Midterms: Iran treibt Ölpreis – Gold unter Druck
Drei Tage vor der US-Kongresswahl verschärft der Iran-Konflikt die Energiekrise. Wie könnten Wahlausgang und Trumps Kurs die Edelmetalle bewegen?
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Nur noch zwei Tage bis zu den US-Midterms: Am Dienstag, dem 3. November 2026, entscheiden die Amerikaner über die Mehrheiten im Kongress. Doch während der Wahlkampf in seine Schlussphase geht, entsteht für Präsident Donald Trump eine zusätzliche Herausforderung. Der Krieg mit dem Iran treibt die Energiepreise, neue Zwischenfälle in der Straße von Hormus verunsichern die Schifffahrt und mehrere Golfstaaten bemühen sich um eine diplomatische Einigung. Gleichzeitig wächst die Sorge, Washington könnte nach dem Wahltermin seine militärischen Operationen gegen Teheran wieder ausweiten. Die Finanzmärkte stehen damit vor einer ungewöhnlichen Kombination aus politischer Unsicherheit, Inflationsrisiken und möglichen wirtschaftlichen Verwerfungen.
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den Rohstoffen. Während der Ölpreis am Freitag deutlich zulegte, gerieten Gold und Silber massiv unter Verkaufsdruck. Die Nordseesorte Brent erreichte zeitweise 118 US-Dollar je Barrel. Gold fiel auf den niedrigsten Stand seit rund einem Jahr, Silber rutschte unter 50 US-Dollar je Feinunze.
Für Edelmetallanleger stellt sich deshalb eine zentrale Frage: Könnten eine veränderte politische Mehrheit in Washington und eine mögliche Reaktion Trumps auf den Wahlausgang eine neue Bewegung bei Gold und Silber auslösen? Die Antwort hängt weniger vom Wahlsieger allein als von den politischen Entscheidungen nach dem 3. November ab.
Tankerzwischenfälle in der Straße von Hormus verschärfen die Krise

Die jüngsten Ereignisse zeigen, warum der Ölmarkt so empfindlich auf Nachrichten aus dem Persischen Golf reagiert. Am 30. Oktober meldeten die iranischen Revolutionsgarden mehrere brennende beziehungsweise beschädigte Tanker in der Straße von Hormus. Nach iranischer Darstellung waren vier Schiffe von Explosionen betroffen. Eine unabhängige Bestätigung sämtlicher Angaben lag zunächst nicht vor.
Die britische Seesicherheitsbehörde UK Maritime Trade Operations bestätigte unabhängig davon Meldungen über beschädigte Schiffe. Bei einem Vorfall wurde ein Tanker nach Angaben der Behörde von Sprengsätzen getroffen, die von einem kleinen Boot aus an seinem Rumpf angebracht worden waren. Wer dafür verantwortlich war, stand zunächst nicht fest.
Zusätzlich verschlechterte sich die Sicherheitslage in Saudi-Arabien. Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition meldete in der Nacht zum Samstag, sie habe eine Drohne über der ölreichen Ostregion des Königreichs abgefangen. Auch aus dem Jemen wurden in den vergangenen Tagen Angriffe auf saudische Energieanlagen gemeldet. Die Huthi-Bewegung ist mit dem Iran verbündet, verfügt jedoch über eigene politische und militärische Entscheidungsstrukturen.
Die Kombination aus angegriffener Schifffahrt, gefährdeten Energieanlagen und drohenden amerikanischen Militärschlägen lässt die Risiken für die Ölversorgung steigen.
Die Straße von Hormus ist einer der wichtigsten maritimen Engpässe des internationalen Energiehandels. Durch die Verbindung zwischen Persischem Golf und Golf von Oman laufen normalerweise erhebliche Mengen Erdöl und Flüssiggas. Wird die Passage unsicherer, können Reedereien zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen treffen, Versicherungsprämien steigen und Transportkapazitäten knapper werden.
Ein vollständiger Lieferausfall ist dafür nicht erforderlich. Bereits das höhere Risiko einer Unterbrechung kann die Preise beeinflussen. Der Markt bewertet nicht nur tatsächlich fehlende Ölmengen, sondern auch die Möglichkeit zukünftiger Störungen.
