Bosch streicht weitere 750 Arbeitsplätze
Der Autozulieferer verschärft seinen Sparkurs. In Deutschland stehen inzwischen fast 24.000 Stellen auf der Streichliste.
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Der Stellenabbau beim Technologiekonzern Bosch nimmt immer größere Ausmaße an. Wie am Donnerstag, dem 5. November 2026, bekannt wurde, sollen am Entwicklungsstandort Abstatt bei Heilbronn weitere 750 Arbeitsplätze wegfallen. Damit steigt die Zahl der seit 2024 angekündigten Stellenstreichungen in der deutschen Mobilitätssparte auf knapp 24.000. Für die Beschäftigten ist es die nächste Hiobsbotschaft in einer ohnehin angespannten Lage der deutschen Automobilindustrie.
750 weitere Stellen in Abstatt betroffen

Am Bosch-Standort Abstatt arbeiten derzeit rund 5.300 Menschen. Bis Ende 2029 sollen dort weitere 750 Arbeitsplätze in der Mobilitätssparte abgebaut werden. Das Unternehmen bestätigte entsprechende Informationen des Handelsblatts. Die Maßnahmen sollen nach Unternehmensangaben möglichst sozialverträglich umgesetzt werden.
Betroffen ist insbesondere der Geschäftsbereich Vehicle Motion, der unter anderem Bremssysteme, Fahrzeugsensorik und Software für Fahrzeugbewegungen entwickelt. Andere Bereiche am Standort, darunter Bosch Engineering, sind von dieser konkreten Abbaumaßnahme nicht betroffen.
Die neuen Einschnitte treffen einen Standort, der bislang als wichtiger Entwicklungsstandort für moderne Fahrzeugtechnik gilt. Bosch betont, dass Abstatt auch künftig eine Rolle in der Entwicklung spielen soll.
China-Konkurrenz setzt Bosch massiv unter Druck
Als wesentliche Gründe für die Stellenstreichungen nennt Bosch die schwache Nachfrage in Europa und den zunehmenden Wettbewerb durch asiatische Hersteller. Besonders bei modernen Bremssystemen wächst der Preisdruck.
Hinzu kommt eine Entwicklung, die für die deutsche Automobilindustrie besonders problematisch ist: Neue Technologien werden zunehmend gemeinsam mit chinesischen Automobilherstellern entwickelt und zuerst auf dem chinesischen Markt eingeführt. Dadurch verlagern sich Entwicklungsaufgaben nach China, während am deutschen Standort weniger Personal benötigt wird.
Der technologische Wandel schafft somit nicht automatisch zusätzliche Arbeitsplätze in Deutschland. Selbst bei zukunftsweisenden Systemen wie Brake-by-Wire, bei denen Bremsbefehle elektronisch übertragen werden, geraten etablierte Entwicklungsstandorte unter Druck.
Fast 24.000 Arbeitsplätze auf der Streichliste
Die jetzt angekündigten Kürzungen sind Teil eines umfassenden Konzernumbaus. Nach den jüngsten Angaben summieren sich die seit 2024 angekündigten Stellenstreichungen in der deutschen Mobilitätssparte auf knapp 24.000. Die Maßnahmen verteilen sich auf unterschiedliche Standorte und Zeiträume.
Bereits zuvor hatte Bosch unter anderem für Nürnberg einen Abbau von rund 900 Arbeitsplätzen angekündigt. Der Konzern will seine Kosten deutlich senken und seine Wettbewerbsfähigkeit verbessern.
Auch wirtschaftlich steht Bosch unter Druck. Zwar stieg der Konzernumsatz im ersten Halbjahr 2026 um 3,6 Prozent auf 46,4 Milliarden Euro, doch das operative Ergebnis ging von 2,3 auf 2,2 Milliarden Euro zurück. Ein Teil des Umsatzwachstums beruhte zudem auf Unternehmensübernahmen.
Der erneute Stellenabbau folgt auf einen bereits eingeleiteten organisatorischen Umbau. Über die Neustrukturierung des Bosch-Konzerns und ihre Auswirkungen auf 62.500 Beschäftigte hatte Edelmetalle aktuell bereits berichtet.
Deutsche Autoindustrie verliert weiter Arbeitsplätze
Die Entwicklung bei Bosch verdeutlicht die strukturellen Probleme der deutschen Automobilindustrie. Schwache Absatzmärkte, hohe Kosten und der internationale Wettbewerb zwingen Hersteller und Zulieferer zu tiefgreifenden Veränderungen.
Für die betroffenen Regionen geht es dabei um mehr als einzelne Arbeitsplätze. Werden Entwicklungsabteilungen verkleinert, können langfristig auch Fachwissen, Kaufkraft und wirtschaftliche Perspektiven verloren gehen.
Die entscheidende Frage lautet inzwischen nicht mehr allein, wie viele Arbeitsplätze Bosch noch abbauen wird. Es geht zunehmend darum, welcher Anteil der Entwicklung und Produktion künftiger Fahrzeugtechnologien dauerhaft in Deutschland bleibt.
Die aktuellen Stellenabbaupläne wurden unter anderem vom Südwestrundfunk und vom Deutschlandfunk am 5. November 2026 bestätigt.
05.11.2026 - Tobias Dalacker - edelmetalle-aktuell@muenzkauf.de
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Quelle: https://blog.muenzkauf.de/Bosch-streicht-weitere-750-Stellen---Jobabbau-waechst-auf-24-000-05112026t