Platin – das Edelmetall und seine Herstellung

Wie Platin entsteht, aus Erzen gewonnen und zu hochreinem Edelmetall verarbeitet wird – wissenschaftliche Grundlagen, industrielle Verfahren und weltweite Bedeutung

Von Tobias Dalacker

Platin gehört zu den seltenen und technologisch bedeutenden Edelmetallen der Erde. Seine außergewöhnliche chemische Beständigkeit, hohe Dichte, ausgeprägte katalytische Aktivität und sein hoher Schmelzpunkt machen es zu einem wichtigen Werkstoff für die Automobilindustrie, chemische Produktion, Medizintechnik, Wasserstofftechnologie und Schmuckherstellung.

Anders als Gold, das vor allem als Schmuck-, Anlage- und Reservemetall bekannt ist, besitzt Platin eine besonders enge Verbindung zur industriellen Wertschöpfung. Seine Gewinnung erfordert komplexe bergbauliche, metallurgische und chemische Prozesse. Zwischen dem Abbau platinhaltiger Erze und der Herstellung eines hochreinen Platinbarrens können zahlreiche Verarbeitungsschritte liegen.

Die wirtschaftliche Bedeutung des Metalls ergibt sich nicht allein aus seiner Seltenheit. Entscheidend sind die besonderen physikalischen und chemischen Eigenschaften, die sich bei vielen technischen Anwendungen nur eingeschränkt durch andere Werkstoffe ersetzen lassen.

 

Was ist Platin? Chemische und physikalische Grundlagen

 

Platin ist ein chemisches Element mit dem Symbol Pt und der Ordnungszahl 78. Es gehört zur Gruppe der Übergangsmetalle und besitzt eine kubisch-flächenzentrierte Kristallstruktur. Das silbrig-weiße Metall ist duktil, schmiedbar und gegenüber zahlreichen chemischen Einflüssen ausgesprochen widerstandsfähig.

Mit einer Dichte von rund 21,45 Gramm pro Kubikzentimeter gehört Platin zu den besonders schweren Metallen. Ein Würfel aus reinem Platin mit einer Kantenlänge von einem Zentimeter wiegt somit etwa 21,45 Gramm. Zum Vergleich: Gold erreicht ungefähr 19,3 Gramm pro Kubikzentimeter.

Der Schmelzpunkt liegt bei rund 1.768 Grad Celsius. Diese hohe Temperatur stellt besondere Anforderungen an die industrielle Verarbeitung, insbesondere beim Schmelzen, Gießen und Herstellen hochreiner Halbzeuge.

Platin ist unter normalen Bedingungen sehr korrosionsbeständig. Es reagiert weder mit gewöhnlicher Luftfeuchtigkeit noch mit vielen einzelnen Säuren. In Königswasser, einer Mischung aus konzentrierter Salzsäure und Salpetersäure, kann es dagegen unter geeigneten Bedingungen gelöst werden.

Wissenschaftliche Referenzwerte veröffentlicht die Royal Society of Chemistry.

 

Platin im Überblick – die wichtigsten Materialeigenschaften

 

Eigenschaft Wert
Chemisches Symbol Pt
Ordnungszahl 78
Atommasse 195,084 u
Dichte ca. 21,45 g/cm³
Schmelzpunkt ca. 1.768,2 °C
Siedepunkt ca. 3.825 °C
Kristallstruktur Kubisch-flächenzentriert
Typische Oxidationsstufen +2 und +4
Schmucklegierungen Häufig Pt950
Anlageprodukte Häufig 999,5/1000

 

Wie entsteht Platin in der Natur?

 

Natürliches Platinmetall und platinhaltiges Gestein als Ausgangsmaterial der industriellen Platingewinnung

Die Entstehung von Platin beginnt lange vor der Bildung unserer Erde. Platin gehört zu den schweren Elementen, deren Bildung mit extrem energiereichen astrophysikalischen Vorgängen verbunden ist. Insbesondere neutronenreiche Prozesse, wie sie bei Verschmelzungen von Neutronensternen auftreten können, tragen zur Entstehung schwerer Elemente bei.

Während der frühen Entwicklung der Erde wurde ein erheblicher Anteil der siderophilen, also eisenliebenden Elemente im metallischen Erdkern konzentriert. Die heute wirtschaftlich nutzbaren Platinvorkommen befinden sich dagegen in bestimmten Gesteinsformationen der Erdkruste.

Besonders bedeutend sind magmatische Lagerstätten. Während der Abkühlung und Differenzierung großer Magmenkörper können sich Platingruppenmetalle in sulfidischen Schmelzen oder bestimmten mineralischen Horizonten anreichern.