Ölpreis erreicht 118 Dollar – doch der nächste Preisschub ist nicht sicher
Am Freitag, dem 30. Oktober, stieg der im Dezember auslaufende Brent-Futureskontrakt auf einen Schlusskurs von 117,64 US-Dollar je Barrel. Das entsprach einem Tagesplus von 2,4 Prozent. Zwischenzeitlich wurde die Marke von 118 US-Dollar erreicht.
Der bereits stärker gehandelte Januarkontrakt schloss dagegen bei 113,43 US-Dollar. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil der unmittelbar auslaufende Kontrakt nicht ohne Weiteres mit Preisen späterer Liefermonate verglichen werden sollte.
Über den gesamten Oktober gewann Brent nach Reuters-Berechnungen 13,6 Prozent, während die amerikanische Ölsorte WTI um 15,2 Prozent zulegte.
Der Preisanstieg entstand vor allem durch Sorgen über eine erneute Eskalation des Iran-Krieges, die Sicherheit der Tankerrouten und die Stabilität der regionalen Ölproduktion.
Gleichzeitig gibt es Signale, die gegen einen zwangsläufig weiteren Preisanstieg sprechen. Am Samstag berichtete Reuters unter Berufung auf informierte Personen, dass wichtige OPEC+-Mitglieder grundsätzlich beabsichtigen, ihre Förderziele für Dezember unverändert zu lassen. Die formelle Entscheidung war für Sonntag vorgesehen.
Eine unveränderte Förderquote kann den Markt allerdings nur begrenzt beruhigen, wenn vorhandene Produktionsmengen wegen militärischer Gefahren nicht zuverlässig transportiert werden können.
Für den weiteren Ölpreisverlauf sind daher sowohl tatsächliche Fördermengen als auch die Sicherheit der Transportwege und die Ergebnisse der diplomatischen Gespräche entscheidend.
Über den Zusammenhang zwischen geopolitischen Konflikten, Energieversorgung und Edelmetallen informiert auch unser Hintergrundbeitrag Straße von Hormus – warum sie Gold und Öl bewegt.
Letzte diplomatische Bemühungen vor der US-Wahl
Parallel zu den militärischen Spannungen laufen umfangreiche Vermittlungsversuche. Am Samstag, dem 31. Oktober, trafen iranische Unterhändler in Doha mit Vertretern Katars zusammen. Bereits am Vortag hatten Vermittler in Teheran mehr als zwölf Stunden mit iranischen Regierungsvertretern gesprochen.
Im Mittelpunkt steht ein Vorschlag zur schrittweisen Vertrauensbildung. Katar versucht, Washington und Teheran zu gegenseitigen Zugeständnissen zu bewegen und damit die Voraussetzungen für umfassendere Friedensverhandlungen zu schaffen.
Die iranische Seite verlangt unter anderem ein Ende der amerikanischen Blockade iranischer Häfen, die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte und Vereinbarungen über die Passage durch die Straße von Hormus. Die amerikanische Regierung wiederum verlangt Zugeständnisse bei sicherheitspolitischen Fragen und beim iranischen Atomprogramm.
US-Außenminister Marco Rubio erklärte am Samstag beim G20-Außenministertreffen in Atlanta, Trump habe noch keine Entscheidung über neue Militärschläge getroffen. Der Präsident bevorzuge eine diplomatische Lösung, halte aber militärische Optionen offen.
Aus Teheran kamen gleichzeitig verschärfte Warnungen. Irans oberster Führer Modschtaba Chamenei ordnete an, dass die Streitkräfte auf einen möglichen Angriff unmittelbar reagieren können müssten.
Damit ergibt sich ein widersprüchliches Lagebild: Die diplomatischen Kanäle bleiben offen, gleichzeitig bereiten sich die Konfliktparteien auf eine mögliche Fortsetzung der Kampfhandlungen vor.
Die Reuters-Meldung vom 31. Oktober über die Vermittlungsgespräche bestätigt die Kontakte zwischen Katar, Iran und den Vereinigten Staaten.
