Telekom wächst – doch Starlink erhöht den Druck
Starke Quartalszahlen, höhere Dividende und neue Jahresziele: Die Deutsche Telekom überzeugt operativ, muss sich aber auf Elon Musk einstellen.
Die Deutsche Telekom hat am Donnerstag, dem 5. November 2026, überraschend starke Quartalszahlen vorgelegt und ihre Jahresprognose erneut angehoben. Doch trotz steigender Gewinne und einer angekündigten höheren Dividende wächst die Unsicherheit. Elon Musks Satellitenunternehmen SpaceX könnte mit Starlink zu einem ernsthaften Konkurrenten im amerikanischen Mobilfunkmarkt werden.
Telekom steigert Umsatz und Gewinn deutlich
Im dritten Quartal 2026 erhöhte die Deutsche Telekom ihren Konzernumsatz um 7,5 Prozent auf 31,1 Milliarden Euro. Organisch betrug das Wachstum 5,5 Prozent. Das bereinigte operative Ergebnis nach Leasingaufwendungen (EBITDA AL) stieg auf 12,2 Milliarden Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss verbesserte sich um 12,7 Prozent auf rund drei Milliarden Euro.
Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern nun ein bereinigtes EBITDA AL von rund 47,6 Milliarden Euro statt bisher 47,5 Milliarden Euro. Der bereinigte Free Cashflow nach Leasingaufwendungen soll 20,1 Milliarden Euro erreichen.
Aktionäre können außerdem auf eine höhere Ausschüttung hoffen. Die Dividende für 2026 soll um zehn Prozent auf 1,10 Euro je Aktie steigen. Für 2027 plant die Telekom Aktienrückkäufe im Umfang von bis zu zwei Milliarden Euro.
Die vollständigen Geschäftszahlen veröffentlichte der Konzern in seiner offiziellen Quartalsmitteilung vom 5. November 2026.
Starlink könnte zum direkten Wettbewerber werden

Während das operative Geschäft wächst, bereitet sich Vorstandschef Tim Höttges auf eine neue Herausforderung vor. SpaceX arbeitet daran, sein satellitengestütztes Mobilfunkangebot auszubauen und könnte langfristig als vierter großer Anbieter auf dem US-Markt auftreten.
Für die Telekom ist das besonders brisant. Ihre amerikanische Tochter T-Mobile US gehört zu den wichtigsten Wachstumstreibern des Konzerns. Ein zusätzlicher Wettbewerber könnte Marktanteile kosten und den Preisdruck erhöhen.
Höttges nimmt diese Entwicklung nach eigenen Angaben ernst. Gleichzeitig betont er, dass Satelliten allein klassische Mobilfunknetze nicht ersetzen können. Besonders in Städten und innerhalb von Gebäuden bleiben leistungsfähige Funkmasten notwendig.
Bemerkenswert ist die Doppelrolle von Starlink: T-Mobile US arbeitet bereits mit dem Satellitenanbieter zusammen. Auch in Europa plant die Deutsche Telekom entsprechende Dienste zur Versorgung bislang schlecht erreichbarer Gebiete.
Telekom-Aktie trotz guter Zahlen unter Druck
An der Börse wurden die starken Geschäftszahlen zunächst nicht mit steigenden Kursen belohnt. Die Telekom-Aktie verlor am Donnerstag zeitweise rund 2,5 Prozent. Neben den langfristigen Wettbewerbsrisiken diskutieren Anleger auch über die Höhe der angekündigten Ausschüttungen.
Damit zeigt sich ein Spannungsfeld: Kurzfristig profitiert die Telekom von steigenden Umsätzen und Gewinnen. Langfristig könnte der Einstieg von SpaceX in den klassischen Mobilfunkmarkt jedoch die bisherigen Wettbewerbsstrukturen verändern.
Fazit: Die Deutsche Telekom bleibt wirtschaftlich auf Wachstumskurs. Ob Starlink tatsächlich zu einer ernsthaften Bedrohung für T-Mobile US wird, hängt vor allem davon ab, wie schnell und zu welchen Kosten SpaceX ein leistungsfähiges Mobilfunknetz aufbauen kann.
05.11.2026 - Tobias Dalacker - edelmetalle-aktuell@muenzkauf.de
Ihre Bewertung, Ihr Kommentar oder Ihre Frage
Bewertungen und Kommentare
Quelle: https://blog.muenzkauf.de/Telekom-hebt-Prognose-an--Starlink-wird-zur-Gefahr-05112026t