Marathon Fusion will Gold künstlich herstellen

Ein US-Unternehmen erforscht die Umwandlung von Quecksilber in Gold. Wie funktioniert die Technik und was bedeutet sie für den Goldmarkt?

Von Tobias Dalacker

Inhaltsverzeichnis

Gold gilt als Inbegriff eines seltenen und wertbeständigen Edelmetalls. Seine natürlichen Vorkommen sind begrenzt, die Förderung ist aufwendig und neue Lagerstätten werden zunehmend schwieriger zu erschließen. Doch was wäre, wenn Gold künftig nicht mehr ausschließlich aus Bergwerken und Recycling stammen müsste, sondern als Nebenprodukt der Energieerzeugung entstehen könnte?

Genau diese Möglichkeit untersucht das amerikanische Technologieunternehmen Marathon Fusion aus San Francisco. Das 2023 gegründete Unternehmen entwickelt Verfahren für die Brennstoffversorgung künftiger Kernfusionskraftwerke. Ein zusätzlicher Forschungsansatz sorgt inzwischen international für Aufmerksamkeit: die gezielte Umwandlung bestimmter Quecksilberisotope in stabiles Gold.

Im Oktober 2026 rückte das Thema erneut in den Mittelpunkt. Marathon Fusion berichtete über experimentelle Fortschritte bei der Kernumwandlung. Die Meldung ist wissenschaftlich interessant, bedeutet jedoch noch nicht, dass das Unternehmen bereits wirtschaftlich verwertbare Goldmengen produziert.

Für die Edelmetallbranche stellt sich damit eine grundsätzliche Frage: Könnte künstlich erzeugtes Gold langfristig zu einer zusätzlichen Angebotsquelle werden?

 

Was ist Marathon Fusion?

 

Marathon Fusion ist ein amerikanisches Unternehmen, das sich auf Technologien für die kommerzielle Nutzung der Kernfusion spezialisiert hat. Anders als zahlreiche Fusionsunternehmen, die vor allem an Reaktorkonzepten arbeiten, beschäftigt sich Marathon insbesondere mit dem Brennstoffkreislauf und der Herstellung beziehungsweise Trennung wichtiger Isotope.

Zu den zentralen Entwicklungsfeldern gehören die Rückgewinnung von Wasserstoffisotopen aus Reaktorabgasen, die Anreicherung von Lithium-6 und die Nutzung von Neutronen für zusätzliche Kernreaktionen.

Im August 2026 meldete das Unternehmen erfolgreiche Versuche zur Trennung von Lithium- und Wasserstoffisotopen mithilfe einer selbst entwickelten Plasmazentrifuge. Diese Technik könnte künftig die Versorgung von Fusionsanlagen mit geeigneten Brennstoffen erleichtern.

Nach eigenen Angaben erhielt Marathon Fusion seit seiner Gründung Finanzmittel von mehr als 18 Millionen US-Dollar aus staatlicher Förderung und privaten Investitionen. Zu den Unterstützern zählt auch das US-Energieministerium über dessen Forschungsförderprogramm ARPA-E.

Weitere Informationen zu den Forschungsfeldern veröffentlicht das Unternehmen auf seiner offiziellen Internetseite.

 

Wie kann aus Quecksilber tatsächlich Gold entstehen?

 

Marathon Fusion und die mögliche Herstellung von Gold aus Quecksilber durch Kernreaktionen

Die Vorstellung, gewöhnliche Metalle in Gold zu verwandeln, beschäftigt Menschen seit der Antike. Alchemisten suchten über Jahrhunderte nach Verfahren, mit denen sich unedle Stoffe in das begehrte Edelmetall umwandeln ließen.

Mit gewöhnlichen chemischen Reaktionen ist das nicht möglich. Die Identität eines chemischen Elements wird durch die Anzahl der Protonen in seinem Atomkern bestimmt.

Gold besitzt 79 Protonen, Quecksilber dagegen 80. Um Quecksilber in Gold umzuwandeln, muss deshalb der Atomkern selbst verändert werden. Solche Vorgänge werden als Kerntransmutation bezeichnet.

Marathon Fusion untersucht dafür eine Reaktionskette, bei der das stabile Quecksilberisotop Quecksilber-198 mit energiereichen Neutronen bestrahlt wird.

Durch eine sogenannte (n,2n)-Reaktion kann zunächst Quecksilber-197 entstehen. Dieses radioaktive Isotop wandelt sich anschließend durch Elektroneneinfang in Gold-197 um.