Midterms 2026: Was ein Erfolg der Demokraten verändern würde
Am 3. November werden sämtliche 435 Sitze des amerikanischen Repräsentantenhauses und regulär etwa ein Drittel der Senatssitze neu gewählt. Für Donald Trump geht es dabei nicht um seine eigene Präsidentschaft, sondern um die politischen Mehrheiten, mit denen er in den kommenden beiden Jahren regieren muss.
Gewinnen die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus, könnten sie die parlamentarische Kontrolle der Regierung erheblich verstärken. Untersuchungsausschüsse, Anhörungen, Haushaltsverhandlungen und die Kontrolle politischer Entscheidungen würden an Bedeutung gewinnen.
Eine demokratische Mehrheit in beiden Kongresskammern hätte darüber hinaus größeren Einfluss auf die Gesetzgebung und auf die Bestätigung von Regierungs- und Justizpersonal.
Allerdings würde auch ein umfassender Erfolg der Demokraten Trump nicht automatisch die Kontrolle über die amerikanische Außenpolitik entziehen. Der Präsident behielte wesentliche exekutive Kompetenzen und sein Vetorecht. Neue Mehrheiten im Kongress könnten militärische Entscheidungen politisch und über Haushaltsmittel beeinflussen, aber nicht jede Maßnahme unmittelbar verhindern.
Für den Iran-Konflikt bedeutet das: Ein Wahlerfolg der Demokraten wäre weder automatisch ein Signal für Frieden noch ein sicherer Auslöser weiterer Kampfhandlungen.
Entscheidend wäre, ob die neue politische Konstellation den Druck zu Verhandlungen erhöht oder zusätzliche Auseinandersetzungen zwischen Weißem Haus und Kongress hervorruft.
Beides könnte den Finanzmarkt beeinflussen – allerdings über unterschiedliche Mechanismen.
Wie könnte Trump auf eine Wahlniederlage reagieren?
Besonders intensiv wird derzeit über Trumps mögliche Entscheidungen nach dem Wahltermin diskutiert. Der Präsident hatte Anfang Oktober erklärt, vor den Midterms keine neuen Angriffe auf den Iran anordnen zu wollen. Damit erhielt der 3. November auch für die militärische Planung eine besondere politische Bedeutung.
Das amerikanische Nachrichtenportal Axios berichtete am 31. Oktober, dass es innerhalb der Regierung unterschiedliche Auffassungen über das weitere Vorgehen gebe.
Ein anonymer US-Regierungsvertreter äußerte gegenüber Axios die Einschätzung, Trump könnte nach deutlichen Verlusten der Republikaner eher zu einer größeren Militäroperation gegen den Iran neigen. Das Weiße Haus widersprach jedoch der Vorstellung, dass das Wahlergebnis für die Entscheidung über einen möglichen Angriff ausschlaggebend sein werde.
Diese Unterscheidung ist wesentlich. Die Äußerung eines nicht namentlich genannten Regierungsvertreters ist keine bestätigte Absicht des Präsidenten und kein Beweis dafür, dass Trump eine Wahlniederlage militärisch kompensieren will.
Mehrere politische Verläufe bleiben denkbar:
Ein Wahlausgang mit neuen demokratischen Mehrheiten könnte verstärkte parlamentarische Kontrolle und kontroverse Haushaltsverhandlungen nach sich ziehen. Die Regierung könnte zugleich ihre außenpolitischen Entscheidungen innerhalb ihrer bestehenden Befugnisse fortsetzen.
Bei einem Fortbestand republikanischer Mehrheiten wären die institutionellen Voraussetzungen für die Zusammenarbeit zwischen Kongress und Weißem Haus anders. Auch daraus ließe sich jedoch keine sichere Aussage über Krieg oder Frieden ableiten.
Unabhängig vom Ergebnis könnte Trump den diplomatischen Kurs fortsetzen, zusätzliche wirtschaftliche Sanktionen einsetzen oder militärische Maßnahmen genehmigen. Welche Option gewählt wird, ist derzeit offen.
Für Gold und Silber wäre vor allem relevant, ob tatsächliche Entscheidungen die Unsicherheit, die Energiepreise oder die Erwartungen an die Geldpolitik verändern.
