DAX auf Rekordhoch – Tech-Aktien unter Druck
Börse & Märkte am 5. November 2026: US-Wahlen beflügeln Europas Aktienmärkte, während Rheinmetall einbricht und Gold zulegt.
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Der deutsche Aktienmarkt setzt seine Aufwärtsbewegung am Donnerstag fort. Der DAX hat am 5. November 2026 ein neues Allzeithoch erreicht und damit seine bisherige Bestmarke vom August übertroffen. Rückenwind liefern die Ergebnisse der US-Zwischenwahlen, sinkende Ölpreise und die Hoffnung auf eine Entspannung im Nahen Osten. Allerdings profitieren längst nicht alle Branchen von der verbesserten Stimmung.
Während Banken, Industrieunternehmen und ausgewählte Konsumwerte gefragt sind, geraten Technologie- und Rüstungsaktien unter Druck. An der Wall Street zeigt sich zum Handelsbeginn ebenfalls ein uneinheitliches Bild. Besonders auffällig ist die gleichzeitige Stärke von Aktien und Gold.
DAX erreicht neuen historischen Höchststand
Der DAX stieg am Donnerstagvormittag auf 26.654,56 Punkte und übertraf damit seinen bisherigen Rekord von 26.618,74 Punkten. Im weiteren Tagesverlauf wurden noch höhere Notierungen gemeldet. Gegen 14:40 Uhr lag der deutsche Leitindex bei rund 26.640 Punkten und damit etwa 0,8 Prozent über dem Vortagesschluss.
Bereits am Mittwoch hatte der DAX um 2,2 Prozent auf 26.437,67 Punkte zugelegt. Der kräftige Anstieg folgte auf den deutlichen Wahlerfolg der Demokraten bei den amerikanischen Kongresswahlen.
Die Anleger verbinden mit den veränderten politischen Mehrheiten die Erwartung, dass bestimmte wirtschafts- und außenpolitische Vorhaben der US-Regierung künftig stärker kontrolliert werden könnten. Ob diese Hoffnungen tatsächlich zu einer dauerhaft günstigeren Wirtschaftsentwicklung führen, bleibt offen.
Auch andere europäische Aktienmärkte profitierten. Der Euro Stoxx 50 stieg am Vormittag auf rund 6.297 Punkte. Der breit gefasste Stoxx Europe 600 näherte sich seinem bisherigen Rekordniveau.
US-Börsen starten uneinheitlich

Nach der kräftigen Rally vom Mittwoch legen die amerikanischen Aktienmärkte zunächst eine Pause ein. Der Dow Jones Industrial Average startete mit einem Gewinn von rund 0,6 Prozent bei 53.687 Punkten. Der S&P 500 verlor dagegen etwa 0,2 Prozent, während der Nasdaq Composite um rund 0,8 Prozent auf 25.538 Punkte nachgab.
Besonders Halbleiterhersteller und Unternehmen aus dem Umfeld großer Rechenzentren stehen unter Verkaufsdruck. Marktteilnehmer befürchten, dass eine stärkere politische Kontrolle von KI-Investitionen und Rechenzentrumsprojekten das bisher hohe Wachstumstempo der Branche beeinträchtigen könnte.
Damit zeigt sich eine deutliche Verschiebung innerhalb des Aktienmarktes: Während klassische Industrie- und Finanzwerte profitieren, werden die hohen Bewertungen einzelner Technologieunternehmen zunehmend kritisch betrachtet.
Rheinmetall bricht ein – Banken und Industrie gefragt
Zu den größten Verlierern im DAX gehört Rheinmetall. Die Aktie verlor zeitweise mehr als 18 Prozent. Hintergrund ist eine erneute Senkung der Geschäftserwartungen für 2026. Verzögerungen bei Rüstungsaufträgen und der Abwicklung von Munitionslieferungen belasten die Umsatzplanung.
Auch die Deutsche Telekom gab trotz einer angehobenen Jahresprognose nach. Anleger reagierten unter anderem enttäuscht auf die Dividendenperspektive. Weitere Hintergründe zur Geschäftsentwicklung liefert der Beitrag Telekom wächst – doch Starlink erhöht den Druck.
Deutlich freundlicher entwickelte sich dagegen die Nachfrage nach Aktien aus dem Banken-, Rohstoff- und Industriesektor. ArcelorMittal profitierte von besseren Geschäftszahlen und einer anziehenden Stahlnachfrage in Europa. Auch Reiseunternehmen wie Lufthansa und Air France-KLM gewannen angesichts der niedrigeren Treibstoffpreise.