Gold-197 ist das einzige stabile natürlich vorkommende Goldisotop. Es handelt sich daher nicht um eine optische Nachbildung oder eine goldähnliche Legierung, sondern um echtes Gold.

Die Kernreaktion ist physikalisch möglich. Die entscheidende Herausforderung liegt darin, sie kontrolliert, effizient und in wirtschaftlich relevanten Mengen einzusetzen.

 

Welche Rolle spielt die Kernfusion?

 

Bei der Kernfusion verschmelzen leichte Atomkerne zu schwereren Kernen. Besonders intensiv erforscht wird die Fusion der Wasserstoffisotope Deuterium und Tritium.

Bei dieser Reaktion entstehen ein Heliumkern, ein energiereiches Neutron und große Energiemengen. Die freigesetzten Neutronen können weitere Kernreaktionen in Materialien auslösen, die den Reaktor umgeben.

Genau hier setzt das Konzept von Marathon Fusion an.

Das Unternehmen untersucht, ob speziell ausgewählte Quecksilberisotope in einem sogenannten Blanket eingesetzt werden können. Dabei handelt es sich um eine Materialschicht um das Fusionsplasma, die unter anderem Neutronen nutzt und zur Brennstoffversorgung beitragen soll.

Quecksilber-198 könnte dabei als Neutronenvervielfacher dienen. Die Reaktion würde einerseits zusätzliche Neutronen freisetzen und andererseits über Quecksilber-197 schließlich Gold-197 hervorbringen.

Die zusätzlichen Neutronen könnten wiederum genutzt werden, um aus Lithium Tritium zu erzeugen. Tritium ist ein wesentlicher Brennstoff für viele geplante Fusionsreaktoren.

Das langfristige Ziel besteht darin, Energieerzeugung, Brennstoffversorgung und Goldproduktion technisch miteinander zu verbinden.

Allerdings ist bislang kein kommerzielles Fusionskraftwerk mit einem solchen integrierten Goldproduktionssystem in Betrieb.

 

Was hat Marathon Fusion im Oktober 2026 erreicht?

 

Besondere Aufmerksamkeit erhielt Marathon Fusion durch eine Mitteilung vom 21. Oktober 2026. Das Unternehmen berichtete über experimentelle Fortschritte bei der Umwandlung von Quecksilber durch Neutronenbestrahlung.

Nach den öffentlich diskutierten Angaben sollen die Versuche die technische Grundlage des Goldproduktionskonzepts weiter untermauern. Marathon Fusion stellte dabei auch einen Vergleich mit früheren Experimenten am europäischen Forschungszentrum CERN her.

Für die wissenschaftliche Bewertung ist allerdings entscheidend, welche Reaktionen tatsächlich gemessen wurden.

Ein öffentlich gezeigtes Gammaspektrum deutet insbesondere auf die Bildung von Quecksilber-197 hin. Dieses Isotop ist die unmittelbare Vorstufe des stabilen Gold-197.

Der Nachweis eines solchen Zwischenprodukts ist ein wichtiger experimenteller Schritt. Er liefert jedoch noch keine vollständige Aussage darüber, wie viel stabiles Gold letztlich entstanden ist.

Bis zum 27. Oktober 2026 waren aus den öffentlich zugänglichen Angaben insbesondere folgende Punkte nicht ausreichend nachvollziehbar:

  • Die tatsächlich produzierte und analytisch bestimmte Goldmasse.
  • Die Gesamtdauer und der Energieaufwand der Bestrahlung.
  • Die chemische Abtrennung des erzeugten Goldes.
  • Die radiologische Reinheit des Endprodukts.
  • Eine unabhängige wissenschaftliche Bestätigung der aktuellen Versuchsergebnisse.

Deshalb wäre es verfrüht, von einer bereits nachgewiesenen industriellen Goldproduktion zu sprechen.

Die experimentelle Erzeugung geeigneter Atomkerne und die wirtschaftliche Herstellung handelsfähiger Goldbarren sind zwei grundlegend unterschiedliche Entwicklungsstufen.

 

Wie viel Gold könnte ein Fusionskraftwerk produzieren?

 

Bereits 2025 veröffentlichten Forscher von Marathon Fusion eine theoretische Untersuchung zur Goldproduktion durch neutronengetriebene Kernumwandlung.