Warum Gold trotz Iran-Krise und Ölpreisschock fällt
Der jüngste Handelsverlauf stellt eine verbreitete Annahme infrage: Geopolitische Unsicherheit führt nicht zwangsläufig zu steigenden Goldpreisen.
Am Freitag verlor Gold nach Reuters-Angaben zeitweise etwa 3,5 Prozent und wurde gegen 19:13 Uhr mitteleuropäischer Zeit bei rund 3.881 US-Dollar je Feinunze gehandelt. Der amerikanische Dezember-Futureskontrakt schloss bei 3.898,90 US-Dollar.
Silber fiel im Verlauf des Handelstages um etwa 6,5 Prozent auf rund 49 US-Dollar. Auch Platin und Palladium verzeichneten erhebliche Kursverluste.
Hinter diesen Bewegungen standen mehrere Faktoren. Der Ausverkauf bei Technologieaktien belastete die Finanzmärkte und konnte Liquiditätsverkäufe auslösen. Gleichzeitig verstärkten hohe Energiepreise und amerikanische Inflationsdaten die Befürchtung, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Geldpolitik länger restriktiv halten könnte.
Gerade für Gold entsteht daraus ein Spannungsverhältnis. Militärische Konflikte können den Wunsch nach Absicherung erhöhen. Gleichzeitig können steigende Ölpreise die Inflation verstärken und höhere Zinserwartungen auslösen.
Wenn die erwarteten Realzinsen steigen oder der US-Dollar aufwertet, kann Gold unter Druck geraten. Das Edelmetall zahlt selbst keine Zinsen und wird international überwiegend in Dollar gehandelt.
Deshalb ist es möglich, dass Öl aufgrund der Iran-Krise teurer wird, während Gold zunächst verliert.
Die aktuelle Entwicklung ist somit kein Beweis gegen die Bedeutung von Gold als Krisenanlage. Sie zeigt vielmehr, dass kurzfristige Marktbewegungen auch von Liquiditätsbedarf, Zinserwartungen und Währungsentwicklungen geprägt werden.
Drei politische Entwicklungen und ihre möglichen Folgen für Edelmetalle
Eine diplomatische Annäherung zwischen Washington und Teheran: Werden verlässliche Vereinbarungen über die Schifffahrt und mögliche Sanktionserleichterungen getroffen, könnte ein Teil der geopolitischen Risikoprämie aus dem Ölpreis verschwinden. Niedrigere Energiepreise könnten die Inflationserwartungen dämpfen. Für Gold wäre die Reaktion dennoch nicht eindeutig: Eine geringere Sicherheitsnachfrage könnte belasten, sinkende Zinserwartungen hingegen unterstützen.
Eine neue militärische Eskalation nach den Midterms: Sollten die USA neue Angriffe durchführen und der Iran darauf mit Angriffen auf Energieanlagen oder Schifffahrtswege reagieren, könnten sich die Versorgungsrisiken verschärfen. In diesem Fall wäre eine steigende Nachfrage nach Absicherung denkbar. Gleichzeitig könnten erneut Inflationserwartungen, Dollar und Zinserwartungen anziehen. Deshalb wäre selbst bei einer Eskalation ein sofortiger, nachhaltiger Goldpreisanstieg nicht sicher.
Eine längere politische Blockade in Washington: Erreichen die Demokraten neue Mehrheiten, könnten politische Auseinandersetzungen über Haushalt, Staatsverschuldung und außenpolitische Befugnisse zunehmen. Solche Konflikte könnten die Unsicherheit am amerikanischen Finanzmarkt erhöhen. Für Gold käme es darauf an, ob diese Entwicklung das Vertrauen in Staatsfinanzen und Währung beeinflusst oder ob steigende Anleiherenditen die Nachfrage nach dem Edelmetall begrenzen.
Diese Szenarien sind keine Kursprognosen. Sie beschreiben unterschiedliche Übertragungskanäle zwischen politischen Ereignissen und Finanzmärkten.
