Edelmetall Abendbericht 05.11.2026
Gold erreicht ein Zweiwochenhoch, Silber behauptet sich. Platin und Palladium gewinnen – die US-Arbeitsmarktdaten rücken in den Mittelpunkt.
Inhaltsverzeichnis
Die Edelmetallmärkte haben ihre Erholung am Donnerstag fortgesetzt. Gold stieg zeitweise auf 4.146,63 US-Dollar je Feinunze und erreichte damit den höchsten Stand seit dem 20. Oktober. Ein schwächerer US-Dollar, sinkende amerikanische Staatsanleiherenditen und nachlassende Inflationssorgen unterstützten den Handel. Silber stabilisierte sich nach den kräftigen Kursgewinnen des Vortages, während Platin und insbesondere Palladium zulegten.
Am Abend richtete sich der Blick zunehmend auf den amerikanischen Arbeitsmarktbericht, der am Freitag veröffentlicht werden soll. Die Zahlen könnten entscheidend dafür sein, ob sich die Erholung fortsetzt oder neue Zinssorgen aufkommen.
Marktstand vom 5. November 2026, 20:05 Uhr MEZ: Gold notierte laut Reuters bei 4.100,27 US-Dollar je Feinunze und damit rund 1,0 Prozent höher. Silber lag bei 52,23 US-Dollar nahezu unverändert. Platin gewann 1,6 Prozent auf 1.520,75 US-Dollar, Palladium stieg um 3,8 Prozent auf 1.042,24 US-Dollar. Es handelt sich um zeitpunktbezogene Spotmarkt-Notierungen in US-Dollar, nicht um endgültige Schlusskurse oder Händlerverkaufspreise.
Gold hält sich über der Marke von 4.100 Dollar

Gold gehört weiterhin zu den Gewinnern der Handelswoche. Nachdem das Edelmetall am vergangenen Freitag noch auf ein Einjahrestief von 3.869,85 US-Dollar gefallen war, setzte eine deutliche Gegenbewegung ein. Allein am Mittwoch betrug der Kursanstieg knapp 3,4 Prozent. Am Donnerstag folgten weitere Gewinne.
Die Dezember-Futures auf Gold schlossen an der US-Terminbörse COMEX bei 4.113,50 US-Dollar je Feinunze, ein Plus von rund einem Prozent. Der Preis unterscheidet sich vom Spotkurs, da es sich um einen Terminkontrakt mit festgelegter Lieferung handelt.
Entscheidend für die Erholung waren vor allem der schwächere Dollar und rückläufige US-Anleiherenditen. Gold wirft keine laufenden Zinsen ab. Sinkende Renditen verringern daher die relativen Opportunitätskosten des Haltens von Gold.
Auch die Entwicklung am Energiemarkt spielte eine wichtige Rolle. Nach dem starken Ölpreisrückgang vom Mittwoch ließen die unmittelbaren Inflationssorgen nach. Das verringerte den Druck auf die Zinserwartungen und unterstützte den Goldpreis.
Silber stabilisiert sich nach der jüngsten Erholung
Silber zeigte am Donnerstag einen vergleichsweise ruhigen Abendhandel. Mit 52,23 US-Dollar je Feinunze lag der Spotpreis zum Reuters-Beobachtungszeitpunkt praktisch auf dem Niveau des Vortages.
Die Stabilisierung folgt auf eine Phase ausgeprägter Schwankungen. Im Unterschied zu Gold wird Silber nicht nur als Anlage- und Absicherungsmetall nachgefragt, sondern auch in zahlreichen industriellen Anwendungen eingesetzt. Deshalb wirken neben Dollar und Zinsen auch Konjunkturerwartungen auf den Preis.
Für die weitere Entwicklung ist von Bedeutung, ob die jüngste Erholung des Goldmarktes anhält und sich die Erwartungen für die industrielle Nachfrage verbessern. Die aktuelle Seitwärtsbewegung allein liefert dafür noch kein eindeutiges Signal.
Platin und Palladium gewinnen deutlich
Bei den Platinmetallen überwogen am Donnerstag die Kursgewinne. Platin verteuerte sich laut Reuters um 1,6 Prozent auf 1.520,75 US-Dollar je Feinunze.
