammlung richtig prüfen
Wer eine größere Anzahl alter D-Mark-Münzen besitzt, sollte zunächst die regulären Silberadler von den Gedenkmünzen und den späteren silberfreien Ausgaben trennen.
Bei den Silberadlern empfiehlt sich anschließend eine Sortierung nach Jahreszahl und Münzzeichen. Die Kombination 1958 J sollte besonders sorgfältig geprüft werden.
Bei den Gedenkmünzen lohnt sich zuerst die Suche nach den fünf frühen Ausgaben mit den Jahreszahlen 1952, 1955, 1957 und 1964. Danach können die häufigeren Silbergedenkmünzen nach Erhaltung und Motiv geordnet werden.
Eine Reinigung sollte vor der Begutachtung unterbleiben. Münzen mit möglichem Sammlerwert werden am besten einzeln und möglichst berührungsarm aufbewahrt.
Für eine realistische Wertermittlung sind aktuelle Auktionsergebnisse und tatsächlich erzielte Verkaufspreise aussagekräftiger als beliebige Internetangebote. Ein hoher ausgeschriebener Angebotspreis bedeutet nicht, dass eine Münze zu diesem Betrag verkauft wird.
Fazit – seltene Kombinationen sind wichtiger als das Alter
Unter den deutschen 5-DM-Silbermünzen gehört der Silberadler 1958 J zu den bedeutendsten Raritäten. Bei den Gedenkmünzen stehen vor allem die ersten fünf Ausgaben aus den Jahren 1952 bis 1964 im Mittelpunkt des Sammlerinteresses.
Viele andere 5-DM-Silbermünzen sind dagegen häufig erhalten geblieben. Ihr Wert orientiert sich bei normaler Erhaltung überwiegend am Silbergehalt von sieben Gramm Feinsilber.
Eine sorgfältige Prüfung von Münzzeichen, Jahrgang, Motiv und Zustand lohnt sich deshalb. Wer eine alte Sammlung ungeprüft ausschließlich nach Gewicht verkauft, könnte seltene und numismatisch bedeutende Stücke übersehen.
Häufige Fragen zu wertvollen 5-DM-Silbermünzen
Welche 5-DM-Silbermünze ist besonders wertvoll?
Die 5-DM-Umlaufmünze 1958 J gehört mit einer Auflage von nur 60.000 Exemplaren zu den größten Raritäten der Silberadler-Serie. In guter Erhaltung kann sie einen vierstelligen Eurobetrag erzielen. Auch die ersten fünf 5-DM-Gedenkmünzen besitzen einen hohen Sammlerwert.
Sind alle 5-DM-Münzen von 1951 bis 1974 wertvoll?
Die regulären 5-DM-Umlaufmünzen dieser Jahrgänge enthalten jeweils sieben Gramm Feinsilber. Viele Ausgaben sind häufig und werden überwiegend nach ihrem Silberwert bewertet. Ein besonderer Sammlerwert hängt von Jahrgang, Münzzeichen und Erhaltung ab.
Welche 5-DM-Gedenkmünzen sind aus Silber?
Die frühen 5-DM-Gedenkmünzen bis einschließlich der Ausgabe zum Deutschen Archäologischen Institut von 1979 bestehen aus 625er Silber. Die ebenfalls 1979 erschienene Otto-Hahn-Gedenkmünze und die späteren Ausgaben enthalten dagegen kein Silber.
Sollte man alte 5-DM-Silbermünzen reinigen?
Nein. Besonders bei seltenen Jahrgängen kann eine Reinigung die originale Oberfläche beschädigen und den Sammlerwert erheblich reduzieren. Münzen sollten möglichst unverändert aufbewahrt und bei Bedarf fachkundig geprüft werden.
01.11.2026 - Tobias Dalacker - edelmetalle-aktuell@muenzkauf.de
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Quelle: https://blog.muenzkauf.de/5-DM-Silbermuenzen--Wertvolle-Jahrgaenge-und-seltene-Muenzen-erkennen-01112026t