Platin tritt häufig gemeinsam mit Palladium, Rhodium, Ruthenium, Iridium und Osmium auf. Diese sechs Elemente bilden die Platingruppe, international als Platinum Group Metals beziehungsweise PGM bezeichnet.

Ein wichtiger geologischer Unterschied besteht zwischen primären Lagerstätten im Festgestein und sekundären Seifenlagerstätten. In Letzteren können widerstandsfähige Platinminerale durch Verwitterung und natürliche Transportprozesse angereichert werden.

 

Wo wird Platin weltweit abgebaut?

 

Die weltweite Platinförderung ist geografisch stark konzentriert. Südafrika besitzt mit dem Bushveld-Komplex eine der bedeutendsten Lagerstättenregionen für Platingruppenmetalle. Weitere wichtige Förderländer sind Russland, Simbabwe, Kanada und die Vereinigten Staaten.

Nach den Schätzungen des United States Geological Survey (USGS) wurden 2025 weltweit rund 170 Tonnen Platin aus Bergwerken gewonnen. Davon entfielen etwa 120 Tonnen auf Südafrika.

Diese Konzentration ist wirtschaftlich bedeutsam. Probleme bei der Stromversorgung, steigende Förderkosten, technische Störungen oder geopolitische Entwicklungen können die globale Versorgung beeinflussen.

Die Förderzahlen beziehen sich ausschließlich auf Platin aus dem Bergbau. Recyclingmaterial ist darin nicht enthalten.

 

Platinförderung nach Ländern im Jahr 2025

 

Förderland Platinförderung 2025
Südafrika 120.000 kg
Russland 20.000 kg
Simbabwe 18.000 kg
Kanada 5.000 kg
USA 1.800 kg
Übrige Länder 3.900 kg
Weltweit, gerundet 170.000 kg

Quelle: USGS Mineral Commodity Summaries 2026. Vorläufige Schätzungen für 2025, gerundete Angaben.

 

Wie wird Platin hergestellt? Vom Erz zum Edelmetall

 

Die industrielle Herstellung von Platin ist technisch aufwendig, weil das Edelmetall in den meisten Lagerstätten nur in geringen Konzentrationen vorkommt und häufig mit anderen Platingruppenmetallen sowie Nickel, Kupfer, Eisen und Schwefel verbunden ist.

In primär auf Platingruppenmetalle ausgerichteten Bergwerken können typische Erzgehalte im Bereich weniger Gramm PGM pro Tonne Gestein liegen. Der tatsächliche Platingehalt ist dabei nur ein Teil des gesamten Platingruppenmetallgehalts.

1. Bergbau und Erzgewinnung

Die Gewinnung erfolgt je nach Lagerstätte im Tagebau oder Untertagebau. In Südafrika werden zahlreiche Lagerstätten in beträchtlicher Tiefe erschlossen. Die gewonnenen Gesteinsmassen werden zur weiteren Verarbeitung in Aufbereitungsanlagen transportiert.

2. Zerkleinerung und Mahlung

Das Erz wird zunächst gebrochen und anschließend fein gemahlen. Ziel ist es, die wertmetallhaltigen Minerale möglichst weitgehend vom umgebenden Gestein freizulegen. Die erforderliche Korngröße hängt von der mineralogischen Zusammensetzung ab.

3. Flotation und Konzentratherstellung

Bei der Flotation werden fein gemahlene Erzpartikel mit Wasser und geeigneten Reagenzien vermischt. Luftblasen transportieren bestimmte mineralische Bestandteile an die Oberfläche, wo sie als Schaumkonzentrat abgetrennt werden können.

Auf diese Weise entsteht ein Konzentrat, das wesentlich höhere Metallgehalte besitzt als das ursprüngliche Erz. Die Trennung ist allerdings nicht vollständig: Auch das Konzentrat enthält noch zahlreiche Begleitstoffe.

4. Schmelzen und metallurgische Vorbehandlung

Das Konzentrat wird in geeigneten Schmelzaggregaten behandelt. Dabei können sich eine metallhaltige Sulfidphase, die sogenannte Matte, und eine silikatische Schlacke bilden. Ein erheblicher Anteil der Wertmetalle wird in der Matte konzentriert.

Weitere metallurgische Schritte dienen dazu, unerwünschte Bestandteile abzutrennen und die Konzentration der Edelmetalle weiter zu erhöhen.