Noch stärker entwickelte sich Palladium. Das überwiegend industriell genutzte Edelmetall gewann 3,8 Prozent auf 1.042,24 US-Dollar. Damit fiel der prozentuale Tagesanstieg deutlich größer aus als bei Gold und Silber.
Platin und Palladium unterscheiden sich in ihrer Marktstruktur von Gold. Die Nachfrage hängt wesentlich von industriellen Anwendungen ab, insbesondere aus der Automobilbranche. Hinzu kommen Risiken auf der Angebotsseite, etwa durch konzentrierte Förderstandorte und geopolitische Entwicklungen.
Die aktuellen Kursgewinne zeigen eine Erholung, erlauben jedoch noch keinen verlässlichen Rückschluss auf die längerfristige Entwicklung der industriellen Nachfrage.
Dollar, Ölpreis und US-Politik bewegen die Märkte
Die Kursentwicklung steht weiterhin im Zusammenhang mit den amerikanischen Kongresswahlen. Die Zugewinne der Demokraten verstärkten an den Finanzmärkten Erwartungen, dass sich die politischen Rahmenbedingungen verändern könnten. Gleichzeitig nährten sie Hoffnungen auf eine geringere Eskalationsgefahr im Iran-Konflikt.
Der Brent-Ölpreis blieb nach dem Einbruch des Vortages unter 100 US-Dollar je Barrel. Am Mittwoch hatte er fast neun Prozent verloren. Niedrigere Energiepreise können den Inflationsdruck verringern und damit Erwartungen an die amerikanische Geldpolitik verändern.
Parallel dazu fiel der Dollar auf seinen schwächsten Stand seit Ende September. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bewegte sich in der Nähe eines Zweimonatstiefs. Beide Entwicklungen verbesserten das Umfeld für Gold.
Die aktuellen Kursangaben und Markteinflüsse dokumentiert die Reuters-Marktberichterstattung vom 5. November 2026.
Bereits am Mittwoch hatten die Märkte kräftig auf die veränderte politische Ausgangslage reagiert. Die Entwicklung des Vortages ist im Edelmetall-Abendbericht vom 4. November 2026 eingeordnet.
Freitag bringt wichtige US-Arbeitsmarktdaten
Der nächste wichtige Impuls steht bereits bevor. Am Freitag, dem 6. November 2026, veröffentlicht das US-Arbeitsministerium um 14:30 Uhr deutscher Zeit den offiziellen Arbeitsmarktbericht für Oktober.
Die Zahlen zu neu geschaffenen Stellen, Arbeitslosenquote und Lohnentwicklung könnten die Erwartungen an die weitere Geldpolitik der Federal Reserve deutlich verändern.
Ein stärker als erwarteter Arbeitsmarkt könnte die Spekulation auf weitere Zinserhöhungen verstärken. Höhere Renditen und ein festerer Dollar wären tendenziell belastende Faktoren für Gold und Silber. Schwächere Zahlen könnten dagegen die Erwartungen an einen weniger restriktiven Zinskurs unterstützen.
Der Veröffentlichungstermin ist im offiziellen Veröffentlichungskalender des Bureau of Labor Statistics bestätigt.
Ausblick auf den Wochenschluss
Die Edelmetallmärkte gehen mit einer deutlich verbesserten Ausgangslage in den letzten Handelstag der Woche. Gold hat sich vom jüngsten Einjahrestief erholt und die Marke von 4.100 US-Dollar wieder erreicht. Silber bleibt im Bereich von 52 US-Dollar stabil, während Platin und Palladium von der breiteren Gegenbewegung profitieren.
Ob daraus eine anhaltende Erholung wird, dürfte wesentlich von den kommenden US-Arbeitsmarktdaten, der Entwicklung der Anleiherenditen und dem Dollar abhängen. Auch der Ölpreis bleibt ein wichtiger Einflussfaktor, weil seine Entwicklung die Inflationserwartungen unmittelbar verändern kann.
Der Donnerstagabend endet damit für die Edelmetalle überwiegend freundlich, aber nicht ohne Risiken. Nach den starken Schwankungen der vergangenen Tage bleibt die weitere Richtung offen.
05.11.2026 - Rina Teitscheid - edelmetalle-aktuell@muenzkauf.de
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Quelle: https://blog.muenzkauf.de/Edelmetall-Abendbericht-vom-05-November-2026-05112026