Die Berechnungen beschreiben ein technisches Konzept, bei dem mehr als zwei Tonnen Gold pro Gigawatt thermischer Fusionsleistung und Betriebsjahr entstehen könnten.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen thermischer und elektrischer Leistung. Ein Gigawatt thermische Leistung entspricht nicht einem Gigawatt Stromerzeugung. Bei der Umwandlung von Wärme in Elektrizität treten zusätzliche Verluste auf.

Die oft genannten Produktionsmengen von mehreren Tonnen Gold jährlich beziehen sich deshalb auf modellierte Kraftwerkskonfigurationen und nicht auf bereits existierende Produktionsanlagen.

Die zugrunde liegende wissenschaftliche Ausarbeitung ist unter Marathon Fusion – Transmutation of Mercury into Gold veröffentlicht.

Die Modellrechnung ist bemerkenswert, weil eine erfolgreiche Umsetzung über viele Betriebsjahre eine relevante zusätzliche Goldmenge ermöglichen könnte.

Ob die theoretischen Ausbeuten tatsächlich erreicht werden können, hängt jedoch von der Neutronenbilanz, dem Reaktordesign, den verwendeten Isotopen, den Materialeigenschaften und zahlreichen weiteren technischen Voraussetzungen ab.

 

Warum ist die Herstellung künstlichen Goldes so schwierig?

 

Die Umwandlung von Quecksilber in Gold ist keine gewöhnliche metallurgische Verarbeitung. Sie erfordert eine geeignete Neutronenquelle, kontrollierte Kernreaktionen und umfangreiche technische Schutzmaßnahmen.

Eine besondere Schwierigkeit ist die gezielte Auswahl des Ausgangsmaterials. Natürliches Quecksilber besteht aus mehreren stabilen Isotopen. Für das vorgeschlagene Verfahren spielt Quecksilber-198 eine zentrale Rolle.

Die Bereitstellung ausreichend angereicherten Quecksilbers könnte daher einen erheblichen zusätzlichen Produktionsaufwand verursachen.

Außerdem entstehen bei der Neutronenbestrahlung nicht ausschließlich die gewünschten Reaktionsprodukte. Andere Quecksilberisotope und Verunreinigungen können zu unerwünschten radioaktiven Stoffen führen.

Das erzeugte Gold müsste anschließend von Quecksilber und weiteren Materialien getrennt werden. Abhängig von der Isotopenzusammensetzung wären möglicherweise lange Abklingzeiten oder aufwendige radiochemische Reinigungsverfahren erforderlich.

Hinzu kommen die Kosten für Reaktorbau, Betrieb, Materialhandhabung, Strahlenschutz und Entsorgung.

Selbst wenn die Kernreaktion technisch zuverlässig funktioniert, ist damit noch nicht bewiesen, dass sich das Gold zu wettbewerbsfähigen Kosten herstellen lässt.

 

Wäre künstlich erzeugtes Gold genauso wertvoll wie Minengold?

 

Aus chemischer Sicht gibt es keinen grundsätzlichen Unterschied zwischen stabilem Gold-197 aus einer Kernreaktion und natürlich gewonnenem Gold.

Entscheidend sind die Reinheit, die tatsächliche Zusammensetzung und die Einhaltung der für den jeweiligen Verwendungszweck geltenden Anforderungen.

Würde ein Fusionskraftwerk Gold-197 in ausreichender Menge und Reinheit herstellen, könnte dieses Material grundsätzlich für industrielle Anwendungen oder die Weiterverarbeitung zu Anlageprodukten verwendet werden.

Voraussetzung wäre allerdings, dass radioaktive Verunreinigungen ausgeschlossen beziehungsweise die entsprechenden gesetzlichen und technischen Anforderungen erfüllt werden.

Ein aus Kerntransmutation gewonnenes Goldprodukt hätte also nicht automatisch einen geringeren Materialwert. Auch ein grundsätzlich höherer Wert wäre nicht durch seine künstliche Herkunft begründet.

Der Marktwert würde sich letztlich an der nachgewiesenen Qualität, der Handelbarkeit und der Nachfrage orientieren.

 

Könnte Marathon Fusion den weltweiten Goldpreis verändern?

 

Die weltweite Goldversorgung beruht bislang im Wesentlichen auf Bergwerksförderung und Recycling. Nach Angaben des World Gold Council erreicht die jährliche Minenproduktion eine Größenordnung von mehreren Tausend Tonnen.