5. Abtrennung der Basismetalle

Nickel, Kupfer und weitere Basismetalle werden in spezialisierten Raffinationsprozessen abgetrennt. Dafür kommen abhängig von der Anlage und dem Ausgangsmaterial chemische Laugungsprozesse, elektrochemische Verfahren und weitere Trenntechniken zum Einsatz.

Zurück bleibt ein an Edelmetallen angereichertes Zwischenprodukt, das neben Platin häufig Palladium, Rhodium und weitere Metalle enthält.

6. Edelmetallraffination

Die eigentliche Trennung der Platingruppenmetalle gehört zu den anspruchsvollsten Verfahrensschritten. Platin kann unter geeigneten Bedingungen in lösliche Chlorokomplexe überführt werden. Durch kontrollierte Fällung, Extraktion oder andere chemische Trennverfahren lassen sich die einzelnen Edelmetalle voneinander separieren.

Ein klassischer Verfahrensweg nutzt die Bildung und Fällung von Ammoniumhexachloroplatinat. Durch weitere thermische und chemische Behandlung kann daraus metallisches Platin gewonnen werden.

Industrielle Raffinerien verwenden unterschiedliche Prozessfolgen. Nicht jede Anlage arbeitet mit derselben chemischen Trenntechnik.

7. Herstellung von hochreinem Platin

Nach der Raffination kann Platin als metallisches Pulver beziehungsweise Platinschwamm vorliegen. Dieser wird anschließend verdichtet, geschmolzen oder zu geeigneten Halbzeugen verarbeitet.

Für die Herstellung hochreiner Produkte kommen unter anderem Induktionsschmelzverfahren und andere spezialisierte Hochtemperaturverfahren infrage. Je nach Verwendungszweck werden Reinheit, Zusammensetzung und Materialeigenschaften analytisch kontrolliert.

Das Ergebnis sind beispielsweise Platinbarren, Drähte, Bleche, industrielle Bauteile oder Ausgangsmaterialien für Katalysatoren.

 

Warum ist die Trennung von Platin und Palladium so schwierig?

 

Platin und Palladium gehören derselben Elementgruppe an und weisen teilweise ähnliche chemische Eigenschaften auf. Beide können in komplexen Erzgemischen gemeinsam auftreten und unter geeigneten Bedingungen Chlorokomplexe bilden.

Die industrielle Trennung nutzt Unterschiede in Löslichkeit, Komplexstabilität, Oxidationsverhalten und Reaktivität. Präzise kontrollierte Prozessbedingungen sind entscheidend, damit möglichst geringe Mengen des jeweils anderen Edelmetalls im Endprodukt verbleiben.

Zusätzlich müssen Rhodium, Iridium, Ruthenium und gegebenenfalls Osmium berücksichtigt werden. Deren chemisches Verhalten erfordert teilweise eigenständige Verfahrensschritte.

Die Herstellung von Platin mit einer Reinheit von 99,95 Prozent oder darüber ist deshalb wesentlich mehr als ein einfacher Schmelzprozess.

 

Platinrecycling – eine wichtige zweite Rohstoffquelle

 

Neben dem Bergbau ist Recycling ein wesentlicher Bestandteil der weltweiten Platinversorgung. Besonders bedeutend sind gebrauchte Fahrzeugkatalysatoren, industrielle Katalysatoren, Schmuckreste und bestimmte elektronische Komponenten.

Bei Fahrzeugkatalysatoren befinden sich die Edelmetalle meist in sehr geringen Mengen auf keramischen oder metallischen Trägerstrukturen. Für die Rückgewinnung werden diese Materialien gesammelt, aufbereitet und in spezialisierten metallurgischen oder chemischen Anlagen verarbeitet.

Recycling ist keineswegs ein verlustfreier Vorgang. Sammelquoten, Materialzusammensetzung, Prozessverluste und wirtschaftliche Rahmenbedingungen bestimmen, wie viel Platin tatsächlich zurückgewonnen werden kann.

Gegenüber der Gewinnung aus niedrig konzentrierten Primärerzen kann Recycling erhebliche Vorteile beim Rohstoff- und Energieeinsatz bieten. Die konkrete Umweltbilanz hängt jedoch vom jeweiligen Verfahren, den Transportwegen und der Energieversorgung ab.

 

Welche Bedeutung hat Platin für die Automobilindustrie?

 

Platin ist ein hochwirksames Katalysatormetall. Es kann bestimmte chemische Reaktionen beschleunigen, ohne dabei im idealisierten katalytischen Reaktionszyklus dauerhaft verbraucht zu werden.