Ölpreisrückgang verändert die Erwartungen
Ein wichtiger Auslöser der jüngsten Börsenrally ist der deutliche Rückgang der Energiepreise. Die Nordseesorte Brent fiel zwischenzeitlich unter 100 US-Dollar je Barrel. Seit Wochenbeginn hat sich Rohöl erheblich verbilligt.
Marktteilnehmer spekulieren darauf, dass sich nach den US-Zwischenwahlen die Chancen für eine diplomatische Entspannung im Konflikt mit dem Iran verbessern könnten. Ein tatsächliches Ende des Krieges lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.
Niedrigere Ölpreise können Unternehmen und Verbraucher entlasten. Sie reduzieren insbesondere die Kosten für Transport, Logistik und energieintensive Produktion. Gleichzeitig könnten sie den Inflationsdruck verringern und damit die geldpolitischen Handlungsspielräume der Zentralbanken verändern.
Die weitere Entwicklung bleibt allerdings stark von den geopolitischen Ereignissen abhängig. Neue militärische Eskalationen oder Störungen wichtiger Transportwege könnten die Energiepreise erneut steigen lassen.
Gold steigt trotz Rekordständen an den Aktienbörsen
Auch der Goldmarkt verzeichnet am Donnerstag deutliche Gewinne. Am Vormittag stieg der Preis für eine Feinunze Gold nach Reuters-Angaben um rund 1,7 Prozent auf etwa 4.128 US-Dollar.
Unterstützung erhält das Edelmetall insbesondere durch den schwächeren US-Dollar und rückläufige Anleiherenditen. Da Gold international überwiegend in Dollar gehandelt wird, kann eine Abwertung der amerikanischen Währung die Nachfrage außerhalb des Dollarraums begünstigen.
Sinkende Anleiherenditen können zusätzlich die Opportunitätskosten der Goldhaltung reduzieren. Anders als Anleihen wirft physisches Gold keine laufenden Zinsen ab.
Dass Aktien und Gold gleichzeitig steigen, ist kein Widerspruch. Aktien profitieren derzeit von veränderten Wachstumserwartungen, während Gold unter anderem auf Wechselkursbewegungen, Zinsperspektiven und weiterhin bestehende geopolitische Unsicherheiten reagiert.
Eine ausführlichere Betrachtung der Edelmetallpreise bietet der Edelmetall-Morgenbericht vom 5. November 2026.
US-Arbeitsmarkt und Notenbanken bleiben entscheidend
Nach den politischen Ereignissen richtet sich der Blick der Finanzmärkte wieder verstärkt auf die wirtschaftlichen Fundamentaldaten. Besonders wichtig wird der für Freitag erwartete amerikanische Arbeitsmarktbericht.
Neue Informationen über Beschäftigung, Löhne und Arbeitslosigkeit könnten die Erwartungen an die weitere Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve verändern.
Starke Arbeitsmarktdaten könnten die Argumente für eine vorsichtige Zinspolitik stärken. Schwächere Zahlen würden dagegen möglicherweise neue Spekulationen über geldpolitische Lockerungen auslösen. Die tatsächliche Marktreaktion hängt allerdings auch davon ab, wie die Daten von den bisherigen Erwartungen abweichen.
Die offiziellen geldpolitischen Entscheidungen und Stellungnahmen veröffentlicht die US-Notenbank Federal Reserve.
Ausblick – Wie belastbar ist die Börsenrally?
Das neue DAX-Rekordhoch zeigt, wie schnell sich die Stimmung an den Finanzmärkten verändern kann. Der Rückgang der Ölpreise, politische Hoffnungen und positive Unternehmensnachrichten haben die Risikobereitschaft vieler Anleger erhöht.
Gleichzeitig verdeutlichen die starken Verluste einzelner Technologie- und Rüstungswerte, dass die Aufwärtsbewegung keineswegs alle Unternehmen gleichermaßen erfasst.
Für den weiteren Börsenverlauf dürften insbesondere die amerikanischen Arbeitsmarktdaten, die Entwicklung der Energiepreise, neue Unternehmensbilanzen und die politischen Entscheidungen in Washington entscheidend werden.
Der DAX hat damit eine wichtige historische Marke überwunden. Ob daraus eine nachhaltige Aufwärtsbewegung entsteht, lässt sich aus einem einzelnen Rekordtag jedoch noch nicht ableiten.
Redaktionsstand: 5. November 2026, rund 16:00 Uhr MEZ. Kursangaben sind zeitpunktbezogen und können sich im laufenden Handel verändern. Dieser Bericht dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar.
05.11.2026 - Rina Teitscheid - edelmetalle-aktuell@muenzkauf.de
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Quelle: https://blog.muenzkauf.de/Boerse-heute-DAX-auf-Rekordhoch-Gold-steigt-05112026