Silber, Platin und Palladium stehen vor zusätzlichen Risiken
Bei Silber, Platin und Palladium ist die Ausgangslage komplexer als bei Gold. Alle drei Metalle besitzen wichtige industrielle Einsatzbereiche und reagieren deshalb nicht nur auf geopolitische Unsicherheit und Zinserwartungen, sondern auch auf die erwartete wirtschaftliche Entwicklung.
Steigende Energiepreise können energieintensive Industriebranchen belasten. Gleichzeitig können höhere Transportkosten und eine geringere Investitionsbereitschaft die Nachfrage nach bestimmten Industrieprodukten dämpfen.
Silber ist unter anderem für Elektronik, Photovoltaik und weitere technische Anwendungen bedeutsam. Platin und Palladium werden beispielsweise in Fahrzeugkatalysatoren und chemischen Prozessen benötigt.
Eine militärische Eskalation könnte daher widersprüchliche Wirkungen entfalten: Einerseits könnten Edelmetalle als Anlagewerte stärker nachgefragt werden. Andererseits könnten schwächere Wachstumserwartungen den industriellen Bedarf belasten.
Das erklärt auch, warum Silber bei starken Finanzmarktkorrekturen zeitweise deutlicher verlieren kann als Gold.
Für Anleger in Deutschland kommt zusätzlich der Wechselkurs hinzu. Selbst wenn der internationale Goldpreis in US-Dollar unverändert bleibt, kann sich der Preis in Euro durch Veränderungen des Euro-Dollar-Kurses bewegen.
Was für die kommenden Handelstage entscheidend wird
Am frühen Sonntagmorgen, dem 1. November, ist die politische Ausgangslage weiterhin offen. Die amerikanischen Zwischenwahlen stehen bevor, die Gespräche zwischen Iran und den Vermittlern sind nicht abgeschlossen und neue militärische Operationen wurden von Washington bislang nicht beschlossen.
Für die kommende Handelswoche dürften deshalb drei Entwicklungen besondere Aufmerksamkeit erhalten.
Erstens die tatsächliche Sicherheit der Straße von Hormus. Entscheidend sind weitere Zwischenfälle, die Zahl der passierenden Tanker und mögliche Veränderungen bei Fracht- und Versicherungskosten.
Zweitens der politische Kurs Washingtons nach der Wahl. Neue offizielle Entscheidungen zu Militärschlägen, Sanktionen oder Verhandlungen wären aussagekräftiger als Spekulationen über persönliche Reaktionen des Präsidenten auf ein Wahlergebnis.
Drittens die Reaktion der Finanzmärkte auf Energiepreise und Geldpolitik. Gold könnte von einer höheren Nachfrage nach Absicherung profitieren, während gleichzeitig ein fester Dollar oder steigende Realzinsen belastend wirken könnten.
Für eine belastbare Einschätzung muss deshalb beobachtet werden, wie sich Ölpreis, Dollar, Anleiherenditen und Edelmetallpreise gemeinsam entwickeln.
Die Kurse vom Freitag sind die letzten breit verfügbaren regulären Referenzwerte vor dem Wochenende. Eine unmittelbare Marktreaktion auf die diplomatischen Entwicklungen vom Samstag lässt sich daraus noch nicht ableiten.
Die Midterms werden den Iran-Konflikt nicht automatisch entscheiden. Sie könnten aber das politische Umfeld verändern, in dem über Sanktionen, militärische Maßnahmen und neue Verhandlungen entschieden wird.
Damit stehen die Edelmetallmärkte vor einer ungewöhnlichen Situation: Die geopolitischen Risiken bleiben hoch, während Gold und Silber bereits erhebliche Verluste verzeichnet haben. Ob daraus eine Erholung, eine Fortsetzung der Korrektur oder eine Phase erhöhter Schwankungen entsteht, hängt weniger von politischen Schlagzeilen als von den tatsächlichen Entscheidungen und ihren wirtschaftlichen Folgen ab.
01.11.2026 - Rina Teitscheid - edelmetalle-aktuell@muenzkauf.de
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Quelle: https://blog.muenzkauf.de/US-Midterms-2026-Iran-Oelpreis-und-die-Folgen-fuer-Gold-01112026