In Abgaskatalysatoren trägt es unter anderem dazu bei, Kohlenmonoxid und unverbrannte Kohlenwasserstoffe zu oxidieren. Die tatsächliche Zusammensetzung moderner Abgasnachbehandlungssysteme hängt von Motortyp, Emissionsanforderungen und technischer Auslegung ab.

Platin, Palladium und Rhodium können in unterschiedlichen Kombinationen eingesetzt werden. Die Austauschbarkeit ist begrenzt und hängt von den jeweiligen Betriebsbedingungen ab.

Mit der Elektrifizierung des Straßenverkehrs verändert sich langfristig die Nachfrage nach Abgaskatalysatoren. Gleichzeitig entstehen neue industrielle Anwendungsfelder, insbesondere in der Wasserstoffwirtschaft.

 

Platin in Wasserstofftechnologie und Brennstoffzellen

 

Eine wichtige Zukunftsanwendung liegt in elektrochemischen Systemen. Platin wird beispielsweise als Katalysator in Protonenaustauschmembran-Brennstoffzellen eingesetzt.

In diesen Systemen unterstützt es die elektrochemischen Reaktionen, mit denen Wasserstoff und Sauerstoff zur Erzeugung elektrischer Energie umgesetzt werden.

Auch bei bestimmten Elektrolyseverfahren spielt Platin eine Rolle, insbesondere auf der Wasserstoffelektrodenseite. Andere Komponenten können hingegen zusätzliche kritische Edelmetalle wie Iridium benötigen.

Die Forschung arbeitet daran, die benötigte Platinmenge pro Anlage zu reduzieren und gleichzeitig Lebensdauer, Wirkungsgrad und Leistungsfähigkeit zu verbessern.

Ob diese Technologien künftig zu einer deutlich höheren Platinnachfrage führen, hängt von Produktionskosten, Infrastruktur, politischer Regulierung und dem tatsächlichen industriellen Ausbau ab.

 

Weitere Anwendungen in Chemie, Medizin und Industrie

 

Platin wird in zahlreichen Bereichen eingesetzt, in denen hohe chemische Stabilität und katalytische Leistungsfähigkeit erforderlich sind.

In der chemischen Industrie werden platinhaltige Katalysatoren unter anderem bei bestimmten Oxidations-, Hydrierungs- und Reformierungsprozessen verwendet. Besonders bekannt sind Platinlegierungen in industriellen Katalysatorsystemen.

In der Medizintechnik dienen Platin und geeignete Legierungen als Werkstoffe für bestimmte Elektroden und medizinische Komponenten. Darüber hinaus besitzen Platinverbindungen wie Cisplatin eine wichtige Bedeutung in der Krebstherapie. Dabei handelt es sich um chemische Wirkstoffe und nicht um metallisches Platin als solches.

Auch bei der Herstellung spezieller Glasprodukte, in Laborgeräten und in hochtemperaturbeständigen Bauteilen kommen Platinwerkstoffe zum Einsatz.

 

Platin als Schmuckmetall und Anlageedelmetall

 

In der Schmuckherstellung wird Platin wegen seiner natürlichen hellen Farbe, hohen Dichte und Korrosionsbeständigkeit geschätzt. Häufig werden Legierungen mit einem Platinanteil von 95 Prozent verwendet, die als Pt950 gekennzeichnet sein können.

Für Barren und Anlagemünzen ist eine Feinheit von 999,5 Tausendteilen verbreitet. Die Feinunze entspricht wie bei Gold und Silber einer Masse von 31,1034768 Gramm.

Im Unterschied zu Gold ist der Platinpreis besonders stark mit der industriellen Nachfrage verbunden. Konjunkturentwicklung, Automobilproduktion, Substitution zwischen Platingruppenmetallen und Veränderungen der Bergwerksförderung beeinflussen das Marktgeschehen.

Die Seltenheit eines Metalls allein garantiert keinen höheren Preis. Angebot, Nachfrage, Marktliquidität und industrielle Verwendungsstrukturen sind für die Preisbildung entscheidend.

 

Wie wird die Reinheit von Platin überprüft?

 

Für die Qualitätskontrolle kommen verschiedene analytische Methoden infrage. Dazu zählen Röntgenfluoreszenzanalyse, optische Emissionsspektrometrie und massenspektrometrische Verfahren wie ICP-MS.

Die Röntgenfluoreszenzanalyse ermöglicht eine weitgehend zerstörungsfreie Untersuchung der oberflächennahen Materialzusammensetzung. Sie besitzt jedoch Grenzen bei der Erfassung bestimmter Spurenelemente und bei inhomogenen Materialien.