Eine einzelne künftige Fusionsanlage, die einige Tonnen Gold pro Jahr erzeugen könnte, würde deshalb für sich genommen keine grundlegende Veränderung des globalen Angebots bewirken.

Anders könnte die Situation langfristig aussehen, wenn zahlreiche Fusionskraftwerke mit entsprechenden Produktionssystemen ausgestattet würden.

Bei einer breiten industriellen Anwendung könnte die Kerntransmutation zu einer zusätzlichen Angebotsquelle werden. Wie bedeutend diese wäre, hängt von der Zahl der Anlagen, ihrer tatsächlichen Goldausbeute und ihrer Wirtschaftlichkeit ab.

Allerdings wird der Goldpreis nicht allein durch die jährliche Produktion bestimmt. Gold ist ein langlebiges und wiederverwertbares Metall. Ein erheblicher Teil der historisch geförderten Menge befindet sich weiterhin in Form von Schmuck, Barren, Münzen oder industriellen Produkten im Bestand.

Hinzu kommen die Nachfrage von Zentralbanken, Investoren, Schmuckherstellern und Industrieunternehmen sowie die Entwicklung von Zinsen, Währungen und geopolitischen Risiken.

Für die Bewertung langfristiger Goldmarktentwicklungen bietet der World Gold Council mit seinen Marktanalysen eine wichtige Datengrundlage.

Aus dem gegenwärtigen Forschungsstand lässt sich keine seriöse Prognose über einen möglichen Goldpreisrückgang durch künstliche Goldproduktion ableiten.

 

Welche wirtschaftlichen Chancen verfolgt Marathon Fusion?

 

Für Marathon Fusion steht nicht ausschließlich die Goldproduktion im Mittelpunkt. Das Unternehmen verfolgt ein umfassenderes Geschäftsmodell für die künftige Fusionsindustrie.

Eine kommerzielle Fusionsanlage müsste nicht nur dauerhaft Energie erzeugen, sondern auch ihren Brennstoffkreislauf beherrschen. Besonders die Verfügbarkeit von Tritium und die Herstellung geeigneter Lithiumisotope gelten als anspruchsvolle Voraussetzungen.

Marathon Fusion entwickelt Technologien, die diese Probleme verringern sollen. Dazu gehört eine Plasmazentrifuge, mit der sich Isotope anhand ihrer unterschiedlichen Masse trennen lassen.

Das Unternehmen meldete im August 2026 entsprechende experimentelle Erfolge bei Lithium- und Wasserstoffisotopen. Die Technik könnte langfristig helfen, aufwendige Trennanlagen zu verkleinern und die Brennstoffversorgung zu vereinfachen.

Die Goldproduktion wäre in diesem Geschäftsmodell ein zusätzlicher wirtschaftlicher Nutzen.

In seinen Modellrechnungen stellt Marathon Fusion die Möglichkeit dar, die Erlöse eines Fusionskraftwerks durch den Verkauf von Gold erheblich zu erhöhen. Die veröffentlichten wirtschaftlichen Szenarien gehen teilweise von einer ungefähr verdoppelten Erlösbasis gegenüber einer reinen Stromproduktion aus.

Solche Angaben sind jedoch keine nachgewiesenen Betriebsergebnisse. Sie beruhen auf Annahmen über künftige Anlagen, technische Leistungsfähigkeit, Produktionsmengen und Marktpreise.

 

Was bedeutet die Entwicklung für Goldminen und Recycling?

 

Selbst bei erfolgreicher technischer Entwicklung ist nicht davon auszugehen, dass künstlich erzeugtes Gold kurzfristig die klassische Goldförderung ersetzt.

Goldminen verfügen über etablierte Produktionsketten, während die industrielle Goldherstellung durch Kerntransmutation noch zahlreiche technische Entwicklungsstufen durchlaufen muss.

Auch das Recycling von Altgold dürfte seine Bedeutung behalten. Bereits vorhandenes Gold kann eingeschmolzen, raffiniert und erneut verwendet werden, ohne dass dafür neue Atomkerne erzeugt werden müssen.

Die wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit künstlichen Goldes würde deshalb nicht nur von der Kernreaktion abhängen, sondern von den vollständigen Herstellungskosten einschließlich Energie, Isotopenaufbereitung, Reinigung und Sicherheit.