Für besonders anspruchsvolle Reinheitsbestimmungen werden daher häufig ergänzende Laborverfahren eingesetzt. Entscheidend ist nicht allein der gemessene Platingehalt, sondern auch die zuverlässige Erfassung relevanter Verunreinigungen.

 

Umweltbelastung und Nachhaltigkeit der Platinherstellung

 

Die Primärgewinnung von Platin ist ressourcenintensiv. Da große Gesteinsmengen bewegt und verarbeitet werden müssen, entstehen erhebliche Anforderungen an Energieversorgung, Wasserwirtschaft und Abfallmanagement.

Beim Bergbau fallen unter anderem Abraum und Aufbereitungsrückstände an. Je nach Lagerstätte und Verfahren können zusätzliche Herausforderungen durch sulfidische Minerale, Prozesschemikalien und Emissionen entstehen.

Die Umweltwirkungen unterscheiden sich erheblich zwischen einzelnen Bergwerken und Raffinerien. Pauschale Aussagen über einen einheitlichen Energieverbrauch pro Gramm Platin sind deshalb wissenschaftlich problematisch.

Wichtige Ansatzpunkte für Verbesserungen sind effizientere Aufbereitungsverfahren, emissionsärmere Energieversorgung, geschlossene Wasserkreisläufe, sichere Rückstandsbehandlung und höhere Recyclingquoten.

 

Welche Faktoren bestimmen die Zukunft des Platinmarktes?

 

Der Platinmarkt steht zwischen traditionellen industriellen Anwendungen und neuen technologischen Entwicklungen. Auf der Angebotsseite konzentriert sich die Bergwerksproduktion auf wenige Länder. Auf der Nachfrageseite wirken sich Veränderungen in der Automobilindustrie, der Chemieproduktion und der Wasserstoffwirtschaft aus.

Eine Besonderheit besteht darin, dass Platin häufig gemeinsam mit anderen Platingruppenmetallen gefördert wird. Die Wirtschaftlichkeit eines Bergwerks hängt daher nicht ausschließlich vom Platinpreis ab, sondern vom gesamten Wert des gewonnenen Metallgemisches.

Auch Recycling und Lagerbestände beeinflussen die Versorgung. Kurzfristige Marktdefizite oder Überschüsse lassen sich deshalb nicht allein aus der jährlichen Bergwerksförderung ableiten.

Aktuelle Produktionsstatistiken und geologische Einordnungen stellt der United States Geological Survey bereit.

Platin bleibt ein bemerkenswert vielseitiges Edelmetall: Seine Bedeutung reicht von der geologischen Rohstoffgewinnung über hochkomplexe chemische Raffinationsprozesse bis zu Anwendungen in modernen Industrie- und Energiesystemen. Gerade diese Verbindung aus Seltenheit, aufwendiger Herstellung und technologischer Funktion unterscheidet Platin von vielen anderen Edelmetallen.

Häufige Fragen zu Platin und seiner Herstellung

Wie viel Erz wird benötigt, um eine Feinunze Platin zu gewinnen?

Das hängt vom Platingehalt des Erzes und der metallurgischen Ausbeute ab. Bei einem hypothetischen Gehalt von 3 Gramm Platin pro Tonne Erz wären rechnerisch rund 10,4 Tonnen Erz für eine Feinunze enthaltenes Platin erforderlich. Tatsächlich muss wegen unvermeidbarer Verluste meist mehr Material verarbeitet werden.

Warum ist die Herstellung von reinem Platin so aufwendig?

Platin liegt häufig gemeinsam mit chemisch verwandten Edelmetallen und verschiedenen Basismetallen vor. Für die Herstellung hochreinen Platins sind deshalb mehrere mechanische, metallurgische und chemische Trennschritte erforderlich.

Kann Platin vollständig recycelt werden?

Platin lässt sich grundsätzlich wiederholt zurückgewinnen und erneut verwenden. In der Praxis verhindern jedoch Sammelverluste, technische Prozessverluste und die Verteilung des Metalls in schwer zugänglichen Produkten eine vollständig verlustfreie Kreislaufwirtschaft.

Ist Platin grundsätzlich wertvoller als Gold?

Nein. Obwohl Platin seltener gefördert wird und seine Raffination aufwendig ist, hängt sein Marktpreis von Angebot und Nachfrage ab. Platin kann zeitweise teurer oder günstiger als Gold gehandelt werden.

 

23.10.2026 - Tobias Dalacker - edelmetalle-aktuell@muenzkauf.de

 

 

 






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