Für die Goldindustrie ist Marathon Fusion gegenwärtig vor allem ein interessantes Forschungsvorhaben mit potenziell langfristigen Auswirkungen.

 

Zwischen wissenschaftlichem Fortschritt und industrieller Realität

 

Die Forschung von Marathon Fusion zeigt, wie sich moderne Kernphysik mit wirtschaftlichen Fragestellungen verbinden lässt. Die Umwandlung von Quecksilber in Gold ist kein alchemistischer Mythos, sondern beruht auf bekannten physikalischen Vorgängen.

Die eigentliche Innovation besteht in dem Versuch, diese Vorgänge in den Brennstoffkreislauf zukünftiger Fusionskraftwerke einzubinden und dadurch gleichzeitig Energie, neuen Brennstoff und ein wertvolles Edelmetall zu gewinnen.

Der Weg zu einer kommerziellen Umsetzung bleibt allerdings lang. Bislang fehlen öffentlich nachvollziehbare Nachweise für eine kontinuierliche, wirtschaftliche Produktion größerer Mengen handelsfähigen Goldes.

Die nächsten entscheidenden Schritte werden deshalb nicht spektakuläre Mengenprognosen sein, sondern reproduzierbare Messungen, unabhängig überprüfte Versuchsergebnisse und der Nachweis eines funktionierenden technischen Gesamtsystems.

Für den Goldmarkt ergibt sich daraus eine klare Einordnung: Marathon Fusion eröffnet eine wissenschaftlich plausible langfristige Perspektive, verändert aber die heutige Angebotslage noch nicht.

Ob aus der experimentellen Kernumwandlung eines Tages tatsächlich eine neue industrielle Goldquelle entsteht, wird sich erst zeigen, wenn die Technologie über einzelne Versuche und theoretische Modelle hinaus nachweislich im Kraftwerksmaßstab funktioniert.

Häufige Fragen zu Marathon Fusion und künstlichem Gold

Kann Marathon Fusion wirklich Gold aus Quecksilber herstellen?

Die Umwandlung von Quecksilber-198 über Quecksilber-197 in stabiles Gold-197 ist kernphysikalisch möglich. Marathon Fusion erforscht dieses Verfahren, hat aber noch keine wirtschaftliche Produktion größerer Goldmengen nachgewiesen.

Wie viel Gold könnte Marathon Fusion jährlich produzieren?

In theoretischen Berechnungen beschreibt das Unternehmen eine mögliche Produktion von mehr als zwei Tonnen Gold pro Gigawatt thermischer Fusionsleistung und Betriebsjahr. Diese Menge ist eine Modellprognose und keine tatsächlich erreichte Produktionsleistung.

Ist künstlich hergestelltes Gold echtes Gold?

Ja. Stabiles Gold-197 aus einer Kernumwandlung besitzt dieselben grundlegenden chemischen Eigenschaften wie natürlich vorkommendes Gold. Für eine praktische Verwendung müssen allerdings Reinheit und radiologische Sicherheit nachgewiesen werden.

Ist Gold aus einem Fusionsreaktor radioaktiv?

Das stabile Isotop Gold-197 ist nicht radioaktiv. Bei der Herstellung können jedoch andere radioaktive Isotope entstehen, die vor einer Verwendung des Goldes zuverlässig entfernt oder ausreichend abgeklungen sein müssen.

Könnte künstliches Gold den Goldpreis zum Einsturz bringen?

Aus dem heutigen Forschungsstand lässt sich ein solcher Preisverfall nicht ableiten. Selbst die theoretische Jahresproduktion einzelner Fusionsanlagen wäre im Verhältnis zum weltweiten Goldmarkt begrenzt. Erst eine breite industrielle Anwendung könnte langfristig zusätzliche Angebotsmengen schaffen.

Wann könnte Marathon Fusion Gold in industriellen Mengen herstellen?

Ein belastbarer Termin ist nicht bekannt. Voraussetzung wären funktionsfähige kommerzielle Fusionsanlagen, geeignete Neutronen- und Brennstoffkreisläufe sowie ein wirtschaftliches Verfahren zur Gewinnung und Reinigung des Goldes.

 

27.10.2026 - Tobias Dalacker -  edelmetalle-aktuell@muenzkauf.de

 

 

 






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Quelle: https://blog.muenzkauf.de/Marathon-Fusion--Gold-aus-Quecksilber-durch-Kernfusion-27102026t